Original-Pferdeflüsterer – Er erlebte, was Vergebung bedeutet

15.7.2018
3 min

Er gilt als Inspiration zum Film «Der Pferdeflüsterer»: Buck Brannaman ist einer der führenden Pferdeflüsterer und schult Reiter auf der ganzen Welt. Nach einer von Missbrauch geprägten Kindheit lernte er durch seine gläubige Pflegemutter, was Vergebung bedeutet.«Machte Gott den Menschen für das Pferd oder das Pferd für den Menschen?», wurde Buck Brannaman einst gefragt. «Ich denke beides, er machte sie füreinander», antwortete er. Das Pferd sei da, um dem Menschen zu dienen und als sein Partner. «Das Pferd soll als ein Geschenk von Gott behandelt werden», so Brannaman weiter.

Er wirkte prägend für den Film «Der Pferdeflüsterer» mit Robert Redford. Bereits der Charakter Tom Booker aus dem Roman «Der Pferdeflüsterer», welcher die Filmvorlage war, wurde rund um Buck Brannaman gestaltet. Im 1998 erschienen Film doubelte er ab und an Robert Redford und bei den Aufnahmen mit Pferden amtete er als Chefberater.

2011 wurde ein Dokumentarstreifen über Brannaman gedreht unter dem Titel «Buck: Der wahre Pferdeflüsterer».

Als Kind missbraucht

Buck Brannaman wuchs aber nicht in einem Pferdeidyll auf. Er durchlebte eine Kindheit, die vom Missbrauch geprägt war: Bei einer falschen Bewegung schlug der oft alkoholisierte Vater gnadenlos zu.

Doch Buck war entschlossen, dass die Gewalt sich nicht negativ auf ihn auswirken dürfe. Schon sein Vater hatte in dessen eigener Kindheit gelitten. Buck war entschlossen, die Vergangenheit nicht zu wiederholen.

«Jahrelang denkt man, dass man keine grosse Zukunft hat, wenn man aus einer so dunklen Vergangenheit kommt. Aber das stimmt einfach nicht. Ich bin nicht die einzige Person, die über diese Art von Umständen hinweggekommen ist.»

Durchbruch ist möglich

«Mir wurde meine Kindheit genommen. Und wenn einem das einmal genommen wurde, kann man sie nie wieder zurückerhalten, sie ist für immer weg.» Doch egal, was passiert: «Was sie dir nicht nehmen können, ist dein freier Wille.»

Erlebt habe er Folgendes: «Es gibt einen Punkt in jedermanns Leben, an dem man nicht mehr jemand anderem die Schuld geben kann, nicht mehr seiner Mutter oder seinem Vater oder wer auch immer einen aufgezogen hat. Es gibt einen Punkt, an dem man die Entscheidung treffen muss: 'In welche Richtung werde ich gehen?'»

Pflegemutter und Pferde

Letztlich wurden Buck Brannaman und sein Bruder bei Pflegeeltern platziert. Er erinnert sich, wie seine Pflegemutter und die Pferde der Schlüssel zu seinem Glauben wurden. «Zuerst waren es die Pferde, weil sie meine Zuflucht wurden. Dort ging ich hin, um mich zu verstecken, und sie schienen für eine gewisse Zeit die einzigen Freunde zu sein, die ich auf der ganzen Welt hatte.»

«Und dann, als ich meinen Pflegeeltern langsam näher kam, hatte meine Pflegemutter Betsy einen grossen Einfluss auf mich und sie hatte ganz offensichtlich eine starke geistliche Verbindung.»

Er spricht von einer Hotline zu Gott. Diese beeinflusste ihn stark, gerade auch im Umgang mit der schwierigen Vergangenheit: «Das hatte auf mich einen grossen Einfluss beim Lernprozess, wie man vergeben kann. Ich denke, all diese Dinge kamen zur richtigen Zeit zusammen und sie halfen mir, die richtigen Entscheidungen zu treffen.» In seiner Teenager-Zeit schrieb Buck seinem Vater einen Brief, in welchem er ihm Vergebung zusprach. Später trafen die beiden sich mehrfach, ehe sein Vater starb.

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