Kriens-Keeper Osigwe – Er betet vor jedem Spiel – auch für den Gegner

14.5.2019
3 min

Mit dem SC Kriens feierte Sebastian Osigwe (25) den Aufstieg in die Challenge League. Gut möglich, dass der Innerschweizer Torhüter früher oder später das Tor von Nigeria hütet. Gleich ob im Club oder dem Nationalteam: Der gläubige Christ betet vor jedem Spiel mit dem Team.«Ich erinnere mich nicht, dass ich einmal nach Hause gekommen und da nicht Gospel-Musik gelaufen wäre», lacht Sebastian Osigwe, Torhüter des SC Kriens. Mit den Innerschweizern gelang dem jungen Goalie in der vergangenen Saison der Aufstieg in die Challenge League des Schweizer Fussballs und nun steht seine Mannschaft vor dem Liga-Erhalt – was kein Ding der Selbstverständlichkeit ist.

Das Unternehmen ging nach dem Sprung nach oben keine wirtschaftlichen Abenteuer ein, sondern arbeitete überlegt und kontinuierlich weiter. Wenige Spieltage vor Saisonende liegt das Team auf einem Rang, der den Verblieb in der Liga sichern würde.

Beten wurde im Nationalteam wichtiger

Zu den Leistungsträgern der Mannschaft zählt der Nigeria-Schweizer Sebastian Osigwe, der auf einen soliden Wert zählt: «Ich habe schon immer vor dem Spiel gebetet. Und als ich mit der U20-Nationalmannschaft Nigerias unterwegs war, wurde dies noch wichtiger», erinnert sich der SCK-Goalie.

2013 war er mit Nigeria beim U20-Afrika-Cup in Algerien dabei, seine Equipe erreichte den dritten Rang hinter Ägypten und Ghana. «Wir als Team beteten vor jedem Essen, vor jedem Training und vor jedem Spiel. Als ich dann zum SC Kriens kam, sagte ich dies dem Captain und wir führten dies hier ebenfalls ein.»

Auch für Gegner beten

Seither bilden die Spieler des SC Kriens immer kurz vor dem Spiel einen Kreis und Sebastian betet. Wenn er nicht dabei ist, hat diese Aufgabe auch schon ein brasilianischer Spieler übernommen.

«Ich bete jeweils für uns und auch für den Gegner, dass sich zum Beispiel niemand verletzt. Ebenfalls dazu gehört das Beten von Psalm 23.» Manchmal höre er, wie andere Spieler in ihrer Sprache mitbeten.

Der Glaube gebe ihm Vertrauen und Kraft, «ich würde nie auf den Platz gehen, ohne vorher zu beten. Gott schützt mich auf dem Platz, daran glaube ich von Herzen, ich gehe neben dem Platz auch in die Kirche. Durch die Nationalmannschaft ist es noch intensiver geworden.» Er besucht die katholische Kirche in Emmenbrücke.

Lebendige Gottesdienste

Der Unterschied der Gottesdienste sei gross, in Nigeria dauern sie länger, es wird mehr gesungen und getanzt. «Ich merkte, dass die Leute, die wenig haben, dem Glauben näher sind, als jene, die viel haben. Viele kamen aus solchen Verhältnisse und sie danken Gott. In der Schweiz ist das etwas vergessen gegangen.» Sein Vater wuchs in Nigeria auf und er geht auch hier in die Kirche, ebenso seine kamerunische Stiefmutter.

Auf dem Platz habe er immer das Gefühl, «dass Gott hinter mir steht. Ich gehe nicht mit Angst auf den Platz, sondern weiss, dass alles, was geschieht, nach seinem Plan ist.» Auch als vor zwei Jahren der Aufstieg noch verpasst wurde – gelungen ist er nun im vergangenen Jahr.

Manchmal gebe es Momente, in denen er denke, dass genau diese Szene von Gott war, «zum Beispiel wenn ich einen Ball glücklich halten konnte oder er an den Pfosten prallte». Oder natürlich beim Aufstieg in der vergangenen Saison.

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