Ein Dschihadist aus Mali – Er war ausgezogen, um seinen christlichen Freund zu töten

2.12.2018
3 min

Moussa Diabate wuchs mit seiner Familie in Mali in der Sahara-Region auf. In seiner Tuareg-Gemeinschaft herrschte ein strenger, sunnitischer Islam. Der Teenager näherte sich dem Dschihad an. Als ein enger Freund Christ wurde, war für Moussa klar, dass er ihn töten musste. Mit diesem Vorhaben zog er los…Moussa wurde in Mali als einer von mehreren Brüdern geboren. Zu dieser Zeit trug er noch einen anderen Namen. Er wuchs in einer hochrangigen Tuareg-Familie in der Sahara auf. Wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenlebens in seiner Tuareg-Gemeinschaft war ein radikaler, sunnitischer Islam.

Als Teenager leitete Moussa Gebete in der Moschee und er begann, den Dschihad zu fördern. Er studierte in Malis Hauptstadt Bamako. Einer seiner Freunde litt an Tuberkulose und wurde von katholischen Nonnen behandelt.

Zum Verfolger geworden

Moussas Freund war überrascht, dass christliche Frauen ihn kostenlos behandelten und er beschloss, ihrem Gott nachzufolgen. Angesichts dieses Entscheids reagierte Moussa kompromisslos: «Weil er sich bekehrt hatte, musste ich ihn töten, um seine Seele zu retten und damit auch meine; sogar seine Familie wollte ihn wegen seiner Bekehrung töten.»

Also ging Moussa ins Krankenhaus, wo sein Freund behandelt wurde. Als er ankam, sagte sein Freund gefasst: «Ich weiss, warum du kommst, aber lass mich dir zuerst etwas sagen: 'Jesus liebt dich.'»

Plötzlich selbst verfolgt

«Jesus liebt dich!» Diese Worte berührten ihn so sehr, dass er den Freund nicht mehr umbringen konnte. Zuletzt nahm er selbst den christlichen Glauben an.

Er beschloss, mit seinem Onkel über den Vorfall zu sprechen. Dieser riet ihm, zurück zu seiner Familienkarawane zu gehen. Was Moussa nicht wusste: Nach dem Gespräch schickte sein Onkel einen Eilboten, der seine Familie vorinformierte.

Als er ankam, wusste die Familie bereits von seinem Sinneswandel. Kaum Christ geworden, wurde er von den Menschen, die er am meisten liebte, angegriffen. Als er seinen neuen Glauben an Jesus bekräftigte, nahm ihn seine Familie gefangen, zog ihn aus, peitschte ihn aus, schleppte ihn ins Dorf und band ihn an einen Baumstamm. Er hat drei Tage Zeit, seinen Glauben zu verleugnen und zum Islam zurückzukehren, sonst würde er getötet. Aber er blieb Jesus treu. In der dritten Nacht kam ein Mitglied seiner Familie, um ihn heimlich loszubinden.

Verstossen

Er floh zu seiner Schule, wo er auf einer Bank schlief. Wenige Tage später wurde er in die Schweizer Botschaft gerufen. «Dein Onkel will dich umbringen, du brauchst religiöses Asyl», wurde ihm gesagt.

Er erhielt einen neuen Namen, «Moussa», und ein neues Geburtsdatum. «Moussa» bedeutet «Bote des Friedens». Er studierte in der Schweiz, erwarb ein Diplom in Pädagogik und wurde getauft. Moussa kehrte dann nach Mali zurück, um zu unterrichten. Wie es die malische Tradition verlangt, schickt er sein erstes Gehalt an seine Mutter, als Zeichen der Dankbarkeit für ihre Ausbildung. Aber letztere gab ihm das Geld zurück und sagte, dass sie ihn lieber tot als christlich sehen würde.

Heute hilft er anderen

Von diesem Tag an beschloss Moussa, sich für benachteiligte Kinder einzusetzen. Dies tat er zunächst in Mali und Senegal, ehe er nach Brasilien zog. Er promovierte in Rechtswissenschaften und wurde in den Stadtrat von Sao Paulo gewählt.

Er ist zudem freiwilliger Mitarbeiter bei der Caritas und gründete eine Organisation namens «Bon Samaritain Tidardif», welche Flüchtlingen mit Übersetzungen, Bildung, Training, Essen und weiterem beisteht. «Wir müssen Flüchtlinge ausbilden, damit sie, wenn es Frieden in ihrem Land gibt, dorthin zurückkehren können. Wenn sie ausgebildet sind, können sie ihr Leben wieder aufzubauen.»

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