Nairobis «King of Skate» – Erstes Board aus Stuhllehne und Kofferrädern zusammengeschraubt

22.8.2019
3 min

In Nairobi (Kenia) wird Kelvin Murage «König des Skateboards» genannt. Sein erstes Brett schraubte sich der einst schüchterne Junge selbst zusammen. Heute erreicht er als Boarder junge Einheimische für den christlichen Glauben.Die Freude seiner Mutter hielt sich in gut übersichtlichen Grenzen, als Kelvin Murage (damals 12) die Räder eines Koffers abschraubte, sowie die Rückenlehne eines Stuhls, um daraus ein Skateboard zu bauen.

Aufgewachsen war Kelvin in der kleinen Bauerngemeinde Nyeri in Zentralkenia. Das Leben war schwierig, er hatte einen älteren Halbbruder, seine Mutter war gläubig, doch sein Vater war Alkoholiker.

Die Entfernung zwischen den Häusern in Nyeri war gross und in der Schule war er – weil er schüchtern und oft ruhig war – ein «leichtes Opfer». Dann also zimmerte er sich das erwähnte Skateboard zusammen.

Durch TV-Sendung begeistert

Als Kelvin zwölf Jahre alt war, kaufte seine Familie einen Fernseher mit drei Kanälen: einen für Filme, einen für Nachrichten und einen für Cartoons. Er verbrachte seinen Sommer damit, Cartoons und einen gelegentlichen Film zu sehen. Eines Tages flog ein Skateboarder während eines Films über die Leinwand. Da er noch nie einen gesehen hatte, war er sofort begeistert.

Bald also erfolgte die erste Fahrt mit seinem neuen Brett. Obwohl das ländliche Kenia mit seinen Felsen und dem Gras nicht gerade optimale Möglichkeiten bot, war ihm umgehend klar, dass dies der Beginn einer Reise war.

«Liebe auf den ersten Blick»

Im letzten Schuljahr hatte er in der Schule Zugang zu einem Computer und Internet. Er entdeckte YouTube und erfuhr von einem Skateboard-Wettbewerb in Nairobi. In einem Video sah er, dass jemand, den er von der Schule kannte, dort den zweiten Rang belegte. Ihn löcherte er nun mit Fragen. Dann sparte er mehrere Monate für sein erstes richtiges Skateboard. «Als ich das erste Mal darauf stand, war es Liebe auf den ersten Blick.»

Auf der Universität Nairobi fand er schnell eine Gemeinschaft: Skateboarder. Viele aus dieser Szene kämpften mit Alkohol- und Drogenmissbrauch – ein Kampf, den Kelvin aus den Erfahrungen mit seinem Vater bestens kannte. Entschieden, diesen Teil ihres Lebensstils nicht zu übernehmen, schloss er sich ihnen an.

Im Laufe der Zeit wurde er zu einem der Gesichter der kenianischen Skateboard-Kultur, einer seiner Spitznamen war «King of Skate».

180-Grad-Wende

Eines Tages kam ein Missionar auf die Gruppe zu, weil er sich auch für Skateboards interessierte. Im Laufe des Gesprächs hörte Kelvin das Evangelium und wurde zu einem Bibelstudium eingeladen – er ging hin.

Inmitten von Menschen mit offenen Bibeln verstand er schliesslich den Unterschied zwischen Christus als seinen Retter und «Christ sein» als «Kulturlabel». Er nahm noch an diesem Tag Jesus in sein Leben auf.

Er fragte sich, wie viele junge Kenianer mit den gleichen Problemen konfrontiert waren, mit denen er aufwuchs. Kelvin wuchs im Glauben und sein Wunsch war, dass auch seine Skateboard-Freunde vom christlichen Glauben erfuhren.

«Die Menschen brauchen Jesus»

Mit einem Mal hatte er eine früher unerwartete Plattform, um das Evangelium weiterzugeben, unter seinen Freunden in Kenia sowie bei internationalen Diensten wie «Skaters for Christ».

Er erzählt, wie er eine Kindheit voller Ablehnung erlebte – für viele eine nur allzu bekannte Geschichte – und wie er Annahme bei Gott durch Jesus Christus erfuhr. Seine Begabung nutzt er heute zur Ehre Gottes. «Die Menschen brauchen Jesus.»

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