Wunder um Wunder

Christian-Korten
zVg
Christian Korten

Mehrfach erhielt Christian Korten beunruhigende medizinische Befunde. Immer wieder befürchtete er eine schwere Erkrankung – und immer wieder kam es anders. Für ihn sind diese Erfahrungen zu Wundern geworden.

21.10.2026
6 min
Valentina Hepp

Christians aufwühlende Krankheitsgeschichte begann 2010 mit Schwindelattacken. Damals war der Ingenieur aus Recklinghausen (D) 54 Jahre alt. Er fühlte sich benommen, doch auch mehrere Arztbesuche, unter anderem beim HNO-Arzt, brachten keine Erklärung. Einige Wochen später wurde der Schwindel nach einem stressigen Arbeitstag plötzlich sehr stark. Hinzu kamen hoher Blutdruck und ein beklemmendes Gefühl in der Brust.

Am nächsten Tag ging Christian zu einem Internisten. Ein Belastungs-EKG – eine Untersuchung, bei der das Herz unter körperlicher Belastung überwacht wird – zeigte auffällige Herzschläge. Christian wurde deshalb sofort zu einem Kardiologen ins Krankenhaus geschickt.

Ein vermeintlich krankes Herz

Der Kardiologe stellte eine mögliche Durchblutungsstörung des Herzens fest. Nun sollte eine Herzkatheteruntersuchung klären, wie stark die Gefässe verengt waren. Möglicherweise müsse sogar ein Stent eingesetzt werden.

Christian konnte das kaum glauben. Er lebte gesund und trieb regelmässig Sport im Fitnessstudio. Ausserdem ging er joggen, in den Bergen wandern und mit seiner Frau Christine zum Tanzen. Vor allem aber bekam er Angst. «Was ist mit Gott?», fragte er sich. Gott wusste doch, wie sehr er sich vor einem solchen Eingriff fürchtete. Christian betete. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen Freunden bat er Gott immer wieder um Hilfe. Besonders häufig las er Psalm 91, vor allem Vers 14, in dem Gott sagt:

Icon Bibel

«Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen.»

Psalm 91,14

LUT

Doch zunächst änderte sich nichts. Und die Angst blieb.

Allmählich musste Christian erkennen, dass er sein Leben nicht vollständig kontrollieren konnte. «Ich muss mein Leben in Gottes Hand legen», wurde dem Sportliebhaber immer bewusster.

Am nächsten Tag wurde die Herzkatheteruntersuchung durchgeführt. Christian betete sogar während des Eingriffs. Dann die Überraschung: Sein Herz war gesund. Keine Ablagerungen, keine Durchblutungsstörungen. Die Ärzte gingen von einem falsch-positiven Belastungs-EKG aus – vermutlich ausgelöst durch die starke Stresssituation. Für Christian war es ein Wunder.

2021: Ein neuer Schock

Elf Jahre später folgte während der Corona-Zeit der nächste Schreck: Bei einer Routineuntersuchung waren bestimmte Blutwerte auffällig. Deshalb ordnete der Facharzt ein MRT an. Vier Wochen musste Christian auf den Termin warten. Wieder hatte er grosse Angst. Gemeinsam mit seiner Frau betete er täglich. Auch während der Untersuchung bat Christian Jesus, ihm die Hand zu halten.

Die Untersuchung zeigte Veränderungen im Gewebe, die möglicherweise auf Krebs hindeuteten. Eine Gewebeprobe, eine sogenannte Biopsie, sollte Klarheit bringen. Wieder vergingen mehrere Wochen bis zum Termin.

Fünf Tage nach der Biopsie kam der Befund per Telefonat: Es war nichts Bösartiges nachweisbar.

«Ich hüpfte vor Freude und war sprachlos», erinnert sich Christian, der auch hier überzeugt war, dass Gott eingegriffen hatte.

Das Ehepaar Korten hatte während 75 Tagen für dieses Wunder gebetet. Nun beschloss er, weitere 75 Tage zu beten – diesmal, um Gott für seine Gnade und Barmherzigkeit zu danken.

Eine Blutung im Gehirn

Noch bevor diese Zeit vorbei war, folgte der nächste Schock. An einem Sommerabend 2021 bekam Christian plötzlich extrem starke Kopfschmerzen. Seine Frau rief den Krankenwagen.

Im Krankenhaus zeigte eine Untersuchung eine Hirnblutung, die offenbar durch einen starken Blutdruckanstieg ausgelöst worden war. Christian musste zwei Wochen auf der Intensivstation bleiben. Weitere Untersuchungen sollten klären, ob ein Aneurysma – eine gefährliche Ausbuchtung eines Blutgefässes – die Ursache war.

Doch die Ärzte konnten keines feststellen. Auch spätere Kontrollen ergaben keinen Hinweis darauf. Christian durfte wieder uneingeschränkt seinen gewohnten Aktivitäten nachgehen. Die Ärzte gingen davon aus, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen würde.

Anschliessend verbrachte Christian drei Wochen in der Rehabilitation, um seine körperlichen Fähigkeiten wiederherzustellen. Dabei wurde ihm erneut bewusst, wie dankbar er sein konnte. Für ihn war es ein Wunder.

