Zwischen ihrem 13. und 18. Lebensjahr erlebte Sophia aus Bern eine schwierige Zeit. Nicht nur die äusseren Umstände machten ihr zu schaffen – auch innerlich ging es ihr zunehmend schlechter. «Ich habe überall nach etwas gesucht, das ich halt nicht hatte – das Gefühl von Annahme», erzählt die junge Frau über ihr bereits bewegtes Leben. Sie habe vieles ausprobiert, auch Drogen. Ausserdem liess sie sich auf fragwürdige Männerbeziehungen ein, weil sie Frage umtrieb: «Bin ich liebenswert?» Doch all das erfüllte sie nicht wirklich.
«Es war wie ein Durst, durch den ich einfach an jeder Ecke etwas gesucht habe», beschreibt sie die damalige leere Zeit voller Tiefpunkten und nur kurzfristigen Hochgefühlen. Dies ging so weit, dass sie sich selbst verletzte, mit suizidalen Gedanken zu kämpfen hatte und einige Zeit in der Psychiatrie verbrachte. «Die Drogen haben mich einfach richtig mitgenommen», so Sophia.
Plötzlich schwanger
Kurz nach Sophias 18. Geburtstag litt sie immer wieder unter Übelkeit. Zunächst vermutete sie, dass die Beschwerden von Medikamenten kommen könnten, die missbräuchlich einnahm, wobei ihr regelmässig schlecht wurde. Doch irgendwann kamen ihr Zweifel, ob die Medikamente tatsächlich der Grund für ihre Übelkeit waren. Um sicherzugehen, machte sie einen Schwangerschaftstest.
Eigentlich ging sie mit einem Grundgefühl durchs Leben, dass alles egal sei – bis sie den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt. Plötzlich brach sie zusammen und fühlte sich extrem hilflos. Gleichzeitig fühlte sich dieser Moment so real an wie schon lange nichts mehr in ihrem Leben. «Ich war verzweifelt und habe nicht gewusst, was ich jetzt machen soll», sagt sie. «In dem Moment habe ich zu Jesus gerufen – das erste Mal und aus tiefstem Herzen.» Bisher habe sie Gott immer verachtet. Als Kind war sie zwar mit ihrer Familie ab und zu in der Kirche, jedoch spielte der persönliche Glaube für sie lange keine Rolle.
Übernatürlicher Friede
Daran, was als Nächstes passierte, kann sich Sophia noch gut erinnern: «Ich habe trotz und mitten in dieser Situation einen übernatürlichen Frieden bekommen.» Dieser Moment sei unvergleichlich und anders gewesen als alles, was Sophia davor erlebt hatte, zum Beispiel auch mit Drogen-Highs. «Dieser Frieden kam nicht aus mir oder aus etwas, das ich mir genommen habe, sondern es war, als würde dieser Frieden meine schwierige Situation umhüllen», erinnert sie sich. Es war, als würde Gott zu ihr sagen: «Es wird alles gut.»
Danach wollte sie schlafen gehen. Zu dieser Zeit konsumierte sie jeden Abend vor dem Schlafengehen Gras. «Ohne wäre es nicht gegangen», macht sie deutlich. Doch an diesem Tag wurde ihr bewusst, dass jetzt ein Kind in ihr heranwächst. «Ich habe einfach gespürt, wie Jesus mir sagt: ‹Ich bin bei dir.›» In dieser Nacht konnte sie das erste Mal seit langem ohne psychoaktive Substanzen einschlafen, stattdessen mit dem Frieden von Jesus Christus.
Begegnung bringt Prozess ins Rollen
Nach dem positiven Schwangerschaftstest und dieser Begegnung mit Jesus hat sich Sophias Leben stark verändert. «Ich wollte ab diesem Zeitpunkt mehr darüber wissen, wer dieser Jesus ist, wer da so sanft mit mir spricht und wer da meine Wunden so sorgfältig zudeckt», schildert sie, was sie neu bewegte. Sie habe zuvor schon öfter den Satz gehört, dass Jesus für sie gestorben sei, aber es sei so gewesen, als hätte sie es nie wirklich fassen können.
«Von meiner Mama habe ich dann ein Buch bekommen, in dem es um die Identität von uns Menschen und um Jesus geht», erzählt sie. Auch wenn sie zur Bibel noch keinen richtigen Zugang fand, sehnte sie sich danach, mehr darüber zu erfahren, was Jesus für sie gemacht hat. Zu dieser Zeit habe sie viel gebetet oder mit Gott geredet. Ihr Glaube sei so wie bei anderen Beziehungen gewachsen. «Er sagte mir immer wieder, dass alles gut kommt», hält sie rückblickend fest.
«Es war wirklich ein langer Prozess, nach dem ich dann aber vollen Herzens Ja zu Jesus sagen konnte», erzählt Sophia. Sie wusste, dass sie nun weitere Schritte gehen möchte. Jesus sei es ihr wert, auch zu schwierigen Schritten nicht Nein zu sagen. «Beim Zurückschauen merkt man oft, dass Gott es besser gewusst hat», gesteht sie. Darin Gott zu vertrauen lohne sich sehr: «Wenn man sagt: Nicht mehr ich, sondern du, Jesus, bist der Herr über mein Leben, dann passieren Veränderungen, von denen man selbst nie gedacht hätte, dass es dazu kommen kann.»
Antworten und Gemeinschaft gefunden
Sophia liess sich im Zuge dieses Prozesses auf eigenen Wunsch taufen. So hat sie auch eine Kirchgemeinde kennengelernt, die sie nun regelmässig besucht. Die Gemeinschaft, die dabei entstanden ist, bedeute ihr viel.
Wenn sie zurückschaut: Was macht das Leben mit Jesus aus? «Es ist wie ein klarer blauer Himmel – überall», beginnt sie. Sie sehe wieder klar, habe eine Vision und eine Perspektive fürs Leben. Sie fügt an: «Auf das Gefühl von Ablehnung habe ich eine Antwort gefunden, und zwar die Annahme bei Jesus.»
Sophia im Interview mit Dave
Sophia war bei uns im Studio, wo sie ihr Pastor Dave Wöhrle zu ihrer Story interviewt hat. Hier kannst du das Gespräch auf Schweizerdeutsch anschauen:

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