Michele Guinness – «Eigentlich bin ich ein Queenager»

Michele Guinness
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Michele Guinness
Autorin Michele Guinness bezeichnet sich als «Queenager». Dieser neue Begriff bahnt sich gerade den Weg ins Wörterbuch. Mit diesem Wort ermutigt Guinness Christinnen über 50, ihren Wert zu erkennen.
23.9.2023
2 min

«Du weisst, dass du alt bist, wenn du über 50 Jahre alt bist, ein junger Mann aufsteht und dir seinen Platz in der U-Bahn anbietet», bilanziert die britische Autorin Michele Guinness – und sie legt präzisierend eine wenig schmeichelnde Bestandsaufnahme nach: «Leider geschieht dies nicht etwa aus Ritterlichkeit, sondern eher aus dem Gedanken heraus: ‘Dieses faltige Gesicht, diese arme Person … es ist ein Wunder, dass ihre Beine sie überhaupt noch aufrecht tragen können.’ Der junge Mann, der dir Platz macht, denkt wahrscheinlich, dass du gebrechlich, schwach, dümmlich und taub bist.»

Queenager

Aber es gibt ein neues Wort, das sich seinen Weg ins Wörterbuch bahnt: «Queenager». Es umfasst Frauen von der Lebensmitte an aufwärts, für die das Alter nur eine Zahl ist. «Frauen wie Judi Dench, Helen Mirren und Mary Berry sowie eine Reihe weiterer älterer Vorbilder beweisen, dass das Leben nicht mit den Wechseljahren endet.»

Älter sein heisst laut Michele Guinness, Gott zu fragen: «Was kommt als nächstes?» Sie überlege sich, wie sie als Christin altern soll. «Jetzt, im sogenannten Ruhestand, bin ich Vollzeit-Ehefrau, Mutter, Grossmutter, Tochter, Schriftstellerin, Rednerin, Köchin, Gastgeberin, Hausangestellte, Freundin, Zuhörerin und Freiwillige.»

Sie erläutert, dass Frauen in ihrem Alter «Weisheit, Erfahrung, Reife und unsere einzigartige weiblichen Intuition, Sensibilität, Fürsorge und Kommunikationsfähigkeit haben. Wenn wir zulassen, dass wir in der Gesellschaft oder in der Kirche ignoriert oder unsichtbar werden, ist das nicht nur unser, sondern auch deren Verlust.»

Zeit nicht rauben lassen

Michele Guinness lebt heute mit chronischen Schmerzen, «dank mehrerer ‘abtrünnigen’ Bandscheiben, welche die Nervenenden in meinem Nacken zusammendrücken. Ich weiss, was es heisst, sich morgens mit starken Kopfschmerzen aus dem Bett zu schleppen.»

Doch jeder Atemzug «ist ein Geschenk und Gott ist gut. Ich lasse mir die Zeit, die mir noch bleibt, nicht rauben. Es gibt noch so viel mehr zu lernen, zu sagen und zu tun, Wunder zu beobachten, Freunde zu besuchen, Gespräche zu führen, Kleider zu tragen, Menschen zu lieben. Ich bin vielleicht nicht in der Lage, die ganze Welt zu verändern, aber meinen Teil davon zu leisten, ist genug.»

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