Shahid aus Libyen – Er tauft dort, wo der IS 21 Kopten tötete

31.1.2016
3 min

14 Jahre verbrachte Shahid in seiner Heimat Libyen auf der Koranschule. Als er danach die Scharia studierte, tauchten Fragen auf. Nach einiger Zeit als Atheist fand er im Christentum eine neue Heimat, die er nun seinen Mitmenschen weitergibt.

«Als ich ein kleiner Junge war, ging ich wie alle Libyer in die Koranschule», erinnert sich Shahid. «Ab dem Alter von fünf Jahren bis ich 20-jährig war – also insgesamt 14 Jahre.» Nach dieser Zeit sei er zum Test zugelassen worden. «Bei diesem wird geprüft, ob man den gesamten Koran auswendig kennt.»

«Doch nicht nach dem Studium des Korans, sondern nach dem Studium der Sharia erkannte ich die versteckte Realität des Islams.» Drei Jahre habe diese Ausbildung gedauert, blickt Shahid zurück. «Mehr und mehr bekam ich tiefe Zweifel über den Islam. Ich diskutierte diese Frage mit Freunden, ohne dass ich Antworten erhalten hätte, die mich überzeugten. Und sie wurden mir gegenüber feindselig...»

Der innere Kampf

Ihm sei gesagt worden, dass es einen Vers im Koran gibt, «der von Muslimen fordert, bei manchen Dingen nicht nach Antworten zu suchen, da diese schmerzhaft sein könnten.» Während rund vier Jahren führte er einen inneren Kampf. «Ich kam an einen Punkt, an dem der Islam in meinem Leben keine Rolle mehr spielte. Religion hörte für mich auf zu existieren. Mohammed bedeutete mir nichts mehr.»

So sei er Atheist geworden. Zufällig zappte er sich durch die Fernsehkanäle, auf der Suche nach Unterhaltung. Bis er auf einen christlichen Kanal stiess. Bei diesem wurde gerade ein Lied gesungen. «Ich hörte dabei Worte, welche im Islam nie gebraucht werden.»

Der Wandel

Shahid rief beim Sender an, der im Libanon stationiert ist. «Ich sprach mit einem Mann namens Kamal.» Zwei Jahre lang rief Shahid immer wieder dort an. «Er stellte mir Christus mehr und mehr vor, und ich lernte, wer Jesus ist und wie man Christ werden kann.» Dann wurde er einem anderen Christen vorgestellt. «Und als ich einmal in Jordanien war, traf ich Kamal, der einen Freund mitgebracht hatte.»

Mit diesem Freund studierte er drei Monate lang die Bibel. «Wir betrachteten viele Themen.» Zum Beispiel, wie man mit Christus lebt und Teil der Gemeinde wird. Shahid entschied sich für ein Leben mit Jesus und er liess sich taufen.

Zurück in Libyen

Dann ging Shahid zurück nach Libyen, um den Menschen in seiner Heimat zu dienen. «Die Menschen in Libyen brauchen Jesus. Es gibt viel zu tun.» Doch zunächst verriet ihn sein eigener Vater bei den Behörden – er war wütend, weil sein Sohn seinen Glauben geändert hatte. Shahid wurde an der Grenze abgefangen und in ein Flüchtlingslager gesteckt, wo ihn zwei Muslime zu töten versuchten. Doch beide Male wurde er gerettet.

«Ich konnte meinen Glauben nicht verbergen, ich wollte den anderen von Jesus erzählen.» Durch das Eingreifen der Organisation «Leading the way» gelangte Shahid wieder in Freiheit.

Elf Gemeinden gegründet

Seither hat Shahid viele Mitmenschen zu Christus geführt, viele von ihnen getauft und er steht unterdrückten Christen bei. Bislang hat er elf Gemeinden in Nordafrika und Europa gegründet. Erst vor kurzem taufte er ehemalige Muslime an dem Strand, an dem der Islamische Staat 21 Kopten ermordet hatte.

Das Leben von Shahid ist durch Christus völlig verändert worden. Durch sein Leben geht die Apostelgeschichte weiter – selbst in Gegenden in dieser Welt, die sehr dunkel erscheinen.

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