Amanda Smith – Sie war Sklavin und wurde erste internationale Evangelistin

Amanda Smith (Bild: Wikipedia)
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Amanda Smith (Bild: Wikipedia)
2.9.2021
5 min

Das Leben von Amanda Smith war aussergewöhnlich: Sie wurde von einer schwarzen Sklavin zur ersten internationalen Evangelistin. Amanda Smith hat in ihrer Generation viel für Gott erreicht. Sie ist ein Vorbild für unsere Zeit.

Amanda wurde 1837 im US-Bundesstaat Maryland als erstes von 13 Kindern geboren. Ihre Eltern waren Sklaven und sie selbst wurde ebenfalls eine. Trotz ihrer ärmlichen Verhältnisse wuchs Amanda umgeben von Gebet und Bibellesen auf und wurde von ihren Eltern im Lesen und Schreiben unterrichtet.

Durch harte Arbeit gelang es ihrem Vater, die Freiheit zu erkaufen, zunächst für sich selbst und dann für seine Familie. Obwohl sie frei war, wurde Amanda weiterhin diskriminiert und erhielt nur eine sehr begrenzte Ausbildung. Mit 13 Jahren wurde sie Dienstmädchen und arbeitete bis Mitte dreissig als Haushaltshilfe.

Sie heiratete im Alter von 17 Jahren und bekam zwei Kinder, von denen nur eines das Erwachsenenalter erreichte. Ihr Mann starb im Bürgerkrieg.

Schwere Lebensschläge

In ihren frühen Zwanzigern spürte Amanda, dass Gott sie aus einem bestimmten Grund auf wundersame Weise von einer schweren Krankheit geheilt hatte. Kurz darauf hatte sie ein verwandelndes Bekehrungserlebnis.

Als alleinerziehende Mutter heiratete sie erneut, doch dieser Mann verliess sie wieder, Amanda blieb in Armut mit drei weiteren Kindern zurück, die alle im Säuglingsalter starben.

Sie engagierte sich zunehmend in methodistischen Kirchenkreisen und wurde zu einer bekannten Evangelistin, die mit ihren Predigten in Kirchen und christlichen Versammlungen Menschen zu Christus führte.

Sie war eine kraftvolle Rednerin: Fast 1,80 m gross, mit einer vollen Stimme, einer bemerkenswerten Gesangsbegabung und einer überschwänglichen, dynamischen und spontanen Art. Amanda war eine Predigerin, die Eindruck machte. Wo sie sprach, bekehrten sich Menschen, wurden von Reue überwältigt oder von der Gegenwart Gottes berührt.

Von der Wäscherin zur Rednerin

1869, nach dem Tod ihres letzten Sohnes und ihres zweiten Ehemannes, fühlte sich Amanda dazu berufen, als Vollzeitmissionarin zu arbeiten. Als freigelassene schwarze Sklavin, eine einfache «Wäscherin», wie sie oft genannt wurde, und ohne Schulbildung oder formale Ausbildung konnte sie keine offizielle kirchliche Stellung erhalten.

Stattdessen sollte Amanda für den Rest ihres Lebens aus dem Glauben leben und sich von Gaben leiten lassen. Sie handelte aus dem Glauben heraus, plante selten etwas, sondern betete für alles und verliess sich darauf, dass Gott sie führen würde.

Amanda begann, auf besonderen Veranstaltungen zu predigen – «Lagerversammlungen» –, bei denen eine grosse Anzahl von Menschen zu tagelangen Gottesdiensten zusammenkam, deren Schwerpunkt auf Bekehrung und Heiligkeit lag.

Im Jahr 1878 wurde sie eingeladen, den Atlantik zu überqueren und auf der Keswick Convention in England zu sprechen. Bald wurde sie eine beliebte Rednerin bei Erweckungsversammlungen in ganz Grossbritannien. Sie zog Menschenmassen an, weil ihre Predigten die Herzen erreichten.

Plötzlich in Indien

Amanda wurde zudem eingeladen, nach Indien zu gehen, wo sie 18 Monate lang in Erweckungsversammlungen beachtliche Erfolge erzielte. Anstatt in die Vereinigten Staaten zurückzukehren, fühlte sie sich veranlasst, nach Afrika zu gehen, wo sie acht Jahre lang evangelisierte und Schulen und Missionen in Liberia und Sierra Leone gründete.

Als sie schliesslich in die Vereinigten Staaten zurückkehrte, schrieb Amanda einen langen Bericht über ihr Leben, der einen ehrlichen Bericht über ihren geistlichen Weg, aber auch einen Augenzeugenbericht über die Probleme des Rassismus und des Sexismus enthielt, mit denen eine schwarze Frau im neunzehnten Jahrhundert konfrontiert war.

Ab 1892 konzentrierte Amanda ihre Bemühungen auf die Unterstützung ihrer eigenen afroamerikanischen Gemeinschaft, insbesondere durch die Gründung und Leitung eines Waisenhauses in Illinois. In ihren letzten Lebensjahren, als ihre Gesundheit nachliess, zog sie nach Florida, wo sie 1915 im Alter von 78 Jahren starb.

Was wir von Amanda Smith lernen können

Amanda Smith stammte aus sehr ungünstigen Verhältnissen und wurde von Gott vierzig Jahre lang in Evangelisation und Erweckung auf vier Kontinenten ausserordentlich gebraucht. Ihr Erfolg war auf Gottes Gabe zurückzuführen, aber sie trug ihren Teil dazu bei, indem sie Gott erlaubte, in ihrem Leben zu wirken. Drei Dinge fallen mir an Amandas Leben auf.

1. Sie verliess sich auf Gott

Amanda war eine arme Frau mit begrenzter Bildung, die gegen weit verbreitete Rassenvorurteile ankämpfte. Doch gerade diese Einschränkungen zwangen sie dazu, sich auf Gott und seine Kraft zu verlassen. Das Leben von Amanda Smith erinnert uns daran, dass Gott das meiste durch diejenigen tut, die sich selbst am wenigsten zählen.

2. Sie hatte Sehnsucht nach Gott

Die Betonung und der Enthusiasmus des neunzehnten Jahrhunderts zur «Heiligkeitslehre» ist heute unmodern. Amanda machte es zu ihrer Priorität, Gott zu suchen und diese Erkenntnis und Erfahrung in ihrem Leben widerzuspiegeln. Es ist eine gute Priorität, die wir uns zu eigen machen sollten.

3. Sie zeigte die Gnade Gottes

Amanda war eine Frau, die gelitten hat. Sie verlor vier ihrer fünf Kinder, lebte in Armut und wurde häufig als Bürgerin zweiter Klasse angesehen. Dennoch war ihr Leben von bemerkenswerter Gnade geprägt. Nie forderte sie ihre Rechte ein, beschuldigte andere oder beklagte sich über den Rassismus, dem sie ausgesetzt war. Obwohl sie Diskriminierung nur selten in der Öffentlichkeit thematisierte, tat sie enorm viel Gutes, indem sie Brücken baute und Barrieren zwischen schwarzen und weissen Gemeinschaften niederriss.

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