Bei Vergewaltigung erzeugt – Erika ist heute Mutter, Tochter, Freundin, Schwester

Erika Kapustinski
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Erika Kapustinski
17.6.2020
4 min

Erika Kapustinski wusste früh, dass sie adoptiert worden war. Als Teenagerin wollte sie mehr über ihre Mutter erfahren. Sie erfuhr, dass sie bei einer Vergewaltigung gezeugt worden war, als ihre Mutter selbst noch in den Teenie-Jahren war…Erika Kapustinski machte sich Gedanken über ihren Vater, den ihre leibliche Mutter nie erwähnt hatte. Sie beschloss, sie anzurufen, in der Hoffnung, mehr über ihn zu erfahren. «Meine Mutter war erst 14 Jahre alt, als sie mich zur Welt brachte. Und 13, als sie schwanger war.»

Und als Erika später am Telefon nach ihrem Vater fragte, erfuhr sie, dass sie bei einer Vergewaltigung gezeugt worden war. «Ich hörte, wie Mutter am anderen Ende des Telefons weinte. Sie spürte eine Trauer und ein Zittern in ihrer Stimme, als sie sagte: 'Ich weiss nicht, wer er ist. Ich kann nur sagen, wie er damals aussah. Jemand anders rief seinen Namen, aber ich kann mich kaum daran erinnern. Das habe ich noch nie jemandem erzählt.'»

«Ich liebe dich»

Erika hörte zu und tröstete ihre Mutter. «Ich bin dir einfach so dankbar, dass du dich stark genug gefühlt hast, es mir zu sagen. Danke, dass du mich genug liebst und mich zur Adoption freigegeben hast. Ich liebe dich.»

Die Erkenntnis, dass sie so gezeugt wurde, habe sie erst Jahre später voll getroffen. Als Christin aufgewachsen, war sie immer gegen Abtreibung gewesen. Aber während einer schwierigen Zeit in ihrem Leben, als Mutter von bereits vier Kindern, sah sie im Jahr 2015 selber die Abtreibung zweimal als einzigen Ausweg. Später holte sie in der Klink die einzigen Bilder, die sie von diesen beiden Kindern hat: Ihre Ultraschallbilder. Später kam ein fünftes Kind dazu.

«An Lügen und Schande gekettet»

«Ich fühlte mich damals als Mutter für meine Kinder nicht wertvoll. Ich fühlte mich nie gut genug. Meine Entscheidung, zwei Abtreibungen vornehmen zu lassen, veränderte mein Selbstbild, und ich fühlte mich dadurch fast vier weitere Jahre an Lügen und Schande gekettet.»

Nachdem sie durch einen Heilungskurs Frieden gefunden hatte, begann Kapustinski sich der Tatsache zu stellen, dass sie bei einer Vergewaltigung gezeugt worden war.

«Ich kam immer wieder auf die Realität zurück, dass ich ein Produkt einer Vergewaltigung war. Und da war ich nun. Mutter von fünf Kindern hier auf der Erde (und zwei bei Gott) und ich bin Frau, Tochter, Freundin, Schwester. Ich wäre nichts davon gewesen, wenn meine leibliche Mutter nicht das Leben für mich gewählt hätte. Aber sie hat es getan. Sie entschied sich dafür, mich trotz ihrer Situation zu behalten.»

Hart getroffen

Kapustinski sagt, diese Realität habe sie besonders hart getroffen, weil sie das Leben für ihre eigenen zwei Babys nicht gewählt hatte, als die Umstände schwierig waren. Sie sei zu diesem Zeitpunkt nicht stark genug gewesen, um sich für das Leben entscheiden zu können.

Jetzt möchte sie anderen Frauen helfen, zu erkennen, dass sie angesichts einer ungeplanten Schwangerschaft andere Möglichkeiten als die Abtreibung haben. Sie möchte, dass sie verstehen, dass sie Optionen und Unterstützung haben.

«Es kann jemand wie ich sein»

«Das Leben, das in dieser Frau wächst, kann eines Tages jemand wie ich sein. Eine Frau, Mutter, Schwester, Tochter, Freundin.» Erika sagt, sie bete darum, dass Gott ihren Lebensbericht als einen Weg nutzen möge, um die Herzen der Menschen zu heilen, zu verändern und zu verwandeln, «und dass andere die gleiche Freiheit und Heilung erfahren, wie ich sie habe.»

Viele Menschen glauben, dass Abtreibung für Frauen, die durch Vergewaltigung schwanger werden, notwendig ist. Erika: «Aber Frauen, die nach einer Vergewaltigung abtreiben lassen, leiden oft immens unter dieser Entscheidung, während Frauen, die sich für das Leben entscheiden, für ihre Kinder dankbar sind. Abtreibung ist ein zweiter Gewaltakt für ein Vergewaltigungsopfer, und diese Frauen und ihre Kinder verdienen Hoffnung und Heilung, die nicht durch Abtreibung erreicht werden kann.»

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