Muslim wird Christ – «Jesus hat mich von meiner Scham befreit»

4.11.2017
4 min

Als ältester Sohn steht Shahkrokh «Shah» Afshar unter dem Druck, seiner iranischen Familie Ehre zu bereiten. Doch so sehr er sich auch bemüht, er wird den Ansprüchen nicht gerecht. Immer begleiten ihn Scham und Schuldgefühle – bis er erkennt, was Gnade ist... Hier erzählt er seine Geschichte.

Ich komme aus dem Iran. Meine ganze Familie hat Geld zusammengelegt, damit ich, als der älteste Sohn der Familie, im Ausland studieren kann. Ich wurde in die USA geschickt, um dort Bauingenieur zu werden. Alle Hoffnung ruhte auf mir.

Doch das Studium fiel mir sehr schwer. Die Last, der Familie Ehre zu machen, erdrückte mich schier. Und dann sah es so aus, als würde ich das Semester nicht bestehen. Was für eine Schande. Ich schämte mich so sehr, dass ich lieber sterben wollte, als diese Schmach zu ertragen.

Begegnung mit Christen

In dieser Zeit lernte ich ein paar Hippies kennen, die unglaubliche Freude und Frieden ausstrahlten. Als ich sie darauf ansprach, sagten sie, dass sie Jesus begegnet seien. Mich als Moslem ärgerte das. Mohammed war der letzte und grösste Prophet; wie konnten sie also behaupten, dass Jesus über unserem Propheten stand? Trotzdem konnte ich nicht leugnen, dass sie das hatten, was mir fehlte. In ihrer Nähe spürte ich Frieden.

Damals hoffte ich, dass auch mein Glaube mir in meiner Krise helfen würde und so beschäftigte ich mich intensiv mit dem Islam. Aber die Selbstmordgedanken liessen mich nicht los Ich vergass sie nur, wenn ich mit den Christen unterwegs war. Sie strahlten so eine Liebe aus und nahmen mich einfach so an, wie ich war. Immer wieder lasen sie mir aus der Bibel vor, aber ich verstand nicht, um was es ging. Trotzdem liess mich das nicht los, sie schienen so erfüllt zu sein.

Gibt es dich, Jesus?

Einmal wurde ich zu einem Thanksgiving-Fest eingeladen. Vor dem Essen beteten sie. Und dieses Gebet berührte mich sehr. Es war so persönlich. Auf dem Heimweg schrie ich zu Gott: «Schau mich an. Ich habe mich so bemüht, meiner Familie Ehre zu machen, ich habe versucht, nach den Geboten Mohammeds zu leben, aber ich habe keinen Lebensmut mehr!» Und dann wandte ich mich zum ersten Mal an Jesus und sagte: «Jesus, wenn du wirklich so bist, wie sie sagen, dann will ich zu dir gehören. Aber dann hilf mir mit meinem Studium.»

Ich hatte keine Ahnung, wer Jesus ist. Ich glaubte nicht, dass er Gottes Sohn ist oder dass er am Kreuz gestorben ist. Aber irgendwie glaubte ich, dass er der einzige ist, der mich aus meinem Schlamassel holen kann. Ich hatte nichts zu verlieren, so rief ich ihn an.

Wer Jesus ist

Einen Monat später erfuhr ich, dass ich das Semester nicht bestanden hatte. Es war ernüchternd. Daheim schlug ich das Neue Testament auf und stolperte über die Geschichte, in welcher der auferstandene Jesus dem ungläubigen Thomas begegnet. Mit einem Mal fiel es mir wie Schuppen von den Augen, wer Jesus ist: der Erlöser, der einen liebt, auch wenn man versagt. Ich spürte, dass Jesus real ist und dass er auch mich von Schuld und Scham befreien will. An diesem Tag zogen Friede und Freude in mein Leben ein.

Leben aus Gnade

Scham ist eine schwere Last, die andauernd auf die Seele drückt. Immer habe ich geglaubt, ich wäre wertlos, das hat mich sehr entmutigt. Aber durch Jesus erfuhr ich, was Gnade ist. Dass ich angenommen bin, ganz gleich was war. Ich begriff, dass Jesus am Kreuz meine Schuld und meine Scham getragen hat. Und diese Erkenntnis hat mein Leben verändert und mich frei gemacht.

Ich wiederholte das Semester und schloss mein Studium schliesslich erfolgreich ab. Zehn Jahre lang arbeitete ich im Bauwesen, bis mir klar wurde, dass meine Leidenschaft woanders liegt: Ich wollte Menschen von Jesus erzählen, von demjenigen, der frei macht und Erfüllung im Leben schenkt. So gründete ich eine christliche, iranische Gemeinde und wurde Pastor. Bis heute erzähle ich Menschen von der lebensverändernden Gnade Gottes. Sie hat mich froh und frei gemacht und das möchte ich weitergeben.

Hier erzählt Shah Afshar von seiner Erfahrung mit Scham:

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