Von Menschenhändlern entführt – Wie ein gefolterter Druse Freiheit fand

Arabischer Mann
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Arabischer Mann
22.11.2021
3 min

Auf dem Weg von Saudi-Arabien nach Europa wird Khaled von Menschenhändlern entführt und gefoltert. In dieser Zeit erinnert er sich an etwas, das er über Jesus gehört hatte – ein verzweifeltes Gebet hat ungeahnte Folgen…

Alles war organisiert: Khaled (Name aus Sicherheitsgründen geändert) aus Saudi-Arabien hatte die Menschenhändler gut bezahlt – sie versprachen im Gegenzug, ihn sicher in eine europäische Hauptstadt zu bringen und ihn dort in einem Hotel abzuliefern. Die saudische Regierung hatte ihn gezwungen, das Land zu verlassen, und er war bereits in den Libanon gekommen. Von hier aus sollte es nun weitergehen.

Doch alles kam anders. In Europa angekommen, brachten die muslimischen Menschenhändler den jungen Drusen in ein verlassenes Gebäude und banden ihn dort an einen Stuhl. Zwei Wochen lang folterten sie ihn und nahmen Videos auf, um von seiner Familie 25‘000 Euro zu erpressen.

Inmitten der schlimmen Folter erlebte Khaled auch einen inneren Kampf. «Sie zwangen mich, wie ein Muslim zu beten», berichtet der Druse. Seit langem verfolgen Muslime Drusen, die einer Mischreligion nachfolgen. «Ich kannte die Traditionen des Islam, also betete ich gezwungenermassen zu Allah und sagte: 'Allah, hilf mir. Wo bist du, Allah? Du bist Allah, aber du tust nichts. Wer bist du, dass ich wegen dir so leiden muss?'»

Im Namen Jesu

Im Libanon hatte er einen Christen getroffen, der ihm sagte, er könne jederzeit Jesus bitten, sein Gott zu sein. Damals war das auf taube Ohren gestossen, doch jetzt? «Ich erinnerte mich daran, wie er im Namen des Herrn Jesus betete und dann 'Amen' sagte», berichtet Khaled. «In der Zeit der Gefangenschaft war es der Heilige Geist, der bei mir war – er wollte zu mir reden und ich kämpfte innerlich damit, ihn anzunehmen oder abzulehnen.»

Seine Familie konnte das Lösegeld natürlich nicht zahlen und die Händler stritten darüber, was sie mit ihm machen sollten – seine Beine brechen, ihn in die Türkei bringen oder ihn töten und die Organe verkaufen…? In diesem Moment begann Khaled, im Stillen zu Jesus zu beten. Als er 'Amen' sagte, wusste er, dass er sich auf einem neuen Weg befand. Und plötzlich spürte er, wie sich seine Arme und Beine aus den Fesseln lösten. «Ich begann zu weinen und sagte ihm (Jesus): 'Jetzt werde ich an dich glauben! Du bist mein Gott, du bist alles für mich. Bitte zeig mir den Ausweg und befreie mich.'»

Frei

Unter Gebet – während seine Entführer sich stritten – gelangte er zur Tür, sprang über eine hohe Mauer und rannte dann insgesamt drei Stunden, bis er einen Polizeiposten fand. Zwei Monate lang verbrachte er unter Polizeischutz, während die Behörden in dem Fall ermittelten. Khaled bekam unterdessen Kontakt zu einer christlichen Organisation, die ihn mit Lebensmitteln, legaler Hilfe und einer Bibel versorgten. «Sie alle hielten mich fest wie eine Familie, unterstützten mich und zeigten mir, wer der Herr Jesus wirklich ist», erzählt Khaled. «Heute weiss ich, dass ich mein ganzes Leben mit dem Herrn Jesus leben werde. Egal, wo ich hingehe, sage ich immer: 'Suche Gott, denn Gott ist Liebe.'»

Heute, ein Jahr später, arbeitet Khaled als Arabisch-Übersetzer für die Organisation, die ihm half und weiterhin Flüchtlinge unterstützt – viele davon sind verfolgte Christen. Sie bietet ihnen nicht nur Lebensmittel, Babynahrung und psychologische sowie seelsorgerische Hilfe, sondern auch Unterricht für die Kinder gibt und den Familien hilft, eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen. Und dabei erzählen sie immer von ihrer Motivation, der Liebe Gottes.

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