Susie gingen die Augen auf – Vom «Oben ohne»-Model zur Kämpferin gegen Porno

Susie Flashman-Jarvis
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Susie Flashman-Jarvis
20.3.2022
3 min

Susie Flashman-Jarvis arbeitete in jungen Jahren als «Oben ohne»-Model. Ihre Bilder erschienen in Zeitschriften in ganz Europa. Heute rät sie aus verschiedenen Gründen vor einer Karriere in der Sex-Unterhaltungsbranche ab.

«Ich arbeitete im Alter von 19 Jahren als 'Oben ohne'-Model und erschien in Boulevardzeitungen und Zeitschriften in ganz Europa», blickt Susie Flashman-Jarvis zurück. Ein Fotograf habe sie damals aufgefordert, ihr Oberteil auszuziehen und so machten die Nacktbilder die Runde (... und der Fotograf dürfte nicht leer ausgegangen sein, Anmerkung der Redaktion).

30 Jahre später findet sie immer noch Bilder von sich im Internet, auf denen sie nackt abgebildet ist. Dabei arbeitet sie inzwischen paradoxerweise als Beraterin für Menschen, die pornosüchtig waren.

Das Entsetzen

«Ich war entsetzt, als ich in der Ostschweiz ihr 19-jähriges Ich sah, das auf diesen Bildern gleich alt wie ihre Tochter war. Die Vorstellung, dass Männer sich an ihren hüllenlosen Fotos ergötzen, war abstossend.» Weiter betrübte es sie, dass jede fünfte Person in Grossbritannien sich vorstellen könnte, eine Karriere in der Pornografie in Betracht zu ziehen, wenn das Gehalt hoch genug wäre. Nachdem sie die verheerenden Auswirkungen von Pornos in ihrer Beratungsarbeit immer wieder gesehen hat, rät sie dazu, von solchen Gedanken Abstand zu halten.

Leben ruiniert

«Ich bin seit mehr als zwei Jahrzehnten Beraterin und Coach. Hierbei habe ich mit Tausenden von Menschen gearbeitet, von denen viele von Porno betroffen waren. Zum Beispiel hatte eine Teenagerin Sex mit ihrem Freund gefilmt, nach der Trennung bedauerte sie, dass die Filme 'irgendwo da draussen sind'. Oder da war der Mann, der pornosüchtig wurde und alles verlor, einschliesslich seiner Familie und seiner Arbeit; oder das junge Mädchen das von einem Pädophilenring gefilmt wurde.»

Susie Flashman-Jarvis hat viele Paare beraten, die Pornografie als Problem genannt haben. «Frauen, deren Partner süchtig sind – und es gibt auch viele weibliche Süchtige – sagen, dass es sich anfühlt, als hätte ihr Partner eine Affäre. Die Männer sind immer schockiert, das zu hören.»

«Wie bei Medikamenten»

«Wie bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln brauchen die Benutzer immer mehr davon, um die Wirkung zu spüren», sagt Susie Flashman-Jarvis. «Als Botschafterin von 'Restored', einer Wohltätigkeitsorganisation, die sich für die Beendigung von Gewalt gegen Frauen einsetzt, möchte ich eine Frage stellen: Unterstützt Pornografie die Vorstellung, dass Frauen mit Respekt behandelt werden?»

Weiter stellt sie diese Frage: «Wenn Sie zu den zwanzig Prozent gehören, die sich eine solche Laufbahn vorstellen können, stellen Sie sich die folgenden Fragen: Würde ich mich freuen, wenn jemand über einem Foto meiner Tochter masturbiert? Oder wenn mein Sohn oder meine Tochter die Pornos gesehen haben, in denen ich auftauche?»

Tatsache ist, dass Pornografie Auswirkung haben kann, für diejenigen, die sie produzieren und für jene, die sie sich anschauen, bilanziert Susie Flashman-Jarvis.

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