Yvonne Orji – «Gott hat in mir mehr gesehen als ich selbst»

Yvonne Orji hatte grosse Angst, zu versagen.
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Yvonne Orji hatte grosse Angst, zu versagen.
Die gebürtige Nigerianerin Yvonne Orji hatte Angst zu versagen. Ein Schlüsselerlebnis war, als ihre Agentin ihr einen Auftritt als Comedy-Headlinerin vermittelte. Ihre Erfahrung zeigt, dass Gott manchmal mehr in uns sieht als wir selbst.
4.6.2024
3 min

Die nigerianische Kultur ist stark männlich geprägt, wie viele andere Kulturen auch, beobachtet Yvonne Orji: «Frauen sollen traditionell zurückhaltend, unterwürfig und gute Köchinnen sein – Rollen, die ich nie akzeptiert habe.»

Als ihre Mutter ihr das Kochen beibringen wollte, fragte sie, warum die Jungen nicht helfen müssten und stattdessen draussen spielten. «Ich habe diese Geschlechterrollen immer in Frage gestellt und wollte nicht nur gesehen, aber nicht gehört werden.»

Yvonnes Vater verbrachte viel Zeit mit seinen Freunden im Poloclub. «Ich wollte dabei sein, auch wenn Frauen nicht eingeladen waren. Ich wollte im Mittelpunkt stehen, aber das war nur für Männer.»

Wenn die Leute sie als Pionierin oder Wegbereiterin bezeichnen, «verstehen sie nicht, wie einsam und isolierend dieser Weg oft ist».

Unerwarteter Weg zum Comedy-Erfolg

Nachdem sie nicht zum Medizinstudium an der «George Washington University» zugelassen worden war, nahm sie an der Wahl zur «Miss Nigerian American» teil. Zwei Wochen vorher fragten sie die Organisatoren: «Was ist dein Talent?» Sie antwortete, sie habe keins. Die Organisatoren stellten klar: «Jeder, der an einem Wettbewerb teilnimmt, muss ein Talent zeigen.» Da betete sie: «Ich brauche ein Wunder, denn ich habe nichts – und ich habe nur zwei Wochen Vorbereitungszeit.» Da spürte oder besser «hörte» sie, dass sie Comedy machen sollte...

«Gott sieht etwas in mir»

Sie begann nachzudenken: «Könnte es sein, dass Gott etwas in mir sieht, was ich selbst nicht sehe?» Sie suchte nach Inspiration und fand sie in der Dualität, Nigerianerin und Amerikanerin zu sein. «Zu meiner Überraschung hatte ich genug Material für ein fünfminütiges Set. Ich spielte es, die Leute fanden es lustig und ich war überrascht.»

Einige Monate später meldete sie sich bei einem Studentenwettbewerb an. «Ich habe die gleichen Inhalte verwendet.» Sie gewann – und der erste Preis war ein weiterer Auftritt. «Am Ende der Show kamen ein Inder und ein Asiate auf mich zu. Sie sagten: ‘Du bist so lustig. Du erinnerst uns an unsere Mütter, nur mit einem anderen Akzent.' Das war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, dass meine Besonderheit tatsächlich eine universelle Anziehungskraft hat.»

«Reingetrickst»

Gott habe sie in das Leben ihrer Träume «reingetrickst». «Meine Agentin Heidi wollte mich zu etwas bewegen, obwohl ich mich noch nicht bereit fühlte.» Die Möglichkeit des Scheiterns habe bestanden, «daran war ich noch nicht gewöhnt». Eigentlich hatte sie nur um einen kurzen Auftritt gebeten, ihre Karriere war noch jung. «Aber Heidi hatte mir einen Auftritt als Headlinerin besorgt.» Das machte Yvonne Orji Angst.

Sie hatte Angst, auf Ablehnung zu stossen. «Gott hat mich direkt ins Nadelöhr gestellt, um mich auf der anderen Seite zu empfangen. Das hat mir Angst gemacht.» Doch die Karten waren nach wenigen Tagen ausverkauft.

Ihre Karriere nahm Fahrt auf. Heute kennt man Yvonne Orji vor allem durch ihre Rolle als Molly Carter in der TV-Serie «Insecure». Immer wieder spricht sie auch öffentlich über ihren christlichen Glauben.

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