Simon Bertschinger – «Ist Gott ein Spielverderber?»

Simon Bertschinger
Simon Bertschinger
23.11.2020
3 min

Als Simon Bertschinger 9-jährig dem FC Schwerzenbach beitritt, sind seine Kollegen schon lange dabei. Auf Wunsch seiner Eltern hatte Simon am Samstag bisher die Jungschar besucht. Trotz allen Verzichts war er gerne hingegangen. Dass er seine Eltern auch sonntags in die Kirche begleitet, stört den Jungen nicht. Im Gegenteil: Bereits als Achtjähriger wird ihm in einem Lager klar: «Ich tue immer wieder Dinge, die Gott nicht gefallen und brauche dafür Vergebung von Jesus.» Simon betet mit einem Leiter und lädt Jesus in sein Leben ein. Grosse Veränderungen geschehen in den folgenden Jahren jedoch nicht.

Ausgebremst

Bis einen Tag nach seinem 16. Geburtstag, am 26. September 2006. Im Turnen verletzt sich Simon das vordere Kreuzband.  Nach dreieinhalb Monaten Zwangspause folgt der nächste Schlag: Meniskus-Riss im ersten Training. Eine OP ist unumgänglich. Eineinhalb Jahre kann Simon nicht mehr Fussball spielen. Eine Welt bricht für ihn zusammen. Der Jugendliche gerät ins Grübeln. Zwei Wochen vor seinem ersten Unfall hatte er eine Anfrage des Jungscharleiters zur Mitarbeit abgelehnt, ihm geantwortet, der Fussball gehe vor. Fragen steigen in Simon auf: Ist Gott ein Spielverderber? Sind die Unfälle die Strafe für seine Absage? Hat Gott ihn erst gern, wenn er auf den Fussball verzichtet? Statt sich von Gott abzuwenden, macht sich Simon auf die Suche nach ihm, liest intensiv in der Bibel, spricht viel mit Gott.

Erschrocken

Und Gott antwortet ihm etwa ein Jahr später. Simon erzählt: «Eines Tages lag ich auf meinem Bett und bewunderte einen meiner Pokale. Plötzlich kam mir die Idee, diese Trophäe mit meinem Champions-League-Fussball zu krönen. Als ich den Turm dann vom Bett aus betrachtete, erschrak ich. Er kam mir vor wie eine Götzenfigur. Schnell hob ich den Ball wieder herunter. In diesem Moment vernahm ich eine klare Stimme in meinem Herzen. Sie sagte: 'Simon, ich liebe dich. Ich habe dich nicht bestraft. Ich freue mich, wenn du Fussball spielst'.»

Angeklagt

Die Worte wühlen Simon auf, ein Umdenken kommt in Gang. Dazu Simon: «Fussball war meine Leidenschaft, darin hatte ich meine Identität und Anerkennung gefunden. Diese fehlte mir nach den Unfällen schmerzlich. Ich fühlte mich innerlich leer. Auf einer Joggingrunde im Zwiegespräch mit Gott, beginnt es auf einmal heftig zu stürmen – passend zur inneren Wetterlage des Jugendlichen.«Ich habe Gott noch einmal all meinen Frust und Ärger an den Kopf geworfen», berichtet Simon. «Es hat so gutgetan. Die negativen Gedanken hatten nun keinen Raum mehr in mir. Ich wurde offen für Gott, verstand, dass er mich liebt, dass ich für ihn wertvoll bin, egal was ich leiste. Die Mauer, die ich aufgebaut hatte, brach zusammen.»

Heute setzt sich Simon für Menschen ein, die Gott noch nicht kennen: «Ich möchte, dass sie Gott so kennenlernen, wie ihn die Bibel beschreibt. Aus Liebe zu allen Menschen liess er seinen Sohn Jesus für uns sterben, er will uns vergeben und nicht das Leben oder die Freude verderben. Karriere und Gesundheit können wir verlieren, die Freundschaft mit Jesus nicht. Die haben wir auf sicher.»

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