Die Frau hinter dem «GPS» – «Jeder sollte Gott in seinem Leben haben»

Gladys West
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Gladys West
22.2.2019
4 min

42 Jahre arbeitete Gladys West für die US Navy. Die Mathematikerin schuf Grundlagen für verschiedene Satellitenprojekte – darunter ein globales Ortungssystem, das wir heute als «GPS» kennen. Der Orientierungspunkt in ihrem Leben ist Gott.Ob es sich nun um die Navigation von Jet-Flugzeugen, die Bereitstellung von Fahrtrouten zu einem neuen Restaurant oder die Geo-Tagging-Funktion für Social Media-Bilder handelt: Nur wenige haben sich die Auswirkungen vom GPS auf die moderne Gesellschaft derart umfassend vorgestellt – noch nicht einmal die Frau hinter dieser Errungenschaft, die 88-jährige Gladys West.

«Ich hätte nie gedacht, dass ich in einem Auto sitzen könnte und das GPS sagt: 'nach links abbiegen' oder 'nach rechts abbiegen'», sagt sie mit einem leichten Lachen.

Lehrer motivierten zum Mathematikstudium

42 Jahre arbeitete Gladys bei der US Navy. Als Mathematikerin half sie, die Grundlagen für viele der Satellitenprojekte der Regierung zu schaffen. Dazu gehört auch das, was zum globalen Ortungssystem wurde – oder was wir GPS nennen.

Nicht alles, was heute im GPS fürs Auto verwendet wird, stammt aus ihrer Feder. «Wir haben nur ganz genau aufgeschrieben, wo sich die Dinge auf der ganzen Welt befinden, als eine Art Datenbank.»

Gladys, geboren 1930, wuchs auf der Farm ihrer Familie südlich von Richmond, Virginia auf, wo sie lernte, wie wertvoll harte Arbeit ist. «Die Lehrer ermutigten mich zum Mathematikstudium, weil sie dachten, dass ich gut sein würde.» In der Schule und an der Uni war sie Klassenbeste. 1956 nahm sie einen Job beim Marinestützpunkt in Dahlgren, Virginia, an. Das Weltraumrennen begann gerade erst und Computer hielten langsam Einzug.

Bereit, hart zu arbeiten

«Sie versprachen uns, dass sie uns beibringen würden, wie man mit diesem Computer und all dem Zeug kommuniziert», erinnert sich Gladys. «Ich war bereit, hart daran zu arbeiten.»

Mit dem Erfolg des Raumfahrtprogramms begann die NASA, Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen. Gladys wurde beauftragt, beim Schreiben und Programmieren von Codes zu helfen, die für die Verarbeitung der enormen Datenmengen erforderlich sind.

Sie erinnert sich: «Du hast eine lange Gleichung und es gibt bestimmte Koeffizienten, die mit jedem Begriff einhergehen. Man musste sie generieren. Ich programmierte und kodierte all diese Gleichungen und wir überprüften sie von Hand.» Die Arbeit war lang und mühsam, jede Gleichung wurde d f ihre Genauigkeit hin überprüft.

In Bürgerrechtsbewegung noch härter arbeiten

Es war Gladys Hartnäckigkeit und Hingabe, welche die Aufmerksamkeit des Mathematikers Ira West auf sich zog. Die beiden heirateten 1957. Bald erfasste die Bürgerrechtsbewegung das Land. Gladys und Ira wollten ihre Unterstützung zeigen, aber Regierungsangestellte durften nicht an öffentlichen Demonstrationen teilnehmen.

So entschied das Paar, dass der beste Weg zum Helfen darin bestand, die Wahrnehmung der Menschen zu ändern und noch härter zu arbeiten. «Wir haben nur gepusht, gepusht, gepusht, gepusht, gepusht – wir konnten nicht direkt teilnehmen, sondern indirekt an der Situation arbeiten.»

In den folgenden Jahren setzten sie beide ihre Arbeit für die Marine an zahlreichen Projekten fort. 1978 erhielt Gladys eine Auszeichnung für ihre Arbeit und wurde zur Projektleiterin des «SEASAT Radar Altimetry Project» befördert, dem ersten Satelliten, der Daten über die Meeresoberfläche sammeln konnte.

«Jeder sollte Gott in seinem Leben haben»

Auch nach ihrer Pensionierung 1998 blieb Gladys beschäftigt, promovierte in Philosophie und schrieb ihre Memoiren. Bei all ihren Leistungen, Lob und Anerkennung, die sie während ihrer Karriere erhalten hat, versteht Gladys, dass es nur einen gibt, den sie für die Richtung, die ihr Leben genommen hat, anerkennen kann: Gott!

«Ich denke, jeder sollte Gott in seinem Leben haben», sagt Gladys West. «Bald schliesst sich für mich der komplette Kreis und ich kann zurückschauen und sehen, was er getan hat und wo er mich hingebracht hat und wo er die ganze Zeit war. Er hat all das gewirkt, was geschehen ist.»

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