Trotz Verfolgung und Verlusten – Ein Imam findet Frieden bei Jesus

Ehemaliger Imam Awel
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Ehemaliger Imam Awel
17.11.2016
4 min

17 Jahre lang ist Awel leitender Imam an der Moschee seines Dorfes. Als er schwer krank wird und keine Behandlungsmethode Erfolg hat, erlaubt er einer Gruppe Christen, für ihn zu beten. Und dieses Gebet verändert alles: Er verliert Familie und Besitz, aber er findet Freude und Frieden.

Awel (Name aus Sicherheitsgründen geändert) ist gross und schlank. Er trägt einen hellen roten Sarong, traditionelle Kleidung seines Heimatlandes am Horn von Afrika. Mit strahlendem Gesicht begrüsst er Gäste mit dem einzigen englischen Wort, das er kennt: «Jesus!»

Eine Krankheit und ihre Folgen

Doch so fröhlich war Awel nicht immer. 17 Jahre lang war der Afrikaner leitender Imam in der Moschee seines Dorfes. Doch mit einem Mal wurde er schwer krank, seine Organe wurden nacheinander angegriffen. Immer wieder ging er ins Krankenhaus – ein Fussmarsch von sieben Stunden. «Ich probierte es im Krankenhaus mit tradioneller Medizin, doch dies war erfolglos. Ich war sicher, dass ich nie geheilt werden würde.»

Ein Gebet und eine Vision

Bei einem Krankenhausbesuch trifft er eine Gruppe von Christen. Sie erzählen ihm von Jesus, der Menschen geheilt hat und fragen Awel, ob sie für ihn beten dürfen. «Sie beteten für meine Heilung und meine Rettung… Und als sie beteten, spürte ich, wie der konstante Schmerz nachliess und ganz weg war. Nach dem Gebet spürte ich etwas in meinem Herzen. In der folgenden Nacht hatte ich dann eine Vision: Ein Mann, so gross wie ein Löwe, aber viel schöner als ein Mensch, kam vom Himmel zu mir und sagte: 'Ich bin Jesus, ich bin Friede!'»

Nach dieser Begegnung will Awel nur noch eines: Mit Jesus leben! Die Christen nehmen ihn zu ihrem Pastor mit, der Awel die Grundlagen des christlichen Glaubens erklärt und ihn fragt: «Was ist mit deiner Familie? Wirst du Christus folgen, auch wenn du dafür verfolgt wirst?»

Von der eigenen Familie verfolgt

Am nächsten Tag geht Awel zurück in sein Dorf und berichtet seiner Familie von Jesus. Gemeinsam mit seiner Frau und den Kindern geht er zurück in die Stadt, um bei dem Pastor einen Jüngerschaftskurs zu belegen. Vier Wochen bleiben sie dort – während seine Brüder im Dorf nichts von ihm wissen und ihn als vermisst melden. Als sie dann erfahren, dass ihr Bruder Christ geworden ist, reisst ihnen der Kragen und sie spüren Awel in der Stadt auf. «Sie legten mir einen 20-Kilo-schweren Sack mit Mais auf den Rücken und zwangen mich zurück nach Hause. Meine Hände waren auf dem Rücken zusammengebunden und sie schlugen mich immer wieder während des siebenstündigen Marsches. Als ich im Dorf ankam, war mein linkes Handgelenk gebrochen.»

Viel verloren, dennoch glücklich

Der Druck und die Verfolgung nehmen zu, Awels Frau wird es zu viel. Sie verlässt ihn und konvertiert mit ihren Kindern zurück zum Islam. Nur eine Tochter bleibt bei Awel. «Für mich ist das ein Wunder», erklärt Awel heute, wenige Monate später. «Ich habe vieles verloren, meine Frau, meine Kinder, meinen Besitz und werde noch heute verfolgt. Aber ich bin glücklich und so froh, weil ich Christus habe. Alles, was ich verloren habe, gehört zu dieser Welt. Aber meine Freude kommt vom Himmel, der ewig ist.»

Ein Lied für jede Lage

Sein Leben ist nicht einfach. Von allen Seiten erlebt er immer wieder Druck und Verfolgung. Doch er hat gelernt, Gott zu vertrauen. «Wenn ich verfolgt werde, denke ich, das kommt von Gott, und wenn Gott eingreift kommt das auch von ihm. Gott ist gut, alle Zeit. Wenn ich verfolgt werde, singe ich. Und wenn Gott eingreift, singe ich auch. Ich habe ein Lied für jede Lage…» Aus diesem Grund hat er immer ein Lächeln auf dem Gesicht.

Unterstützung für ein neues Leben

Und Awel erlebt auch immer wieder die Unterstützung anderer Christen. Kirchgemeinden aus der Umgebung haben für ihn Geld gesammelt, damit er die Krankenhaus-Rechnungen bezahlen kann. Und Missionare von Open Doors haben ihn sowie andere Christen der Region besucht und ihnen Tiere gegeben, damit sie in der Landwirtschaft eine neue Lebensgrundlage finden. Dadurch konnte Awel ein neues Leben beginnen.

Deshalb begrüsst er heute jeden mit dem Wort «Jesus». Und er ist glücklich: «Jesus hat meinen Körper geheilt, aber auch meine Seele. Das Beste ist aber nicht die körperliche Heilung – das Beste ist, dass meine Seele nun gesund ist!»

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