Jüngste Milliardärin der USA – «Jesus bedeutet mir heute alles»

23.10.2018
4 min

Lynsi Snyder (36) ist Chefin der populären US-Hamburger-Kette «In-N-Out-Burger». Sie hat die Firma mit 27 Jahren geerbt und betrachtet sie als ihre «Familie». Ausserdem ist sie Hot-Rod-Rennfahrerin – und engagierte Christin.Als Lynsi Snyder die beliebte Burger-Kette «In-N-Out-Burger» (für deren Hamburger Besucher sogar aus Deutschland anreisen) im Jahr 2010 mit 27 Jahren übernahm, war sie auf einen Schlag die jüngste Milliardärin der USA. Heute ist sie geschätzte drei Mrd. Dollar reich.  

Vom Grossvater gegründet

Lynsis Grosselten Harry und Esther Snyder hatten «In-N-Out-Burger» im Jahre 1948 gegründet. Die Firma konzentriert sich voll auf das Kerngeschäft, «die besten Hamburger der Welt» zu verkaufen. Gegenüber 80 Angeboten bei McDonalds oder Burger King serviert «In-N-Out» weniger als 15: Hamburger, Cheeseburger, Fries, Wasser, Milk Shakes und Kaffee. Unter Lynsis Vater – sie ist seine einzige leibliche Tochter – expandierte die Kette von Kalifornien aus auch in andere Bundesstaaten.

Lynsi selbst begann mit 18 Jahren als Angestellte in einem der Restaurants zu arbeiten und kennt die Arbeit von der Pike auf. Seit 2010 ist sie Chefin, und dem Familienunternehmen geht es besser denn je. «Ich will sicherstellen, dass wir unseren Werten treu bleiben, mit denen wir angefangen haben», erklärt Chefin Snyder.

Anachronismus

Das Rezept, wie «In-N-Out-Burger» Hamburger herstellt, hat sich seit der Gründung 1948 praktisch nicht verändert. Die Brötchen werden jeden Morgen selbst gebacken, das Fleisch (nie tiefgefroren) täglich frisch gemahlen und an die 333 Filialen verteilt, die alle der Firma gehören. Hitzelampen, Mikrowellen und Gefrierschränke sind aus den Restaurants verbannt. Als wesentliche «Neuerung» bietet die Kette seit einiger Zeit heisse Schokolade an…

Rekord-Zufriedenheit

99 Prozent der 26'000 Angestellten geben ihrem Arbeitsplatz und der Chefin eine überragende Zufriedenheits-Beurteilung. Ihre Hamburger-Kette erscheint seit 2015 regelmässig in der Liste der besten Arbeitsplätze des Landes. In-N-Out-Burger zahlt gute Löhne (13 Dollar Stundenlohn gegenüber 9 oder 10 bei der Konkurrenz), anständige Krankenkassen und Altersversicherungen und die Möglichkeit, innerhalb der Firma Karriere zu machen. «Ich schätze unsere Angestellten so sehr», erklärte Snyder in einem Interview 2017. «Sie sind der Grund unseres Erfolges; sie verdienen es, dass sie am Morgen mit Freude zur Arbeit gehen, sich wertgeschätzt fühlen und wie ein Familienmitglied behandelt werden, denn so betrachte ich sie.»

In den letzten acht Jahren haben sich die Umsätze der Burgerkette verdoppelt, und die Firma ist schuldenfrei. Unter Investoren gilt «In-N-Out-Burger» darum als Übernahme-Leckerbissen, aber Chefin Snyder will davon nichts wissen: «Ich werde nie verkaufen – es sei denn, Gott schickt einen Blitz vom Himmel und verändert mein Herz wie durch ein Wunder.»

Schwierige Jahre

Privat erlebte Snyder nach dem Tod ihres Vaters, der ihr alles bedeutete, im Jahr 1999 schwierige Jahre. «Ich wollte nicht allein sein und warf mich einem Mann an den Hals.» Die Ehe wurde kurz darauf wieder geschieden. Eine zweite Ehe dauerte einige Jahre, bis auch sie in die Brüche ging. Dasselbe geschah noch ein drittes Mal, dieses Mal mit einem Rennfahrer. Ihr Motiv war jedes Mal «Angst vor dem Alleinsein».

Nach ihrer dritten Ehe beschloss Lynsi, mit Gott ernst zu machen. Sie begann eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus und klärte ihre Vergangenheit. Heute hat sie einen Mann, den sie als grosses Geschenk Gottes betrachtet und mit dem sie eine «wunderbare» Ehe führt. Obwohl sie sehr zurückgezogen lebt – sie hat sogar einen Entführungsversuch hinter sich –, bekannte sie in einem sehr persönlichen Video, dass ihr Christus heute alles bedeutet. Was nicht bedeutet, dass sie nicht auch ihre abenteuerlustige Seite auslebt – Snyder ist aktive Rennfahrerin in der Hot-Rod-Szene.

Werte umgesetzt

Die Werte aber, die ihr wichtig sind – Fairness, Grosszügigkeit, Nächstenliebe –, setzt sie mit Erfolg bis in ihre Firma hinein um; die Umfrageergebnisse unter ihren Angestellten geben ihr Recht. «Ich verstehe mich als Hüter, als Wächter über unsere Werte», erklärt Snyder. Bereits seit 1985 sind auf den Verpackungen und Getränkebechern der Firma Bibelverse zu lesen; auf den Kaffeetassen steht z.B. Lukas, Kapitel 6, Vers 35: «Liebe deine Feinde und tue Gutes». Durch ihre humanitäre Stiftung «Army of Hope» unterstützt Snyder ausserdem Tausende von Bedürftigen in Los Angeles.

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