Isaiah, der Messerstecher – «Kann Gott jemanden wie mich gebrauchen?»

Isaiah Blancas (Bild: cbn.com)
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Isaiah Blancas (Bild: cbn.com)
7.8.2022
4 min

Der Traum des elfjährigen Isaiah Blancas war, der gefürchtetste und gewalttätigste Gangster seiner Stadt zu werden. Bald war das Ziel erreicht – auf ihn wartete ein Leben im Gefängnis oder der Tod auf der Strasse…

Sein Leben auf der Strasse begann bereits 1991 in El Paso, Texas. Wenige Wochen zuvor war Isaiahs Vater mit einer anderen Frau abgehauen. «Ich liebte meinen Papa sehr. Er war alles für mich und als er uns verliess, hat mich das innerlich zerbrochen.» Seine Mutter warf ihn aus dem Haus – und mit nur neun Jahren lebte er auf der Strasse. «Ich war verängstigt und hatte viel Wut in mir. Irgendwann war mir alles egal und mein Herz wurde kalt.»

Der Messerstecher

Er schlief an den unmöglichsten Orten, ass aus Mülltüten und versuchte, die Gangs auf den Strassen zu vermeiden. Doch eines nachts fanden sie ihn, schlugen ihm mit einem Baseballschläger halb tot und liessen ihn vor einem Krankenhaus liegen. «In dem Moment beschloss ich, der gewalttätigste Gangster von El Paso zu werden.» Mit 14 Jahren wurde er Mitglied der Gang, die ihn so brutal geschlagen hatte. Gewalt, Kämpfe, Diebstahl und Drogen waren nun fester Teil seines Lebens – und bald hatte er sich den Spitznamen «Der Messerstecher» verdient. Mit 19 kam er ins Gefängnis, weil er bereits sechs Mitglieder anderer Gangs erstochen hatte.

Eine Alternative zu seinem Lebensstil sah er nicht. «Und ich hatte keine Hoffnung mehr. Ich hatte bereits akzeptiert, dass ich entweder im Gefängnis oder auf der Strasse sterben würde.» 2001, nach einem Einbruch, kam er direkt wieder in den Knast. Jetzt liess er seiner Wut freien Lauf, entfachte Kämpfe mit Mithäftlingen, verletzte sie … und landete für ein Jahr in Einzelhaft. Eine Stunde am Tag durfte er nach draussen, den Rest der Zeit war er allein in seiner Zelle, einsam und voller Wut.

«Diese Frau ist anders …»

Es gab noch einen Zeitpunkt, in dem er aus seiner Zelle durfte: Alle zwei Wochen fand ein Gottesdienst statt. Isaiah nutzte die Gelegenheit, obwohl ihn der Inhalt nicht interessierte. «Ich glaubte nicht an Gott. Wenn es wirklich einen liebevollen Gott gab, warum hatte er zugelassen, dass mir das alles passiert?» Doch was ihn dort erwartete, überraschte ihn: Die Seelsorgerin Gina, welche die Gottesdienste gestaltete, war selbst in einer Gang aufgewachsen. Und sie hatte keinerlei Berührungsängste. «Ich erinnere mich, wie Gina sich direkt vor mir aufbaute, ganz nah vor meinem Gesicht und mich anschrie: 'Bist du bereit, für das zu sterben, an das du glaubst? Ich bin bereit dafür, aber für Gottes Gang!' An dem Tag verliess ich den Gottesdienst mit dem Gedanken: 'Diese Frau ist anders'…»

Wenige Wochen später erlitt ein Mithäftling eine Überdosis Drogen in der Zelle. Als die Wächter den Körper raustrugen, kam Gina dazu. «Sie umarmte den Typ, weinte, betete für ihn und das haute mich um, weil ich noch nie so eine Liebe erlebt hatte. Echte Liebe für Menschen wie uns, für die Zerbrochenen, die Verletzten, die Verlorenen…» Seine Gedanken drehten sich jetzt um ihn selbst – er war ein schrecklicher Mensch geworden, der keine Gnade verdiente. Konnte Gott so einen wirklich gebrauchen?

Der Wendepunkt

Beim nächsten Gottesdienst fragte er Gina genau das. «Sie sagte: 'Ja, er kann dich gebrauchen, er kann dich zu seiner Ehre gebrauchen. Er ist für Menschen wie du gekommen, für die Schlimmsten der Schlimmen.' Und ich öffnete einfach meine Hände und antwortete: 'Wenn dieser Gott, von dem du redest, mich liebt, dann bin ich bereit, ich gebe ihm mein Leben!'»

Dieser Tag war der Wendepunkt. Durch Gottes Liebe wurde Isaiah, «der Messerstecher», nach und nach verändert. Er wuchs im Glauben und konnte mit der Zeit sogar seinen Eltern vergeben. Heute, zwei Jahrzehnte später, ist er verheiratet, hat vier Kinder und leitet ein Werk, dass Menschen hilft, die in Selbstzerstörung, Abhängigkeiten und Gewalt gefangen sind. «Ich möchte, dass sie erfahren, wie gross mein Gott ist und dass es Hoffnung gibt in Jesus Christus.»

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