Emma lebte auf der Strasse – «Ich denke, dass sich Gott um mich gekümmert hat»

27.4.2016
3 min

Mit 16 riss Emma von zuhause aus. Zunächst lebte die Londonerin bei Bekannten. Als ihr die Optionen ausgingen, nächtigte sie auf den Strassen der englischen Hauptstadt. Sie fürchtete, sich in Drogen und Prostitution zu verstricken. Bis ein Werk sich ihrer annahm. Heute arbeitet sie für eine vergleichbare Organisation.

Emma war 16, als sie eine schwierige Zeit durchmachte. «Es war nicht der Fehler meiner Familie, sondern die Art und Weise, wie ich gewisse Dinge wahrnahm und Entscheidungen traf.» Schlussendlich riss sie von zuhause aus. «Zuerst lebte ich bei verschiedenen Bekannten, bis mir die Optionen ausgingen. Letztlich schlief ich auf den harten Strassen von London. Ich bin sehr froh, dass dies nur für eine Woche war.»

Sie sei verzweifelt aber einfallsreich gewesen. «Ich ernährte mich von Crackern und schlief in Röhren oder ging in 24-Stunden-Busse, um an der Wärme zu sein. Wirklich schlafen kann man nicht, wenn man obdachlos ist. Man muss immer seine Sinne beisammen haben.»

Angst vor Drogen und Prostitution

Ständig drehten sich ihre Gedanken im Kreis; sie wiederholte immer wieder: «Das ist alles mein Fehler – ich könnte in den Drogen enden oder in der Prostitution.» Glücklicherweise sei nichts davon eingetroffen. «Ich denke, Gott kümmerte sich wirklich um mich.» An einem Tag stand sie vor einer Kirche und weinte. «Eine Frau kam heraus und fragte mich, was los ist.» Emma erzählte der Frau ihre Geschichte. Ihre Gesprächspartnerin sagte, dass sie die Nacht bei ihr verbringen könne und dass sie mit ihrem Telefon herumfragen dürfe, um einen Platz zum Bleiben zu finden. Das «Westminster City Council» verwies sie an die «Church Army», die eine Notunterkunft für Frauen namens «Marylebone Project» führt.

Gerettet

Davon hatte Emma noch nie gehört, doch sie war verzweifelt und nutzte die Chance. Die Mitwirkenden waren aufmerksam, so dass sich die junge Frau sehr gut aufgehoben und getragen fühlte. «Menschen, die auf der Strasse leben, werden enorm verurteilt und man geht immer an ihnen vorüber. Da jemanden zu haben, der einen 'menschlich' behandelt, ist sehr wichtig.»

«Ich war eine junge, verletzliche Frau. Die Leute von der 'Church Army' wollten mich behüten und setzten mich nicht unter Druck.» Zehn Jahre sei dies inzwischen her, doch diese Dinge hätten sich fest in ihrer Erinnerung eingebrannt, erzählt Emma. Zum Beispiel auch, wie sie in diesem Haus angekommen war und ihr gesagt wurde: «Das ist dein Zimmer. Das ist dein sicherer Ort – du kannst in der Nacht gut schlafen und du kannst gut duschen, niemand wird dich stören. Sie fühlte sich von Erkenntlichkeit überflutet. Ich blieb nur eine Nacht im Marylebone, danach wurde ich an einen Ort weitergeleitet, wo ich länger bleiben konnte.»

Heute rettet sie andere

Es möge klischeehaft klingen, doch diese Nacht habe ihr Leben verändert. Sie erkannte, dass es andere Möglichkeiten gibt. «Ich danke Gott für Organisationen wie die 'Church Army', die da ist, um den Menschen in wirklich schwierigen Situationen zu helfen.» Emma ist heute selbst für eine Gemeinde tätig, die sich um die am meisten verwundbaren Mitglieder der Gesellschaft kümmert, darunter auch Obdachlose und alte Menschen.

Als sie weg vom Leben auf der Strasse fand, entdeckte sie zudem Gott, der ihr Leben veränderte. Heute sagt die 26-Jährige: «Meine Identität ist in Christus. Alles was mich ausmacht, stammt aus dieser Quelle. Jesus ist das Zentrum meines Leben und ich glaube, dass ich gerufen bin, seine Hände und Füsse hier auf der Erde zu sein!»

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