2022: Wieder ein beunruhigender Befund

Anfang 2022 stand die nächste reguläre Jahreskontrolle an. Dabei zeigte sich, dass bestimmte Blutwerte erneut deutlich erhöht waren. Wieder musste Christian auf ein MRT warten. Wieder stand eine mögliche Biopsie im Raum, da der Facharzt nicht damit rechnete, dass sich die Befunde im MRT verbessert haben würden.

Doch diesmal fiel das Ergebnis so gut aus, dass keine Gewebeprobe nötig war. Selbst der Facharzt war überrascht. Für Christian war das erneut ein Wunder.

Kurz darauf bekam Christian über längere Zeit Magenschmerzen. Die Beschwerden hielten mehr als ein Jahr an, doch die Untersuchungen ergaben keinen auffälligen Befund. Schliesslich verschwanden die Schmerzen wieder. Christian glaubt, dass auch hier Gott eingegriffen hat.

Auch seine Frau hatte in dieser Zeit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Nach den belastenden Erlebnissen, die sie und Christian erlebten, entwickelte sie eine Angststörung. Dazu kamen Beschwerden am Fuss. Mit ärztlicher Behandlung und viel Gebet verbesserte sich ihr Zustand zunächst.

2023: Schon wieder ein Fehlalarm

Im Sommer 2023 ging Christian wegen anhaltender Ohrenschmerzen und Beschwerden im Halsbereich zu einem HNO-Arzt. Dort erhielt er erneut eine beunruhigende Nachricht: Seine Halsgefässe sähen sehr schlecht aus. Er solle möglichst bald einen Gefässspezialisten aufsuchen.

Christian war erschüttert. Rund zehn Jahre zuvor waren seine Blutgefässe untersucht worden – ohne auffälligen Befund. Seitdem hatte er besonders auf eine gesunde Ernährung geachtet. Dennoch musste er dreieinhalb Monate auf einen Termin zur Sonographie beim Facharzt warten. Während dieser Zeit legte er seine Sorgen im Gebet Jesus hin und vertraute darauf, dass sich eine erträgliche Lösung finden würde.

Beim Gefässspezialisten kam dann die Entwarnung: Zwar gab es kleinere, altersbedingte Ablagerungen. Die wichtigen Halsschlagadern waren jedoch in Ordnung. Offenbar hatte der HNO-Arzt bei seiner Untersuchung ein anderes Gefäss betrachtet, das für die Blutversorgung des Kopfes keine entscheidende Rolle spielte. Christian sollte lediglich regelmässig zur Kontrolle kommen. Wieder war er erleichtert. Wieder sah er darin ein Wunder.

2025: Eine überraschende Diagnose bei seiner Frau

Bei Christians Frau besserten sich die Angststörung und die Fussbeschwerden zunächst nur langsam. Verschiedene Medikamente brachten nicht den erhofften Erfolg. Eine Therapeutin schlug vor, dass sie sich auf Parkinson testen lassen sollte.

Im September 2025 wurde bei ihr schliesslich tatsächlich eine verminderte Dopamintransporterdichte festgestellt, die mit dem Parkinsonsyndrom in Zusammenhang steht. Sie begann eine medikamentöse Behandlung.

Dabei geschah etwas Unerwartetes: Nicht nur die Beschwerden am Fuss besserten sich deutlich, sondern auch ihr psychischer Zustand.

Offenbar hatte ihr Körper schon länger zu wenig Dopamin produziert – einen Botenstoff, der unter anderem Bewegung und psychisches Wohlbefinden beeinflusst. Die Medikamente gegen die Angststörung werden bis heute schrittweise und über einen längeren Zeitraum hinweg reduziert.

Gott vertrauen, auch wenn die Antwort ausbleibt

Wenn der 70-Jährige heute auf die vergangenen Jahre zurückblickt, denkt er an die Worte von Jesus im Garten Gethsemane:

Icon Bibel

«Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!»

Lukas 22,42

LUT

«Auch Jesus hat erlebt, wie sich Gott fern anfühlen kann», stellt Christian fest. Gerade in Krankheit, Angst und Situationen, in denen wichtige Entscheidungen anstehen, wünsche man sich oft ein sofortiges Zeichen von Gott.

Christian hat gelernt, dass dieses nicht immer sofort kommt. Und dass Gebet nicht bedeutet, dass alles so geschieht, wie man es sich wünscht.

Seine Erfahrungen haben Christian gelehrt, Kontrolle abzugeben und Gott zu vertrauen. Er möchte andere dazu ermutigen, Gott auch dann alles zuzutrauen, wenn die Antwort auf ein Gebet auf sich warten lässt.

Für ihn steht heute fest: Gott kann viel mehr tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns vorstellen können.

«Es geschieht nichts ohne sein Wissen», sagt Christian. «Auch wenn Gott erst spät antwortet und anders handelt, als wir hoffen.» Rückblickend ist Christian überzeugt, dass Gott ihm viel mehr geschenkt hat, als er je erbeten hatte.

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