Freiwillig in Gefahr – Wie eine Missionarin einen gefährlichen Ort verändert

26.1.2018
3 min

Guadalupe Hernández arbeitet in einem der gefährlichen Stadtteile von Mexiko City. Auch Kriminelle kommen zu ihr in die Gemeinde. Doch in jedem sozialen Einsatz sieht sie die Chance, Menschen zu verändern und Frieden zu bringen.Sie geht freiwillig dorthin, wo andere sich noch nicht einmal gegen Bezahlung hinwagen würden: Guadalupe Hernández besucht jeden Tag den Stadtteil Los Reyes im Grossraum von Mexiko City. Hier gibt es weder fliessendes Wasser noch Strom – die Menschen leben in extremer Armut und die Kriminalitätsrate ist so hoch wie nur an wenigen Orten des eh von Kriminalität gebeutelten Landes. Doch Guadalupe arbeitet in Los Reyes, um den Menschen von Jesus zu erzählen. Sie hat in harter Arbeit eine Gemeinde aufgebaut, um so Licht in der Dunkelheit zu sein.

Licht sein – ganz praktisch

Dass die Gemeinde nicht nur für die «normalen» Bewohner da ist, sondern auch für die Kriminellen, zeigt eine kleine Begebenheit, von der das christliche Internetportal Acontecer Cristiano berichtet. Guadalupe traf in der Kirche auf einen Jungen, der gerade Geld klauen wollte. Doch anstatt die Polizei zu rufen, sagte sie ruhig: «Hier gibt es nichts, was du stehlen könntest. Was suchst du denn?» Der Junge erklärte ihr, dass er nach Essen suche und die Missionarin erlaubte ihm, in der Gemeinde zu übernachten. Dann half sie ihm, eine Arbeit zu finden und versorgte ihn mit Essen. Heute sei der Junge frei von Drogen und Alkohol, heisst es in dem Bericht. Er sei mittlerweile in seine Heimatstadt Oaxaca zurückgekehrt und ist ein völlig neuer Mensch geworden.

Sozialer Einsatz

Mit finanzieller Unterstützung der Regierung führt Guadalupe ausserdem eine Suppenküche, die täglich 60 Personen mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Die Frauen, die freiwillig bei der Essensverteilung mithelfen, bekommen im Gegenzug ebenfalls Essen für ihre Familien. Auf diese Weise wird vielen Familien in dem armen Stadtteil geholfen. «Ich erinnere mich an den Fall einer Frau, die stark zu trinken begann, nachdem ihr Mann gestorben war», berichtet Guadalupe Hernández. «Ich lud sie ein, mit in der Suppenküche zu arbeiten und nach einiger Zeit hörte sie auf zu trinken. Heute gehört sie zu den Gemeindeleitern!»

«Die Kirche muss ihre vier Wände verlassen»

Doch die Missionarin und ihre Gemeindeglieder sind nicht nur auf sozialer Ebene im Stadtteil tätig, sondern auch ganz praktisch auf der Strasse: Sie helfen, die Strassen sauber zu halten und haben mit Hilfe der Behörden einige öffentliche Plätze und Privathäuser bereits mit Strom versorgen können. In allem sieht Guadalupe Hernández eine Chance: «Der einzige Weg, um unserem Volk Frieden zu bringen, ist, wenn die Kirche ihre vier Wände verlässt, die Menschen erreicht und die Arbeit tut, die getan werden muss.»

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