Beschaulich geht es zu in Schocherswil. Der Weiler hat knapp 400 Einwohnerinnen und Einwohner, ist leicht erhöht und gehört zu der Gemeinde Amriswil im Oberthurgau. Von dort sieht man nicht nur nach Amriswil herunter, sondern je nach Sicht auch sogar bis zum Bodensee.
René wuchs als mittlerer Sohn einer Bauernfamilie auf. Dort lernte er früh, Gott zu vertrauen. Schon mit sechs Jahren entschied er sich für ein Leben mit Jesus Christus, eine Entscheidung, die er mit 17 Jahren bewusst festigte.
Erste Krise schafft Vertrauen
Als Kind mit zwölf Jahren erlebte René seine erste richtige Lebenskrise. Damals wurde der elterliche Bauernbetrieb innerhalb von fünf Tagen komplett lahmgelegt, weil er und sein Vater gleichzeitig an Tuberkulose erkrankten.
Beide mussten nach Davos. Der Vater blieb insgesamt sieben Monate dort, René drei Monate. Das war für ihn ein Tiefpunkt. Doch in dieser Zeit erlebte es auch, was es heisst, Teil einer lebendigen Kirchengemeinde zu sein. Fast jede Woche erhielt er Pakete von Gemeindemitgliedern. Die ganze Gemeinde litt mit ihm und seinem Schicksal. Dieses Erlebnis bestärkte ihn darin, auch später Anteil zu nehmen an den Menschen, die mit ihm in die Kirche gehen oder in der Nachbarschaft leben. Ein wichtiges Motto von ihm lautet seitdem:
«Wenn ich es selber so gut habe, dann kann ich auch an andere weitergeben!»
Ein Mann mit klaren Prinzipien
Nach der Schule machte eine Lehre als als Maler EFZ und bildete sich später zum Polier weiter. Dort sammelte er viel berufliche Erfahrung. Schnell konnte er sich auch alle seine materiellen Träume verwirklichen: eine wunderbare Familie, ein eigenes Haus und auch im Job lief es gut.
René liebte seinen Beruf. Er hatte aber immer Zeit für seine Kinder. Am Sonntag arbeitete er gar nicht, dieser Tag war der Familie und Gott gewidmet. Die restliche Zeit, vor und nach der Arbeit, investierte er bewusst zuhause und in der Kirche.
Die zweite Krise als Startpunkt
Mit 40 Jahren hatte er alles – und trotzdem war René nicht gänzlich zufrieden. Als Machertyp wünschte er sich mehr. Dann wurde der Maler-Filialbetrieb, den er acht Jahre erfolgreich geführt hatte, plötzlich geschlossen. René entschied sich mit der Zustimmung seiner Frau, ein eigenes Geschäft zu gründen. Ein Projekt, dass sie vom ersten Tag an auch gemeinsam anpackten. Er war als Maler an der Front, sie machte im Hintergrund das Büro.
Ein wichtiger Vers, der ihn in dieser Zeit begleitet hat, steht im Alten Testament: «Ich lasse dich nicht im Stich, nie wende ich mich von dir ab.» (Josua Kapitel 1, Vers 5; HFA)
Diesen göttlichen Segen erlebte er vom ersten Tag an. Bei einem Vortrag in Amriswil lernte René einen jungen Mann kennen, der ebenfalls gläubig war. Dieser hatte Erfahrung mit Firmengründungen und bot ihm seine Hilfe an. Dadurch konnte René innerhalb von zehn Tagen seine eigene Firma gründen.

Viel Druck und ein Ort zum Abladen
René fiel es am Anfang nicht schwer, an Aufträge zu kommen. Er war aktiv in der Kirche, im Ältestenrat, im Musikverein und nutzte diese Orte als Multiplikatoren, ohne Druck zu machen. So kamen die ersten Aufträge auf natürliche Art und Weise.
Trotzdem gab es auch viel Grund, sich Sorgen zu machen. Am Abend konnte er diese aber jeweils Gott abgeben. Er sagte zu Gott:
«Es ist nicht mein Geschäft, sondern deins.»
So konnte er über all die Jahre immer gut schlafen und die Firma kam immer besser zum Laufen. Wichtig war ihm auch jeweils die Investition in die nächste Generation. So hatte er regelmässig Lernende im Betrieb. Diese lösten in ihm aber auch manche Krise aus. Am Ende der Lehrzeit konnte er doch mit den meisten von ihnen auf eine erfolgreiche Zeit anstossen.
Was ist wichtig im Leben?
Zum grössten Teil blieb René in seinem Leben vor Krankheit verschont, was ihn dankbar macht. Doch mit 60 Jahren bekam er plötzlich Krebs. Die Niere war von zwei bösartigen Tumoren befallen und es folgte eine Operation.
Seither blickt er anders auf das Leben. Während er zuvor immer sehr umtriebig und geschäftig war, ist er heute gelassener. Durch die Krankheit merkte er auch: Es gibt mehr als den Job.
«Du warst anders»
27 lange Jahre führte René sein Geschäft. Die Firma hat er mittlerweile einer ehemaligen Mitarbeiterin übergeben. Er steht ihr aber als Berater mit Rat und Tat zur Seite oder auch mal zwischendurch als Springer, wenn es mal «brennt». Die Wege sind kurz, denn das Haus von Schoops ist gleich neben der Malerfirma.
Rückblickend kann er sagen: «Besser könnte es nicht sein.» Er ist froh, dass sie damals das Risiko eingegangen sind und die Firma gegründet haben. In den letzten fünf Jahren haben viele zu ihm gesagt: «Schade, dass du aufhörst. Du warst anders!» Das macht ihn heute dankbar.
.jpg?v=1787227538&ct=A_42UEDKnYVVKMXvGM&focal=50-50-1&s=Q8TSr37uc6SNOb9dbS7d3eKjoHikJ6rv)




