Miss Georgia am Boden – Einsam und gebrochen im Olympia-Trubel

Kim Gravel
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Kim Gravel
Gerade noch träumte sie vom Abheben. Doch dann fand sich Kim Gravel einsam, geschieden und gebrochen in einer kleinen alten Wohnung, während die Musik der pulsierenden, olympischen Spiele in Atlanta draussen gut zu vernehmen waren…
8.6.2023
3 min

Mit 19 Jahren trat Kim Gravel zur Miss Georgia-Wahl an, zusammen mit 70 anderen jungen Frauen. «Ich war ein junges Mädchen, naiv und mit dem grossen Traum, aufzutreten und zu singen.»

Es sei auch ein wenig beängstigend gewesen: «Ich war 19 Jahre alt und konkurrierte mich mit 27-Jährigen, die eine Kinderarztpraxis führten, die Ärztinnen waren, Anwältinnen waren. Der Druck war gross.»

Druck und Stress führten aber auch zum Wachsen und Lernen. «Wir alle haben solche Momente, aber es sind diese Zeiten des Wachstums, in die Gott uns versetzt, damit wir neue Ebenen erreichen.»

Scheidung mit 23

Der erste wirklich einschneidende Moment in ihrem Leben war die Scheidung im Alter von 23 Jahren. «Ich hatte die wahrscheinlich schlimmste Entscheidung gegen den Willen meiner Mutter und meines Vaters getroffen, nämlich einen Mann zu heiraten, der – das kann ich ihm heute nicht einmal vorwerfen – völlig authentisch und echt war. Ich wusste, wer er war, als ich ihn kennenlernte. Doch er wusste nicht, wer ich war. Ich war diejenige, die vortäuschte, wer ich war, wofür ich stand und was ich in einer Ehe tolerieren würde.»

Nach der Scheidung fand sie sich in einsam und pleite in einer wenig begehrten Gegend wieder. Doch nun wurde ihr Glaube zu einer tief verwurzelten Beziehung zu Jesus.

Allein, mitten in Olympia-Aufregung

An einem Abend während der Olympischen Spiele in Atlanta befand sie sich in unmittelbarer Nähe zu einigen der Veranstaltungen, die dort stattfanden. «Man konnte die Musik hören und die Stadt war in Aufregung. Ich sass ganz allein in dieser alten Wohnung auf einem schmuddeligen, weissen Sofa und fühlte mich völlig alleine.»

Kim Gravel war in einer christlichen Gemeinde aufgewachsen. «Ich hatte mein ganzes Leben lang der Bibel geglaubt. Aber noch nie war das Wort Gottes für mich so lebendig geworden wie in dieser Zeit in dieser Wohnung.»

Deshalb ermutigt sie: «Wenn Sie sich gerade hoffnungslos, zerbrochen und allein fühlen, dann werden Sie still, denn Gott umwirbt uns, er spricht ständig und leitet und führt uns. Wir sind nur zu beschäftigt oder zu kaputt, um es zu hören, zu sehen oder zu fühlen.»

Berufung wartete zwei Strassen weiter

Zwei Strassen weiter befand sich der christliche Sender «WATC TV57». «Gott hatte das ultimative GPS, denn dort begann meine Berufung und das Abenteuer meines Lebens mit diesem Fernsehsender. Wäre ich nicht in gebrochen, geschieden, verwirrt und einsam in dieser Strasse gestrandet, hätte es sich wohl nicht so ergeben.»

Unter anderem entwickelte sie die Sendung «Kim of Queens». Kim Gravel rappelte sich wieder auf und wurde zur Ermutigung für viele; unter anderem auch durch ihre mehr als zwanzig Jahre in der Gemeindearbeit.

Alle können sich verändern

«Meine Philosophie des Selbstbewusstseins unterscheidet sich wahrscheinlich ein wenig von dem, was die Welt von mir erwartet. Es ist ein christuszentriertes Vertrauen, ein Vertrauen, durch das ich weiss, wer ich bin und warum ich hier bin», erklärt Kim Gravel.

«Ich denke, das sind die beiden grossen Themen, die bei uns allen aufkommen. Wenn du bei diesen Fragen zuversichtlich sind, dann verändert sich dein Leben wirklich.»

Weiter hält Kim Gravel fest: «Ich bin nur ein normales altes Mädchen, das versucht, das zu tun, was Gott von ihr verlangt. Wenn Gott dich beruft, etwas zu tun, kann es nichts aufhalten, beschädigen, verändern oder verhindern, ausser du selbst. Und das ist der Grund, warum ich diese Botschaft weitergeben möchte, denn ich weiss zweifellos, dass wahre Zuversicht durch eine Beziehung zu Jesus entsteht. Wahre Berufung kommt von ihm.»

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