Offen, verletzlich, aufrichtig – «Eine Million Alben? Spielt in zwei Jahren keine Rolle mehr!»

19.6.2016
3 min

Philippa Hanna gehört zu den vielbeschäftigtesten Musikern Britanniens, mit 150 bis 200 Auftritten pro Jahr. Wichtiger aber als Erfolg ist ihr, dass die Menschen berührt werden – und dies geschieht immer wieder, sagt die Frau, die bereits als Vorgruppe von Lionel Ritchie auf der Bühne stand.

Zuletzt war sie mit Leona Lewis unterwegs und in früheren Jahren mit Lionel Ritchie und «Wet Wet Wet». In den letzten Monaten trat Philippa Hanna zudem oft in christlichen Gemeinden und Kirchen auf und publizierte ihr Album «Speed of Light». Sie bewege sich gern auf verschiedenen Bühnen. «Mein Vater war Countrysänger und meine Laufbahn begann im Mainstream. Mittlerweile bin ich bekennende Christin und verbringe viel Zeit in christlichen Lokalen.» Ihr Bruder Stuart Zender spielte früher in der Band von «Jamiroquai».

Philippa stellt fest: «Gewöhnliche Menschen sind deutlich offener, um vom christlichen Glauben und den damit verbundenen Lebenserfahrungen zu hören, als man denkt.» Das breche auch Barrieren. «Ich mag den Gedanken, dass ein Atheist neben einem entschiedenen Christen im gleichen Konzert sitzt. Letztlich sind wir alle einfach Menschen.»

Von der Braut entdeckt

Philippa Hanna versucht, aufrichtige Lyrik mit Folk, Country, Gospel und zeitgenössischer Musik zu mischen. Die Resultate sind an den unterschiedlichsten Orten zu hören, von BBCs «Song of Praise» bis zum persönlichen Auftritt bei einer Hochzeitsfeier. «Im Januar trat ich bei einem Fest auf. Die Braut berichtete, dass sie mich auf der 'Britain’s got talent'-Tour im letzten Jahr gesehen hat – sie habe die Musik sofort geliebt.»

Damit war die Geschichte aber noch nicht zu Ende: «Sie verwendete meinen Song 'Lighthouse', um mit ihren Schülern einen Tanz einzuüben. Mit der Zeit entdeckte sie, was hinter meinen Songs steckt und fand zum christlichen Glauben. Immer wieder höre ich von solchen Erlebnissen.»

Drei Jahre investiert

Bereits ihre ersten beiden Alben drehen sich um Themen wie Identität und Selbstannahme. Sie arbeite hart daran, authentische Lieder zu produzieren. «Deshalb dauerte es drei Jahre, bis mein jüngstes Album fertig war.» Zunächst habe sie an ein Werk im Country-Stil gedacht, doch Gott habe sie dazu geführt, dass ein dynamisches Pop-Album daraus geworden sei. «Manche Stücke habe ich umgeschrieben, andere habe ich gehen lassen müssen.»

Insgesamt scheine der christliche Glauben im neuen Album noch klarer durch. Die ersten Reaktionen sind sowohl von christlicher wie säkularer Seite gut, «die Menschen sind offen dafür.» Dennoch gelte, dass es wichtiger sei, das zu tun, wofür man berufen ist, als nach irdischen Massstäben erfolgreich zu sein. «Du kannst eine Million Alben verkaufen, doch spielt das in zwei Jahren noch eine Rolle? Ich höre kraftvolle Lebensberichte von Leuten und ich denke, das geschieht nur, weil ich offen, verletzlich und aufrichtig bin.»

Nicht immer lief in ihrem Leben alles rund, einst plagten sie heftigste Angstzustände, wegen denen sie teilweise das Haus nicht mehr verlassen konnte. Durch den christlichen Glauben fand sie aus dieser schwierigen Lage heraus.

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