Er wollte sich umbringen – Dann warteten Kim und Jesus in der Einfahrt

Dave Brodsky
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Dave Brodsky
29.9.2020
7 min

Der jüdische Heavy-Metal-Musiker Dave Brodsky wollte sich mit 18 Jahren das Leben nehmen. Doch am entscheidenden Abend machte eine aussergewöhnliche Begegnung einen grossen Unterschied in seinem Leben… Als Sohn eines Physikprofessors am «Linear Accelerator Center» in Stanford traf Dave Brodsky auf andere Kinder einer Elitegruppe von Professoren, Forschern und Medizinern. «Alle waren ziemlich atheistisch und agnostisch, obwohl viele Leute jüdisch, muslimisch oder buddhistisch waren.»

Seine jüdische Familie war 1939 aus Wien geflohen, als Hitlers wahnsinnige Machtergreifung Europa in den Alptraum des Zweiten Weltkriegs stürzte.

Daves Mutter prägte ihren Kindern ihre jüdische Identität ein. «Wir wussten, dass es Menschen gab, die uns für unseren Glauben töten wollten.»

«Nichts mit Jesus zu tun»

«Wir wollten nichts mit Jesus zu tun haben, weil es Christen waren, die Juden töteten. Ich wusste nichts über das Christentum, als ich aufwuchs, und wollte es auch nicht wissen. Es war eine schlechte Sache, etwas darüber zu wissen.»

Eines Tages bemerkte er eine Plakatwand, auf der stand: «Ich habe es gefunden», und er fragte sich, was die Leute gefunden hatten. Kurz darauf sah er einen «Juden für Jesus»-Aufkleber an einem Auto. «Alles, was ich wusste, war, dass wir die Leute in diesem Auto nicht mögen würden – es waren für mich Verräter.»

Zuerst in Dachau …

Als Dave acht Jahre alt war, reiste seine Familie durch Deutschland. Auch Dachau wurde aufgesucht, das Konzentrationslager der Nazis, in dem politische Gefangene, Polen, Juden, Homosexuelle, Zeugen Jehovas sowie Pastoren und Priester, die sich gegen Hitler auflehnten, eingesperrt wurden. Mehr als 40'000 Menschen wurden dort getötet oder starben aufgrund der brutalen Behandlung.

Brodsky ging mit den schrecklichen Erinnerungen an die medizinischen Experimente, die an Häftlingen durchgeführt wurden, und an andere Gräueltaten, die sich in seinen Kopf gebrannt hatten, weg. «Es brachte mich dazu, mehr über den Tod nachzudenken als für Kinder gut ist.»

… dann in Masada

Zwei Jahre später nahmen ihn seine Eltern mit nach Masada, dem Berg in Israel, der nach dem Fall Jerusalems im Jahr 70 nach Christus zum letzten Widerstand einer jüdischen Rebellion gegen Rom wurde. Es war auch der Ort, an dem 960 Männer, Frauen und Kinder am 16. April 73 nach Christus ums Leben kamen; vermutlich hatten sie sich das Leben genommen, um nicht dem Feind in die Hände zu fallen.

Selbstmord und Tod wurden in Brodskys jugendlichem Gemüt zu einem starken Cocktail, der ihn ins Grübeln führte. «Im selben Jahr wurde meine Grossmutter in Minnesota von einem Auto angefahren und getötet.»

Die Familie musste sofort nach Minnesota zu ihrer Beerdigung fliegen. «Meine Mutter schluchzte, dass der einzige Mensch, der sie je geliebt hat, gestorben sei.» Er war verwirrt. Habe ich sie nicht geliebt? Liebt mein Vater sie nicht?, dachte er. «Meine Mutter hat sich nie ganz von dem Tod ihrer Mutter erholt. Damit begann das Ende der Ehe meiner Eltern. Dad zog aus, als ich 14 war. Meine Mutter musste hart arbeiten. Sie war erfüllt von Selbstmitleid über den Verlust ihrer Mutter und die Scheidung.»

Hamlet und «AC/DC»

Dave Brodsky während der High-School
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Dave Brodsky während der High-School

Nun war Dave oft alleine. «Als ich auf die High School kam, hatte ich die Nase voll von Leistung und akademischen Errungenschaften.» Spielte er früher viel Klavier, interessierten ihn nun Hardrock-Bands wesentlich mehr. Er spielte Gitarre, seine Idole wurden Bands wie «Iron Maiden», «AC/DC», «Van Halen» und andere. «Musik machte mich nicht glücklich, aber sie half mir, meinen Schmerz zu mindern. Ich trug eine Rasierklinge um meinen Hals und einen Schädelohrring im linken Ohr.» Er malte seine eigenen T-Shirts mit Pentagrammen und umgedrehten Kreuzen, ohne aber an irgendetwas zu glauben.

«In meinem letzten Jahr an der High School begann ich, jeden Tag über Selbstmord nachzudenken. Es war jeden Tag ein Kampf.» Er fragte sich, warum er überhaupt lebe. Gleichzeitig dachte er über Hamlets berühmten Monolog nach, in dessen Mittelpunkt Hamlets Überlegungen zum Selbstmord stehen. «Hamlet beschliesst, sich nicht umzubringen, weil er nicht weiss, was auf der anderen Seite ist, und es könnte noch schlimmer sein.»

