Vaters Fluch überwunden – «Du wirst eine Hure, wie deine Mutter!» Nein, wurde sie nicht

13.3.2019
4 min

«Ich habe meine Kindheit im Alter von vier Jahren verloren», erinnert sich Sharon Craig. Damals wurde sie von einem Familienmitglied sexuell missbraucht. Es folgen weitere schwere Jahre. «Du wirst eine Hure, wie deine Mutter!», sagte ihr Vater. Sharon ging durch ein finsteres Tal. Doch Vater sollte nicht recht behalten…

Jahre nach ihren dunklen Kindheitstagen entdeckte sie, dass der Täter bereits wegen Kindsbelästigung verhaftet worden war, bevor er ihre Grossmutter heiratete. Ihr Grossvater drohte sie zu töten, wenn sie jemandem etwas sagen würde. Und so schwieg Sharon.

Und auch von den Eltern kam wenig Gutes: «Sie sagten, dass ich dumm sei und dass aus mir nie etwas Richtiges werden würde.» Dann verliess Vater die Familie. «Meine Mutter prostituierte sich», berichtet Sharon. Manchmal sei sie am Abend gar nicht nach Hause gekommen. «Es kam vor, dass wir nichts zu essen im Haus hatten.»

Sharon kümmerte sich um ihre beiden jüngeren Schwestern. Sie hatte oft keinen guten Schlaf, «denn die Nacht war böse und der Tag sicher.»

Fremde im Haus

Eines Nachts gab ihre Mutter zwei Männern die Schlüssel zu ihrer Wohnung und verabredete sich mit ihnen. Doch Mama tauchte nicht auf. «Die beiden Männer gerieten in Rage, weil Mutter sie versetzt hatte. Ich hörte, wie einer sagte: 'Sie hat ein paar Töchter!'» Erschrocken erkannte Sharon, dass die Männer planten, sie zu vergewaltigen. Sie weckte ihre Schwestern sofort auf und kletterte mit ihnen aus dem Fenster und floh. Sie blickte gen Himmel und betete: «Wenn es einen Gott gibt, hol uns hier raus.»

Innerhalb einer Woche waren die Mädchen weg aus ihrem unwürdigen Daheim. Grossmutter holte die drei ab. Doch wegen ihrem Alter konnte sie sich nicht lange um sie kümmern und so wurden die drei Mädchen zu ihrem inzwischen wieder verheirateten Vater gebracht.

Schwanger mit 18

Vater brachte andere Frauen ins Haus, um mit ihnen Sex zu haben, «und er versuchte meine Schwester zu belästigen, als sie 16 war.» Und zu Sharon sagte er: «Du wirst eine Hure, wie deine Mutter!»

Mit 18 Jahren traf Sharon einen jungen Mann in der Schule, der ihr sagte, dass er sie liebt. «Ich ging mit ihm ins Bett und wurde schwanger.» Vater wollte, dass sie abtreibt, weil er sich nicht um die drei Teenagerinnen und ein Enkelkind kümmern wollte. Der Freund wollte das Baby ebenfalls nicht. Doch Sharon entschied sich für das Kleine: «Es ist mein Baby. Und wenn wir auf der Strasse leben müssen: Ich werde es nicht umbringen.» Da entschied sich der Freund, sie zu heiraten. Zwei weitere Kinder folgten. Dann ging er.

Sharon schlug sich knapp durch, hatte keinen richtigen Job. Dann wurden ihr die drei Kleinkinder weggenommen und auf andere Familien verteilt. «Ich wurde hart und vertraute niemandem mehr.»

«Warum hast du das alles zugelassen?»

Langsam fand sie wieder Boden unter den Füssen und lernte ihren zweiten Mann, Gary, kennen. Trotz Pille wurde sie schwanger und gebar ihr viertes Baby. Einige Zeit war sie glücklich, doch dann brach der Schmerz der Vergangenheit über sie herein. Völlig sinnentleert starrte sie in den Spiegel, mit finsteren Absichten.

«Da hörte ich jemanden sagen: 'Jesus liebt dich!'» Die Stimme kam aus dem Fernseher, wo gerade ein christliches Programm ausgestrahlt wurde. Erzürnt stapfte sie den Flur entlang, um das Gerät auszuschalten. Immer wieder hörte sie den Pastoren sagen: «Er liebt dich, er liebt dich.»

«Und warum hast du das alles zugelassen?», entgegnete sie und forderte Gott heraus: «Wenn du mich liebst, musst du das beweisen!»

Das Zeichen

Aus einem unerklärlichen Grund dachte sie an ihre Schwiegermutter, deren beide Beine gebrochen und eingegipst waren. Sie würde dann an Gott glauben, wenn der Gips von alleine kaputtgeht.

Tatsächlich meldete sich die Schwiegermutter innert kürzester Zeit und sagte, dass der Gips von alleine riss, sie gerade im Spital war und der Chirurg erklärte, dass er so etwas noch nie gesehen habe. «Es war, als ob jemand ein feines Instrument nahm und ihn schnitt, denn wenn er bricht, wird eine zerklüftete Kante hinterlassen», sagte der verblüfte Arzt. Und noch etwas: «Die Beine waren völlig geheilt.»

Wieder zusammen

Es dauerte noch einige Zeit, bis sie sich ganz auf Jesus Christus einliess. Bereits zuvor folgte die Trennung von ihrem zweiten Mann, da dieser mehrfach untreu gewesen war. Bald nachdem sie sich Christus ganz zugewandt hatte, tauchten ihre drei ersten Kindern wieder auf.

Gott hat ihr ein Herz für die Verlorenen gegeben. Alles was sie durchgemacht hat, führt nun dazu, dass sie versucht, möglichst viele Menschen in ihrem Umfeld zu erreichen. «Gott ruft jeden Mensch, auch wenn er noch so tief in Sünden steckt.»

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