Wenn die Schuld unerträglich ist – Cop erschiesst Unbewaffneten und versinkt in Depression

Johnny Rose
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Johnny Rose
5.1.2016
3 min

Eigentlich dachte Polizist Johnny Rose, er habe alles im Griff. Doch dann erschiesst er bei einem Einsatz einen unbewaffneten Mann und kann sich selbst nicht vergeben. Er sinkt in eine Depression, aus der er jahrelang nicht mehr heraus kommt.

Es war im Juli 1999, als bei uns im Präsidium ein Anruf einging. Ein Mann hatte versucht, seine Frau zu erschiessen und war dann in einen Wald geflohen.

Als mein Kollege und ich eintrafen, konnten wir die Silhouette des Mannes im Dickicht ausmachen. Wir sahen, dass er mit seiner Waffe zurückkam. Er ging direkt auf uns zu und setzte sein Gewehr an. Um ihm zuvorzukommen, schossen wir.

Was wir dann entdeckten, sollte mich die folgenden Jahre quälen. Denn beim Näherkommen stellten wir fest, dass es gar kein Gewehr war, sondern nur ein grosser Stock. Wir hatten einen unbewaffneten Mann erschossen! Offenbar hatte er Selbstmord begehen wollen und uns dazu benutzt. Ich war wütend und ich hatte Angst.

Die Schuld auf den Schultern

Ein Komitee untersuchte den Fall und sprach uns frei. Trotzdem wogen die Schuldgefühle schwer. Ich hatte Albträume und auch im Wachzustand sah ich immer wieder die Situation vor Augen. Ich konnte mir nicht verzeihen.

Man wies mir eine posttraumatische Belastungs-Störung nach, aber ich glaubte, keine Hilfe zu brauchen. Ich realisierte nicht, welchen Schaden meine Seele genommen hatte. In mir wuchsen Depression, Bitterkeit und Wut.

Auch mein Umfeld hatte unter meinem Zustand zu leiden. All meine Wut liess ich an meinen Kollegen und an meiner Frau aus. Schliesslich zerbrach meine Ehe. Zu sehen, wie meine Kinder darunter litten, setzte mir zu. Ich war ein Versager. Ich hatte es nicht geschafft, mein Eheversprechen zu halten und ein guter Vater zu sein. Ich war ein Verlierer.

Im Sumpf der Depressionen

Ich versank in eine tiefe Depression. Mir war alles egal. Nichts im Leben hatte für mich noch einen Wert. Erst nach fünf Jahren in diesem Loch realisierte ich, dass es so nicht weitergehen kann. Ich hatte immer geglaubt, dass ich ein starker Cop bin und alles alleine schaffe, aber jetzt war ich an dem Punkt, an dem ich endlich erkannte, dass ich am Ende war.

Obwohl ich in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen bin, hatte ich immer geglaubt, ich brauche Jesus nicht. Bis jetzt. Jetzt spürte ich, dass mir nur noch Jesus helfen kann. Ich bat ihn: «Jesus, du musst das in die Hand nehmen, du musst mir helfen. Ich gebe dir alles, was von mir übrig ist. Ich brauche dich. Bitte komm in mein Herz.»

Ein Cop findet neuen Mut

Nach dem Gebet wischte ich den Staub von unserer Familienbibel und begann zu lesen. Es war unglaublich, aber tatsächlich war es so, als wäre eine Last von mir gefallen. Ich fühlte mich anders. Ich spürte, dass die Wut und die Bitterkeit weg waren. Ich wusste zwar nicht, was passieren wird, aber ich wusste, dass es mit Jesus gut werden würde.

Seitdem halte ich an Jesus fest. Mit seiner Hilfe konnte ich wieder anfangen, als Polizist zu arbeiten. Ich bin wieder verheiratet und habe eine gute Beziehung zu meinen Töchtern aus erster Ehe. Doch das Wichtigste im Leben ist die Beziehung zu Jesus. Er ist die Konstante im Leben, die immer bleibt.

Ich glaube, um in einem Beruf wie diesem bestehen zu können, muss man Jesus kennen. Denn er ist die Antwort auf unsere Nöte. Für Gott ist nichts unmöglich. Wer sich nach Seelenfrieden sehnt, sollte sich an Jesus wenden. Ich war wirklich am Boden und habe erfahren, dass Jesus einen Frieden schenkt, der grösser ist als alles andere.

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