Kim, eine glühende Anhängerin Jesu

Inmitten seiner Verzweiflung tat Gott etwas Bemerkenswertes: Er stellte eine junge Christin namens Kim in sein Leben, eine glühende Anhängerin Jesu. «Ich wusste nicht, warum sie nett zu mir war. Ich wusste, nachdem wir ein wenig Zeit miteinander verbracht hatten, dass sie etwas ganz anderes hatte. Aber ich wusste nicht, was es war. Ihre Person hatte etwas Anziehendes an sich. Sie war eine lebensspendende Person. Sie erleuchtete den Raum, wenn sie hereinkam. Plötzlich mochte ich es, bei ihr zu sein.»

Eines Abends war Dave allein zu Hause. Sein Bruder war bereits am College. «Ich ging spazieren und beschloss, dass ich den Schmerz des Lebens nicht länger ertragen konnte. Sobald ich daheim sein würde, wollte ich mich umbringen.»

Dramatische Wende in der Auffahrt

Auf unerklärliche Art und Weise wartete Kim in seiner Auffahrt. «Sie war einfach da. Es war sicherlich 23 Uhr.» – «Kim, ich muss mich verabschieden», sagte er ihr sofort. «Ich bin gerade erst angekommen», erklärte sie. «Nein, nicht diese Art von Abschied. Ich muss mich von dir verabschieden.»

Kim spürte die Dringlichkeit des Augenblicks. «Dave, kann ich dir sagen, wofür ich lebe?» Er wusste, dass sie ihm von Jesus erzählen würde, aber er dachte, es wäre unhöflich, seiner Freundin zu sagen, dass er lieber tot wäre als zu hören, was sie glaubte. Also hörte er zu. «Ein 17-jähriges Mädchen begann, einem 18-jährigen Jungen das Evangelium zu erklären. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich die Demut, zuzuhören. Zu hören, wie Gott das Opfer für unsere Sünden war. Er war der Messias, auf den das jüdische Volk gewartet hatte. Er war die Versöhnung und er würde uns erlösen. Er war der leidende Knecht aus Jesaja 53.»

Ironischerweise hingen die Dinge, die sie ihm erzählte, mit seinem Hintergrund in der hebräischen Schule zusammen. «Ich hatte das Gefühl, dass in meinem Kopf ein Feuerwerk losging. Die Dinge ergaben auf eine Weise Sinn, die nie Sinn gemacht hatte. Dinge, die ich vom Kindergarten an gelernt hatte und die ich vergessen hatte, kamen mir wieder in den Sinn.»

Das Versprechen

Er stellte viele Fragen. Sie redeten bis 2 oder 3 Uhr morgens, und dann sagte Dave: «Ok, Kim, ich bin so müde, ich kann nicht mehr klar denken. Ich werde dir etwas versprechen: Ich werde mich nicht umbringen, bevor wir wieder miteinander reden.»

Sie telefonierten am folgenden Tag, einem Samstag, und Dave begann, alles, was er hörte, zu verarbeiten. Am Sonntagabend erkannte Dave einige verblüffende Wahrheiten: «Ich erkannte, dass Satan real war und dass er derjenige war, der wollte, dass ich sterbe, weil ich durch meine Sünden von Gott getrennt war. Er wollte, dass ich getrennt von Gott sterbe. Jesus Christus ist der Messias und der Erlöser, und ich möchte, dass er mein Erlöser ist. Er ist der Einzige, der mich retten kann.»

Von Matthäus weggeblasen

Nun begann er zu glauben. Am Montag erhielt er von Kim eine Bibel und begann, zum ersten Mal das Neue Testament zu lesen. «Ich las das Matthäusevangelium und war wie weggeblasen. Dann las ich Markus und dachte, das ist erstaunlich. Alles war packend.»

Er konnte nicht aufhören, von Jesus zu reden auch mit den Jungs in der Band. Zehn Tage, nachdem er zum Glauben gekommen war, hielt er vor seiner gesamten Theaterklasse eine Präsentation über das Evangelium. «Da war ein ganzer Haufen erstaunter Leute im Raum.» Er kopierte den Hebräerbrief und sagte auch seinem Bruder, er solle ihn lesen.

Später arbeitete Dave Brodsky länger für «Campus für Christus», bevor er «The Global Mission» gründete und durch die «Chanje»-BewegungEinsätze anbietet. Dies mit dem Hauptaugenmerk, den Kindern in Haiti Veränderung und Erweckung zu ermöglichen.

Aufgrund seines Hintergrunds ist er auch weiterhin in Israel, Osteuropa und Mexiko tätig. «Viele Orte, an denen wir arbeiten, sind nicht einfach. Aber das bedeutet nicht, dass Leben nicht verändert werden können. Menschen leben ewig, und deshalb macht es einen ewigen Unterschied, ein Leben zu berühren.»

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