Am Glauben festgeklammert – Ehepaar verliert wegen betrunkenem Autofahrer je ein Bein

Chris und Denise Arthey
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Chris und Denise Arthey
9.8.2022
4 min

«Mein Mann und ich haben beide ein Bein verloren, als ein betrunkener Autofahrer uns angefahren hat», sagt dir Britin Denise Arthey. «Aber wir sind nicht nachtragend – unser Glaube hat uns durchgebracht.»

Niemand würde wohl Denise Arthey einen Vorwurf machen, wenn sie voller Hass und Bitterkeit wäre. Ein betrunkener Autofahrer raste in sie und ihren Mann Chris. Beide mussten sich das linke Bein amputieren lassen. Doch anstatt sich auf das, was sie verloren hatte, zu konzentrieren, blickte Denise auf das, was sie noch hatte sowie ihren Glauben, der ihr den Weg wies.

«Wenn uns jemand vor unserem lebensverändernden Unfall erzählt hätte, wären wir absolut überzeugt gewesen, dass wir es nicht schaffen würden», vermutet Denise Arthey. «Chris' Arbeit als Ingenieur hatte uns zu einem Einsatz nach Texas geführt.» Am Freitag, den 16. Mai 2008, tourten die beiden mit einem Motorrad, einer Harley-Davidson Road King, durch Südtexas. «Auf dem Highway 35 rammte uns ein betrunkener Fahrer mit 80 Stundenkilometern frontal. Es ist ein Wunder, dass wir beide überlebt haben.»

Schmerzvolles Aufwachen

Der Aufprall zertrümmerte einen Teil ihrer linken Arme und Hände, und die Milz von Chris ging verloren, sowie bei beiden das linke Bein oberhalb des Knies. «Als ich im Krankenhaus wieder zu mir kam, bemerkte ich, dass die Bettdecke da flach war, wo mein linkes Bein sein sollte. Ich hatte einen riesigen Gipsverband an meinem linken Arm und starke Schmerzen. Unser Leben hatte sich in einem Augenblick verändert», erinnert sich Denise.

Sie tat das Einzige, was sie konnte: «Ich stützte mich auf meinen Glauben. Wir kommen beide aus Familien mit einem starken christlichen Glauben, den wir uns schon früh zu eigen gemacht hatten. Ich erinnerte mich an Römer, Kapitel 8, Vers 28, in dem davon die Rede ist, dass Gott alle Dinge zum Guten fügt. Das wurde zu einer Bibelstelle, an die ich mich mit aller Kraft klammerte. Ich wurde auch durch die vielen Gebete getröstet von Menschen, die uns unterstützten. Die Art und Weise, wie unsere Familie, Freunde, Nachbarn, Chris' Firma und unsere US-Gemeinde sich um uns scharten, war einfach erstaunlich.»

Keine Bitterkeit

Chris und Denise Arthey spazieren im Wald
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Chris und Denise Arthey spazieren im Wald

Denise Arthey weiter: «Zu unserer Überraschung stellten wir fest, dass wir keine Bitterkeit gegenüber dem betrunkenen Fahrer hegten. Wir mussten unsere ganze Energie in die Genesung stecken. Es war der Beginn einer langen Rehabilitationsreise.»

Die beiden mussten lernen, mit einer Beinprothese zu gehen. «Jeder Tag bestand aus einer Reihe von Entscheidungen: weiter durchhalten bei der Therapie, darauf achten, wie weit wir gekommen waren und nicht, wie weit wir gehen konnten, dankbar sein für das, was wir tun konnten, anstatt uns mit dem zu beschäftigen, was verloren gegangen war.»

Natürlich gab es auch schlimme Tage. «Aber wenn einer von uns am Boden war, war der andere da und wusste genau, wie es einem geht. Wir erhielten auch viel Inspiration von anderen Amputierten. Sie haben uns ermutigt – als Beispiele dafür, wie das Leben wieder werden kann. Jemand, der eine ähnliche Krise durchgemacht und sein Leben wieder aufgebaut hat, kann auf eine Weise in unser Leben sprechen, wie es niemand sonst kann.»

Opa hatte ebenfalls Bein verloren

Denise Arthey berichtet: «Ich konnte auch auf Erinnerungen an meinen Grossvater zurückgreifen. Opa hatte im 1. Weltkrieg in den Schützengräben sein Bein verloren. Ich war beruhigt zu wissen, dass er ein sehr aktives Leben führte und seine Behinderung ein normaler Teil meines Aufwachsens war.»

Als Frau habe sie zunächst mit dem Körperbild zu kämpfen gehabt. «In erinnere mich lebhaft an den Schock, als ich den schlanken Metallstab der Prothese erblickte. Ich sass mit gekreuzten Beinen, um die Stange hinter meinem guten Bein zu verstecken. Später bat ich um eine hautfarbene Ummantelung, um mein Selbstvertrauen wiederherzustellen.»

«Jeder Tag ein Geschenk»

Denise Arthey hält fest: «Wir wissen, dass das Leben nicht immer nach Plan verläuft. Manche Dinge, mit denen wir konfrontiert werden, scheinen nicht bewältigt werden zu können. Erstaunlicherweise haben wir eine Widerstandskraft gefunden, die über unser Vermögen hinausgeht. Jetzt arbeite ich wieder als Freiwillige im Klassenzimmer, singe in einem Chor und liebe die Gartenarbeit.» Ihr Mann Chris hat an Marathons und Triathlons teilgenommen. «Wir führen ein gutes Leben und jeder Tag ist ein Geschenk.»

In ihrem Buch «Highway 35» schreiben Denise und ihr Ehemann Chris Arthey über ihren lebensverändernden Verkehrsunfall.

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