Gabe Salazar – Autodieb wird Motivationssprecher

Gabe Salaza, I Am Second
Gabe Salazar
2.1.2016
5 min

Ungewollt, verlassen und missverstanden sucht Gabe Salazar als Teenager Anerkennung in einer Gang. Diebstahl und Gewalt stehen auf der Tagesordnung. Erst als seine eigenen Freunde ihn verprügeln, wacht Gabe auf und nimmt eine Einladung an, die sein Leben verändert.

Ich habe einen fünfjährigen Sohn. Wenn ich ihn anschaue, erinnere ich mich an die Zeit, als ich so alt war wie er – und ich mich fragte: Wo ist mein Vater? Warum habe ich keinen Papa? Meine Mutter war Teenagerin, als sie mit mir schwanger wurde – noch vor meiner Geburt verliess uns mein Vater. Ich glaube, dass er meine Mutter wirklich liebte, aber er machte ihr ein Ultimatum: «Ich bleibe bei dir, wenn du abtreibst…» Sie machte das aber nicht, und von dem Moment an wollte er nichts mit mir zu tun haben.

Auf der Suche nach Annahme

Diejenigen, die mich akzeptierten, waren die Jungs der Strassen-Gang. Wir brachen Autos auf, stahlen Sachen. In der Gruppe fühlte ich mich als zugehörig, ich war gut genug für die Jungs. Eines Tages wurde ich in einen Streit mit einem Mitglied einer anderen Gang verwickelt und daraufhin auf eine alternative Schule geschickt. Als ich wieder zurückkam, meinten die anderen Gang-Mitglieder, ich sollte mich rächen, etwas tun, die Jungs der anderen Gang verprügeln, dann würde ich in unserer Gruppe an Ansehen gewinnen… Aber ich wollte nicht. Ich war bereits auf der alternativen Schule, hatte eh schon viel Ärger und sagte ihnen, dass ich mit der Sache abgeschlossen hatte.

Von den eigenen Freunden verprügelt

Zwei Tage später kamen drei Jungs aus der Gang, grösser und stärker als ich, nach der Schule zu mir und begannen, auf mich einzuschlagen und mich zu treten – meine eigene Gang, die Jungs, mit denen ich so viel Zeit verbracht hatte! Sie schlugen mir Zähne aus, brachen eine Rippe, rissen meine Lippe auf – dieser Tag veränderte mich! Ich fühlte mich wie ein Verlierer, ein Punk, ein Verräter. In der Schule wollte niemand mehr mit mir rumhängen, neben mir sitzen. Ich wurde total isoliert.

Tränen der Erleichterung

Ein Junge aus der Gemeinde meiner Mutter erzählte mir zur selben Zeit von einem Jugendevent, er nannte es sogar «Jugend-Erweckung». Ich hatte keine Ahnung, was das ist, aber er hatte mich eingeladen – niemand sonst lud mich zu irgendetwas ein, also sagte ich ihm zu. Bei dem Event sangen die Leute, klatschten, beteten und ich fragte mich: «Das ist absurd. Warum sind die Leute so fröhlich? Niemand kann so glücklich sein…»

Wie Tag und Nacht

Ich wusste, dass ich so dachte, weil ich letztlich das haben wollte, was sie hatten. Ich hob meine Hände in die Höhe und begann zu beten – und zu weinen. Die Tränen kamen aus tiefstem Herzen, so wie ich seit langer Zeit nicht mehr geweint hatte. Aber es waren keine Tränen der Wut oder des Frustes, es waren Tränen der Erleichterung; Erleichterung, dass ich endlich in Gottes Hände gefallen war und dass er mich wieder aufrichten und unterstützen würde. Diese Umarmung hatte ich gebraucht!

An dem Tag gab ich Jesus Christus mein Herz. Und ich wurde zu einer völlig neuen Person, es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die Leute konnten es nicht glauben und meine Lehrer fragten sich: «Ist das echt?»

Akzeptiert und angenommen

Ich bekam die Chance, mitten in der Schul-Cafeteria eine Art Kurzpredigt zu halten und sagte den Leuten einfach, was ich so auf dem Herzen hatte, sprach von Hoffnung, Liebe und einer Lösung für ihre Probleme. Das war wohl meine erste Motivationsrede, die ich je gehalten hab. Und dann lud ich sie zum Bibelkreis ein, den wir kurz vorher gestartet hatten. In nur einer Woche wuchs unser Bibelkreis von 6 auf über 60 Mitglieder an. Und von da an veränderten sich die Dinge. Wenn ich in den Spiegel guckte, freute ich mich. Ich musste nicht mehr versuchen, so zu leben, dass ich von anderen akzeptiert und angenommen wurde. Gott liebte mich und ich selbst liebte mich auch.

Generations-Ketten durchbrechen

Heute kann ich diese Generations-Ketten bei meinen eigenen Kindern durchbrechen, die Ketten des Verlassenseins, der Entmutigung, der Verwirrung, dem fehlenden Verständnis. Ich möchte sie so erziehen, dass sie Gott lieben. Ich möchte, dass sie in dem Wissen aufwachsen, dass sie nicht nur einen irdischen Vater haben, der sie liebt, umarmt, sie ermutigt, an sie glaubt und ihnen helfen möchte, ihre Träume zu verwirklichen, sondern sie haben auch einen himmlischen Vater, der eine innige Beziehung zu ihnen haben möchte, der sie liebt, ihnen hilft und sie auf ihrem Weg führt. Mein Hauptfokus ist auch bei anderen Teens und Jugendlichen, Samen der Hoffnung, der Liebe und einer «Ich gebe niemals auf»-Einstellung zu pflanzen… Ich bin durch einen Unfall entstanden, aber mein Leben hat einen Sinn!

Gabe Salazar ist heute landesweiter Motivationssprecher und erreicht bei etwa 150 Events jährlich über zwei Millionen Schüler und Studenten.

Zeugnis von Gabe Salazar (Englisch):

Zur Webseite:
Gabe Salazar

Dieser Beitrag erschien 2016 auf Jesus.ch.

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