Angst und Magersucht – Heather war ein hoffnungsloser Fall – elf Freunde starben

Heather
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5.5.2020
4 min

Über «MySpace» fand Heather (damals 12) den mitfühlenden älteren Freund, dem sie ihre Sorgen anvertrauen konnte. Dann sah sie in den Abendnachrichten, dass er verhaftet wurde. Angstzustände, Magersucht und Selbstverletzungen suchten sie nun heim …Eines Tages tauchte der Mann jedoch in den Abendnachrichten auf. Es wurde bekannt, dass er versuchte, Minderjährige in die Prostitution zu bringen. Auch das «MySpace»-Profil von Heather (Name geändert) war auf dem Account auszumachen. Sie fiel aus allen Wolken: «Die Gespräche mit ihm waren wie ein Rausch gewesen. Ich habe die roten Flaggen bei mehreren Gelegenheiten ignoriert, weil ich es einfach nicht glauben wollte.»

Sie konnte mit ihm über die Schule und über die Familie reden. «Er war jemand, dem ich mich anvertrauen konnte. Ich habe es genossen, mich mit ihm zu unterhalten.»

Angst vergewaltigt zu werden

Als sie nun erfuhr, dass der Typ verhaftet wurde, fürchtete Heather, dass er sie vergewaltigen würde. Denn sie wusste nicht, ob er im Gefängnis bleiben würde oder ob man ihn bald wieder freilassen wird. Alles, was sie wusste, war, dass er in der gleichen Stadt lebte.

Die Ängste nagten an ihr. Als Teenagerin litt sie unter Magersucht. Das gab ihr das Gefühl von Kontrolle. «Ich hatte so viel Angst, dass ich keinen Hunger hatte.» Die Sucht war für sie eine Ablenkung. Ebenso das Ritzen. Dies habe Spannungen gelöst.

Junge Menschen wurden weggerissen

Während ihrem zweiten Jahr auf der High School starben innerhalb von acht Monaten elf Menschen, die sie liebte. «Ich fühlte mich unkontrollierbarer, wenn Freunde weggerissen wurden, die zu jung starben. Ich fing an, öfter und tiefer zu schneiden.»

Vergeblich wurde professionelle Beratung herbeigerufen. «Ich bestrafte mich immer wieder für die Fehler, die ich gemacht hatte. Das lenkte mich von der Traurigkeit ab, die ich empfand. Aber mehr als alles andere half es mir, mit meiner Angst umzugehen.»

«Die Welt konnte mir nichts mehr bieten»

Sie besuchte nun ein College, das ein paar Stunden von zu Hause entfernt lag. Doch der Szenenwechsel half nichts. Heather gab sich ihren Schutzmechanismen hin. «Es gab nichts mehr, was die Welt mir bieten konnte.» Weitere Behandlungen halfen ihr nicht aus dem Dilemma heraus.

«Ich trug immer noch eine Menge Schuld und Scham in mir.» Sechs stationäre Behandlungen, zwei intensive ambulante Behandlungen, mehrere Berater, Ernährungsberater, Psychiater, zwölf verschiedene psychiatrische Rezepte gaben bloss das Gefühl, ein hoffnungsloser Fall zu sein.

«Nie wie ein Mensch gefühlt»

«Ich fühlte mich nicht mehr wie ein Mensch. Ich konnte nicht mehr zur Schule gehen, ich konnte nicht mehr arbeiten. Ich konnte das Haus nicht verlassen; ich hätte eine Panikattacke bekommen.»

Mit 20 zog Heather wieder nach Hause, und auf Drängen ihres Vaters meldete sie sich bei «Mercy Multiplied» an, einem christlichen Reha-Zentrum. «Obwohl ich an Gott glaubte, hatte ich keine Beziehung zu ihm. Ich war ein zu schlechter Mensch, um Christ zu sein.» Doch die Beraterinnen waren liebevoll und aufrichtig um Heather besorgt. Sie begann, in der Bibel zu lesen und tief in sich zu gehen.

Schicht wurde genommen

Eine Mitbewohnerin sprach mit ihr über Jesus. Die beiden beteten zusammen und Heather fand zu Jesus. «Ich hatte buchstäblich das Gefühl, dass eine ganze Schicht von mir abgenommen wurde und ich ein neuer Mensch geworden war.» Sie wusste, dass noch nicht alles perfekt sein würde … aber dass etwas Neues begonnen hatte.

Während Heather mit ihrer Behandlung und Beratung fortfuhr, begann sie sich selbst durch Gottes Augen zu sehen. «Ich erkannte, dass ich kein schlechter Mensch war. Gott schaute nicht auf mich herab, und er war nicht enttäuscht von mir. Alles, was ich tun musste, war, seine Hilfe anzunehmen.»

Ein anderer Mensch geworden

Gott veränderte Heather komplett. Heute ist sie verheiratet und durchläuft ein Krankenpflege-Studium. Ihre Narben erinnern daran, dass Gottes Liebe ihre Schwächen überwunden hat.

«Selbst wenn man als hoffnungsloser Fall bezeichnet wird, gibt es Hoffnung, und diese Hoffnung liegt bei Gott. Wenn du Gott in dein Herz lässt, kannst du jeden Kampf gewinnen.»

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