Ruben Herrendorf ist in der Nähe von Bern aufgewachsen und wohnt nun in Basel. Sein aus Deutschland stammender Vater war alkohol- und drogensüchtig, seine Halbschwester stirbt nach jahrelanger Drogensucht sogar an einer Überdosis Heroin. Sein Vater erlebte dann eine Wende und wurde frei von seinen Süchten, nachdem er Jesus Christus begegnet war und verschiedene Therapien ihm geholfen haben, berichtet Ruben Herrendorf auf dem Podcast von Radio BEO und ERF Medien.
Dann kam der nächste Schicksalsschlag: Der Vater erkrankte an Krebs. Medikamente lindern zwar die Beschwerden, doch starb er dann überraschend an einem Herzstillstand. Zusätzlich blieb für Ruben Herrendorf und seine Frau der Kinderwunsch unerfüllt. Sein Leben gerät aus dem Gleichgewicht. Er sucht nach neuen Antworten für sein Leben.
«Mein Betriebssystem überarbeiten»
Rückblickend sagt Ruben Herrendorf: «Ich musste mich mit dem Thema Leben und Tod auseinandersetzen. Die Sinnfrage drängte sich auf. Das hatte ich bisher ausgeblendet.» Das alles hatte sein Verständnis vom christlichen Glauben in Frage gestellt und einen Prozess in Gang gesetzt: «Ich musste mein Betriebssystem überarbeiten.» Das Leid und die Schwere des Lebens hatte bisher keinen Platz in seinem Leben. Er entdeckte, dass diese Themen schon integral im Leben von Jesus vorhanden waren. So lernte er diese schwierigeren Lebensumstände zu umarmen, das heisst im Leben zu integrieren. Er wartet nicht einfach auf bessere Tage, sondern lässt bewusst Hoffnung entstehen. Zum Beispiel indem er sich auf das Vorbild von Jesus ausrichtet – er ist die Hoffnung.
Leidenschaftlicher Medikamentenforscher
Die positiven und heilbringenden Substanzen der Medikamente haben ihn schon als Junge fasziniert. Aus dem kleinen Jungen wird ein leidenschaftlicher Medikamentenforscher in einem risikoreichen Geschäft, das nicht für schwache Gemüter gemacht ist. Nach einer pharmazeutischen Ausbildung an der Universität Basel mit Bachelor, Master und Doktorarbeit wirkt er heute für das kleine Biotech-Unternehmen NXI Therapeutics AG, das als Spinn-off der Universität Basel gestartet wurde.
Als Geschäftsführer leitet er ein Unternehmen, das eine neue Generation selektiver immunmodulatorischer Therapien für Autoimmun- und Entzündungskrankheiten entwickelt. Indem gezielt schädliche Immunreaktionen bekämpft und gleichzeitig die natürliche Fähigkeit des Körpers zur Abwehr von Infektionen und Krebserkrankungen bewahrt werden, treibt sie einen sichereren und präziseren Ansatz zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen voran. Diese jahrzehntelange wissenschaftliche Forschung hat das Potenzial, das Leben von Patienten weltweit zu verbessern.
Aufgabe für das Leben
Die Entwicklung von neuen Medikamenten ist ein langer Weg mit vielen Auf und Abs. Es braucht einen langen Atem und die Unterstützung von namhaften Investoren. Da machte Ruben Herrendorf gerade ein «Wüstenjahr» durch: Teilweise mussten die Saläre eingefroren werden. So musste er auch beruflich ein Tal des Todesschatten durchlaufen. Für eine solche Tätigkeit braucht es daher Überzeugung.
Ruben Herrendorf hat die Forschung als Aufgabe für das Leben verstanden: «Ohne das Bewusstsein dieser persönliche Aufgabe wäre das Durchhalten schwierig. Es ist ein sinnvoller und lebensfördernder Auftrag. In diesem Bewusstsein ist der Auftrag vielleicht sogar göttlich.» Vor kurzem konnte aber eine substanzielle Finanzierungsrunde mit einem Investorenkonsortium abgeschlossen werden, das für die nächsten Jahre Klarheit gibt.
Dieser Artikel erschien zuerst bei Dienstagsmail.




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