Früher selbst auf dem Strich – Heute erzählt sie Prostituierten von Jesus

5.11.2018
3 min

Nach mehr als zehn Jahren als High-Class-Prostituierte versuchte Annie Lobert, sich mit einer Drogen-Überdosis das Leben zu nehmen. Der Selbstmord misslang. «Gott muss dein Freund sein», sagte der Arzt im Krankenhaus. Eine neue Reise begann.

In ihrer Biografie beschreibt Annie Lobert ihre traumatische Reise einer ruhigen Vorortkindheit zum gefährlichen und verheerenden Leben eines Opfers des High-Class-Sexhandels.

Während ihren Collegejahren lernten sie und eine Freundin zwei wohlhabende Geschäftsmänner kennen. Ihre Freundin ging mit einem der beiden aus, der nahm sie mit nach Hawaii und führte sie in die Prostitution ein. Annie besuchte sie und stiess auf einen lukrativen Lebensstil. Sie wurde bald zu einem Edel-Escort-Mädchen und einer exotischen Tänzerin, bis sie sich in einen Klienten verliebte, der bald ihr Freund wurde. Eine Beziehung mit fatalen Folgen: «Gegen meinen Willen fiel ich dadurch in den Sexhandel.»

Gebrochen

Sie wurde verbal, sexuell und physisch missbraucht, einmal entging sie nur knapp dem Tod, mehrfach geriet sie in Arrest. Ihr «Freund» wurde zum brutalen Zuhälter, der drohte, sie umzubringen, wenn sie versuche davonzulaufen. Er schlug sie und nahm ihr das Geld ab. Die nächsten fünf Jahre arbeitete sie für ihn.

Schliesslich gelang ihr die Flucht – doch andernorts prostituierte sie sich weiter.

Der Selbstmordversuch

Nach einer Krebsdiagnose und erfolgreicher Behandlung wurde sie süchtig nach Medikamenten. Ihr fielen die Haare aus, die Kunden nannten sie «die Krebs-Hure». Mit einer Überdosis Kokain wollte sie sich eines Tages das Leben nehmen. Auf ihrem Trip sah sie sich in einem Sarg liegen. Die Leute weinten, wischten sich dann aber die Tränen ab und sagten: «Sie war nur eine Prostituierte.» In dem Augenblick schrie sie: «Jesus! Bitte rette mich! Ich weiss nicht, ob es dich gibt, aber ich will nicht sterben.»

Als sie im Spital erwachte, sagte der Arzt, dass sie bei dieser Drogenmenge eigentlich tot sein müsste. Gott müsse ihr Freund sein.

Hoffnung für andere

Lobert gründete die Bewegung «Hookers for Jesus» («Huren für Jesus»). Heute erzählt Lobert ihren ehemaligen Berufskolleginnen von Jesus und schenkt ihnen Bibeln. Am Rande von Las Vegas errichtete sie eine Wohngemeinschaft für Ex-Prostituierte, die von dort aus versuchen, Fuss in einem normalen Job zu fassen. In der Freikirche «The Church» finden sie zudem ein geistliches Zuhause.

«Wir erzählen den Frauen, dass Gott sie liebt, egal ob sie Huren, Stripper oder Pornostars sind. Dass es nichts gibt, was sie in ihrer Vergangenheit getan haben könnten, was nicht von Gott bei ehrlicher Reue und Umkehr verziehen wird.» Annie Lobert heiratete vor rund fünf Jahren Oz Fox, den Gitarristen der christlichen Hardrock-Band «Stryper».

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