«U.S.S. Indianapolis» gefunden – Nach der Tragödie trieb er vier Tage auf dem Wasser

3.9.2017
3 min

Vor kurzem wurde in der Tiefe des Meeres ein Kriegsschiff aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt: Die 1945 gesunkene U.S.S. Indianapolis. Edgar Harrell (92) überlebte die Tragödie als 20-jähriger Marine. «Als ich das Schiff verliess, betete ich und ich wusste, dass Gott mich hört.» 4,5 Tage trieben er und andere Überlebende auf dem Wasser.Als Edgar Harrell (92) von der Entdeckung hörte, reagierte er mit einem spontanen «Halleluja!». Er freue sich, das bringe die Geschichte näher. Erst am 19. August war das Wrack der U.S.S. Indianapolis von einem Suchschiff in einer Tiefe von rund 5,5 Kilometer im philippinischen Meer entdeckt worden. Es waren japanische Torpedos, die sie am 30. Juli 1945 versenkt hatten, kurz nach dem Abwurf der Atombombe «Little Boy» auf die Pazifikinsel Tinian gegen Ende des Zweiten Weltkrieges.

4,5 Tage im Ozean

Zu diesem Zeitpunkt war Edgar Harrell Marine-Korporal auf dem Schiff. Er gehörte zu den 317 Überlebenden der 1200-Personen-Crew. Rund 900 Menschen konnten dem sinkenden Schiff entfliehen, doch die meisten starben während den viereinhalb entsetzlichen Tagen im Ozean. Unter anderem führten Haiattacken und Dehydration zum Tod. Die Überlebenden kamen dank Regenwasser durch und trieben auf Kisten mit verfaulten Kartoffeln dahin.

Gerettet

Beim Sinken wurde ein Notsignal ausgesendet. Doch entweder ging dieses nicht wirklich raus oder es wurde nicht empfangen. Die Überlebenden wurden schliesslich gerettet, nachdem US-Flugzeuge über ihnen Patrouille flogen. Der genaue Ort, an dem die Indianapolis gesunken war, blieb während sieben Jahrzehnten ein Mysterium.

«Die Entdeckung bringt viele Erinnerungen zurück», sagt Harrell, Mitglied der «Calvary Bible Church» in Joelton. «Als ich das Schiff verliess, betete ich und ich wusste, dass der Herr mich hört. Ich hoffte und betete, dass ich das überlebe, was vor mir liegt.»

Sohn ist Pastor geworden

Im Wasser habe er an seine Familie gedacht, Bibelstellen zitiert und gebetet. Zwei Jahre später fand Harrell Jesus Christus als Herrn und Erlöser.

In den nächsten Wochen soll mit Tiefseekameras eine «Rundtour» durch das Schiff gemacht werden. Die Navy will zudem die 18 noch verbliebenen Überlebenden ehren.

«Wenn ich zurückschaue, muss ich sagen: 'Herr, was wäre wohl geschehen, wenn ich das nicht erlebt hätte. Wenn ich einfach eine Stunde später oder so gerettet worden wäre?'»

Sein Sohn David ist heute Pastor in der gleichen Gemeinde, Edgar hält immer wieder Vorträge im ganzen Land, bei denen er seine Lebensgeschichte erzählt. Sein Gebet ist: «Herr, ich weiss, dass ich dich früher oder später von Angesicht zu Angesicht sehe und dir dann Danke sagen kann für die vielen, vielen Dinge, die zu deiner Ehre geschehen sind.»

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