Zehn Tage Hausarrest – «Soll dein Gott dich doch rausholen»

Sara (Name geändert) aus dem Irak
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Sara (Name geändert) aus dem Irak
Als Saras Vater merkte, dass sie sich dem christlichen Glauben geöffnet hatte, wurde er so wütend, dass er sie zehn Tage ohne Essen einsperrte. Doch als alles hoffnungslos aussah, tat Gott ein Wunder.
22.4.2024
4 min

Sara (Name geändert) lebt in Bagdad. Ihre Mutter starb, als sie noch klein war, und sie wuchs mit ihrem Vater auf, einem Muslimen, der seinen Glauben aber nicht sehr streng auslebte. Sara selbst interessierte sich sehr für das Leben und den Glauben.

Als Teenager schenkte ihr eine Freundin eine Bibel. Sie begann, darin zu lesen – und das löste etwas in ihr aus. «Als ich die Bibel las, verwirrte mich das, was ich da las», erinnert sich Sara. «Ich hatte viele Fragen: Wie kann Gott einen Sohn haben? Was bedeutet es, dass Jesus für meine Sünden gestorben ist? Wie können wir Gottes Kinder werden? Was bedeutet der Ausdruck ‘Menschensohn’?»

Überrascht und entsetzt zugleich

Im Islam hatte sie gelernt, Angst vor Gott zu haben – dieser Gott der Angst stimmte nicht überein mit dem Gott der Liebe, den die Bibel beschreibt. In ihrer Verwirrung fragte sie ihren Vater, aber er sagte nur, dass die Bibel ein erfundenes Buch sei und sie es nicht weiter lesen solle. «Aber ich konnte es einfach nicht lassen», berichtet Sara. «Ich las den Koran und verglich jedes Wort mit der Bibel.» Sie war gleichzeitig «überrascht und entsetzt». Der Gott der Bibel konnte unmöglich Gott sein – er war so anders.

Eingesperrt

Doch mit der Zeit akzeptierte Sara die Wahrheit und bat Jesus in ihr Leben. Das machte alles aber sehr kompliziert. «Eines abends beim Abendessen diskutierten wir die Unterschiede der verschiedenen Zweige des Islam und ich sagte zu meinem Vater: ‘Was sind all diese Ideologien, denen du folgst? Gott liebt dich und er möchte, dass du zu ihm kommst.’» Ihr Vater flippte aus, warf den Tisch um und sperrte sie in ihr Zimmer. «Er sagte: ‘Sehen wir doch, wie dein Gott dich da rausholt.’ Ich war verängstigt und schockiert, weil mein Vater zuvor immer sehr lieb zu mir gewesen war.»

Zehn Tage lang hielt er sie ohne etwas zu essen im Zimmer eingesperrt. Doch Gott verliess sie nicht. «Jede Nacht träumte ich, dass ich an einem dunklen Ort war und das jemand nach meiner Hand fasste und mich raus an einen hellen Ort brachte. Obwohl meine Situation unmöglich erschien, hatte ich Hoffnung und Glauben…» Doch nach zehn Tagen öffnete der Vater die Tür und eröffnete ihr, dass sie den Neffen der Stiefmutter heiraten müsse. Dann verschloss er die Tür erneut.

«Er ist immer bei mir»

In dem Moment verschwand all ihre Hoffnung. Doch in der Nacht geschah das Wunder: «Jemand kam zu mir wie ein Licht, nahm meine Hand und zog mich aus dem Zimmer. Ich fühlte mich wie in Trance, wie im Traum. Er setzte mich in ein silbernes Auto. Am Morgen wachte ich in einem Hotelzimmer in einer Stadt im Norden des Irak auf, Stunden entfernt von meinem Zuhause. Ich hatte Angst, als ich bemerkte, wo ich war und dachte, ich würde noch träumen…» Ein Hotelangestellter gab ihr etwas zu essen. Dann kam ein Sicherheitsbeamter rein und fragte, wieso sie von zuhause abgehauen sei. Sie erklärte, jemand habe sie mitgenommen – aber wer das war und wo er jetzt war, konnte sie nicht erklären. Doch plötzlich bekam sie Mut und sagte dem Mann: «’Er ist hier bei mir. Er ist immer bei mir – es ist Gott!’» Sie erzählte ihm ihre Geschichte und der Sicherheitsbeamte rief den Vater an, um die Bestätigung zu erhalten.

Zwei Tage später kam Saras Vater an. Er begann sie auszuquetschen und sie erzählte ihm alles und sagte zum Schluss: «Das alles ist passiert, weil du Gott herausgefordert hast. Du hast gesagt: ‘Soll dein Gott dich doch da raus holen…’ Und genau das hat er getan.»

Eine Entscheidung, die sie nie bereut hat

Die Beziehung zu ihrem Vater konnte Sara nie wieder herstellen. Er strich sie aus allen Familienunterlagen und enterbte sie. Doch das Wunder zeigte Sara, wie sehr Gott sie liebt. Heute lebt Sara in einer christlichen Gemeinschaft und wächst im Glauben. Sie liess sich taufen und studiert aktuell Theologie. «Bevor ich Christus kennengelernt habe, war mein Leben leer. Ich hatte keine Freude, keinen Frieden wie jetzt. Ja, ich hatte alles, was ich wollte, materielle Dinge – aber es gab keine Stabilität, keine echte Liebe. (…) Seit ich Christus gefunden habe, hat sich mein Leben komplett verändert. Ich habe begonnen, die Liebe kennenzulernen und manches in mir wurde gebrochen.»

Heute ist sie dankbar, selbst für die schlimmen Erfahrungen, die sie durchmachen musste. «Ich habe die Entscheidung, die ich getroffen habe, nie bereut. Er hat mich an meinen tiefsten Punkt gebracht, um mich direkt danach wieder hochzuheben.»

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