Alternative zur Abtreibung – Vietnamesischer Christ rettet das Leben von über hundert Kindern

6.7.2016
3 min

Tong Phuoc Phuc ist Vietnamese, überzeugter Christ – und hundertacher Adoptivvater. Der Mann, der von der Regierung und der Presse des mehrheitlich buddhistischen Landes immer wieder hochgelobt wird, überzeugte viele Frauen, nicht abzutreiben, und adoptierte stattdessen die ungewollten Kinder.

Egal, wohin man schaut, in wohl jedem Land dieser Welt steigt die Abtreibungsrate jährlich. Auch in Vietnam. Hier ist der Schwangerschaftsabbruch legal und wird in fast jedem Krankenhaus durchgeführt. Für viele Frauen, insbesondere diejenigen der armen Bevölkerungsschicht, ist der Schritt zur Abtreibung häufig eine alternativlose Entscheidung. Doch in Vietnam gibt es einen Mann, der aktiv dagegen vorgeht – und damit sehr erfolgreich ist.

Ein Friedhof für die Ungewollten

Alles begann damit, dass Tong Phuoc Phuc in einem Krankenhaus beobachtete, wie viele Frauen in den Kreissaal gingen, hinterher aber ohne Säugling im Arm wieder herauskamen. Das schockierte ihn zutiefst. Phuc sprach mit den Verantwortlichen im Krankenhaus und bat darum, die Körper der abgetriebenen Kinder abholen zu dürfen, um sie zu begraben. Er hatte zwar nur wenig Geld zur Verfügung, doch er kaufte sich davon ein Stückchen Land, um dort die getöteten Babies zu begraben – heute sind es über 10'000 Föten, die hier ruhen.

Eine Alternative zur Abtreibung

Mit der Zeit begannen Frauen, auf den Friedhof zu kommen, die ihre Abtreibung bereuten. Hier konnten sie zur Ruhe kommen, ein Gebet sprechen oder aber Schwangere suchten Phuc auf, um ihn um Hilfe zu bitten. Bald öffnete der Christ die Türen seines Hauses, damit die schwangeren Frauen bis zur Geburt ihrer Kinder hier wohnen konnten. Zusätzlich bot Phuc ihnen an, die Kinder zu adoptieren, um ihnen eine Alternative zur Abtreibung zu bieten.

Seither hat er über 100 Säuglinge adoptiert, die andernfalls abgetrieben worden wären – und rettete ihnen so das Leben. Der Vietnamese schaffte es sogar, einige dieser Frauen einige Zeit später, sobald sie sich in einer besseren Situation befanden, zu überzeugen, ihre Kinder wieder zu sich zu nehmen. Für weitere Frauen baute er ein Haus, das zurzeit 35 Bewohnerinnen beherbergt.

Ein lebendiges Zeugnis

Den Grossteil seines Einkommens gibt er für das Wohl der Kinder aus, ausser kleinen Spenden erhält er keine offiziellen Gelder. Dafür wurde er vom Präsidenten dieses mehrheitlich buddhistischen Landes geehrt, die Presse bezeichnet ihn als «bewundernswert». Und so rettet Phuc nicht nur das Leben vieler Kinder, er ist seinen Mitmenschen auch ein lebendiges Zeugnis für Gottes Liebe.

Er selbst geniesst diese Arbeit: «Ich werde dies bis zu meinem letzten Atemzug weitermachen», erklärt der hundertfache Vater. «Ich möchte meine Kinder dazu motivieren, eines Tages diese Arbeit zu übernehmen und ebenfalls schutzlosen Menschen zu helfen!»

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Story
rolf-brennwald

Verschiedene Hüte und die eine Beziehung zu Gott

Rolf Brennwald ist 65 Jahre alt und wohnt mit seiner Frau Brigitte in Wangen bei Olten. Seine Beziehung zu Jesus pflegt er auf verschiedene Art und Weise. Das beginnt bei ihm schon am Morgen. So habe ich ihn für unser Interview gleich «in flagranti» erwischt, in der Stille.
Story
Tyler White legt als DJ bei den «Autism-Speaks-Walks» auf

Getragen von Hoffnung als Inspiration für andere

Tyler White, auch bekannt als «DJ TyWy», wuchs mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) auf. Die Musik half ihm, soziale Hürden zu überwinden. Sein Glaube ist die tragende Säule in seinem Leben.
Story
Melissa Ferguson unterstützt Menschen durch ihre Bücher den Blick auf die Wahrheit zu richten

Den Blick für wahre Prioritäten nicht verlieren

Sie selbst sei oft zu beschäftigt gewesen, um beispielsweise zu beten. Doch heute rät Melissa Ferguson dazu, die Prioritäten so festzulegen, dass echter Frieden ins Leben kommt.
Story
Daniel Ritchie

Vom Menschenhass geheilt, heute inspiriert er andere

Als Teenager konnte sich Daniel Ritchie nicht vorstellen, dass Gott ihn liebt. Mit 15 war er voller Wut, verwirrt und überzeugt, dass seine Umstände ihn ausserhalb von Gottes Fürsorge stellten. Doch bei einer Jugendveranstaltung, änderte sich alles …