Zweimal arbeitslos – als Vater von drei Kindern ….

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zVg
Kurt Meier ist gelernter Maurer, Polier, Bauführer, arbeitet heute als Versicherungsmakler. Er hat zweimal Krebs überlebt und geholfen, eine Gemeinde aufzubauen.

Kurt Meier arbeitete als Maurer, wurde Polier, dann Bauführer im Kanton Zürich. Die Stellensuche führte die Familie ins luzernische Schötz – und er landete nochmals in der Arbeitslosigkeit. Doch später erkannte er: Sie waren aus gutem Grund hier.

10.7.2026
5 min
Mirjam Fisch

«Wir lernten uns in der Jugendgruppe der Chrischona-Kirchen im Toggenburg kennen», erzählt Kurt Meier. 1984 heirateten er und Antje, beide waren damals 22 Jahre alt. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester, er besuchte die Polierschule. Ein Jahr später wurden sie Eltern und liessen sich in Männedorf nieder. In den folgenden sechs Jahren kamen zwei weitere Töchter zur Welt. Dann erhielt Kurt die Diagnose Hodentumor. Die Behandlung schlug gut an, sodass er zunächst weiter auf dem Bau arbeiten konnte. Doch mit der Zeit machten seine Schultern nicht mehr mit.

Als 36-Jähriger trat Kurt eine Umschulung zum Bauführer an und sah sich gezwungen, eine neue Arbeitsstelle zu suchen. In seiner bisherigen Firma gab es bereits genügend Bauführer – ein weiterer wurde nicht gebraucht. Schliesslich erhielt er ein Angebot von einem Bauunternehmen im Kanton Luzern. «Er wählte mich aus 70 Bewerbungen – das schmeichelte mir schon …», gesteht Kurt. Später erfuhr er allerdings, dass er innerhalb von zehn Jahren bereits der achte Werkmeister war. Tatsächlich endete auch sein Arbeitsverhältnis schon nach 15 Monaten. «Wir hatten uns hier ein Haus gekauft – und dann das… », erinnert er sich. «Danach schrieb ich gut hundert Bewerbungen und bekam zwei Jahre lang nichts Festes.»

Gott versorgt

Trotz allem hielten Kurt und Antje an Gottes Zusage fest, dass er für seine Kinder sorgt. Und das Ehepaar erlebte seine Versorgung auf erstaunliche Weise: Mehr als einmal fanden sie 1'000 Franken in einem Couvert im Briefkasten. Ein anderes Mal beteiligte sich ein Mitfahrer im Auto aussergewöhnlich grosszügig an den Fahrtkosten.

Schliesslich machte ihm der Vermittler eines Temporärbüros einen unerwarteten Vorschlag: Er solle es doch als Versicherungsberater versuchen. «Davon hatte ich keine Ahnung – aber man kann alles lernen», stellt Kurt klar. Er liess sich einarbeiten, fand Gefallen an der Sache und war erfolgreich. Endlich hatte er wieder eine Arbeitsstelle und konnte seine Familie ernähren. «Dass ich auf andere Menschen und Gottes Versorgung angewiesen war, hat schon an meinem Selbstwertgefühl genagt», gesteht er. Doch mit der Zeit lernte er, dass er es seinem Schöpfer überlassen darf, auf welche Weise er für ihn sorgt. So konnte er das, was Gott ihm schenkte, dankbar annehmen.

«Hier gehören wir hin»

Als Zürcher und Mitglieder einer Freikirchler wurde die Familie im katholisch geprägten Kanton nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Besonders die älteste Tochter litt unter dem Umzug. Doch schon bald fanden Kurt und Antje eine junge Gemeinde im Aufbau und spürten: «Hier gehören wir hin.» Mit viel Engagement brachten sie sich ins Gemeindeleben ein. Kurt wurde bald in die Gemeindeleitung gewählt und half mit, tragfähige Strukturen aufzubauen.

Zudem absolvierte er einen Kurs für Laienprediger und übernahm einmal im Monat die Predigt. Die Willisauer Zeitung wies nicht nur gratis auf katholische Messen, sondern auch auf die Gottesdienste der Freikirche Willisau hin – ein Geschenk Gottes für deren Mitglieder. Die Gemeinde wuchs. Als der Pfarrer einer reformierten Landeskirche nicht mehr gewählt wurde, weil er als zu fromm galt, schloss sich dessen Jugendgruppe der Freikirche an. «Wir begleiteten diese jungen Leute seelsorgerlich», erklärt Kurt.

Auf der Suche nach einer entsprechenden Aus- oder Weiterbildung stiessen Kurt und Antje auf die Seelsorge-Werkstatt der Stiftung Schleife in Winterthur. Dort besuchten sie verschiedene Kurse und lernten mehr über das Wirken des Heiligen Geistes. Diese Erfahrungen wollten sie auch in ihrer Gemeinde einbringen. Doch ihre Anliegen stiessen auf Widerstand.

Schliesslich bot Kurt seinen Rücktritt aus der Gemeindeleitung an. Als die Familie merkte, dass ihre Zeit in dieser Gemeinde zu Ende ging, verabschiedete sie sich in Frieden mit einem Abendmahl. Nach einer längeren Zwischenzeit fanden sie in der Vineyard Sursee eine neue geistliche Heimat. Ein Jahr nach ihrem Weggang löste sich die Freikirche Willisau auf.

Endlich Flitterwochen!

Weil Antje und Kurt bei ihrer Hochzeit noch in der Ausbildung standen, konnten sie sich damals keine Flitterwochen leisten. Zur Silberhochzeit schenkten ihnen ihre Kinder eine Reise nach Kanada. Schon während der Ferien verspürte Kurt starke Schmerzen im Unterbauch. Zurück in der Schweiz brachte die Untersuchung eine erschütternde Diagnose: Ein Tumor von der Grösse einer Grapefruit hatte sich gebildet. Eine Operation kam zunächst nicht infrage, deshalb wurde eine Chemotherapie begonnen.

«Ich lag flach, konnte nichts mehr tun als warten und beten … Gott hat mir eine Pause verordnet», sagt Kurt rückblickend. Erneut suchte das Paar Hilfe bei Gott. Und sie erlebten Ermutigendes: Obwohl sich für eine Stammzelltransplantation eigentlich zu wenige Stammzellen gebildet hatten, entschied sich ein Arzt dennoch für die Behandlung. Zwischen 2009 und 2010 erhielt Kurt insgesamt 48 Chemotherapie-Einheiten. Der Tumor schrumpfte schliesslich so weit, dass er operativ entfernt werden konnte. Für die ganze Familie war das eine grosse Erleichterung und ein Grund zu Dankbarkeit.

2019 wechselte Kurt zu Transparent Broker, wo er heute als Mandatsleiter tätig ist. Antje stieg in die Spitex ein, übernahm einige Jahre die Leitung und arbeitet heute Teilzeit als Wundexpertin. Mittlerweile freuen sich die beiden über fünf Enkelkinder und blicken dankbar auf Gottes Führung und Versorgung in ihrem Leben zurück. «Es gab einen Grund, dass wir ins Luzerner Hinterland gezogen sind und ich meine Stelle so schnell wieder verlor», ist Kurt heute überzeugt. Gerade in dieser Zeit lernten sie, Gott zu vertrauen, und konnten sich mit viel Herzblut in den Aufbau der Gemeinde investieren. Auch seine heutige Tätigkeit erfüllt ihn. Zwar hat er sein Pensum reduziert, doch auch nach der Pensionierung möchte er nicht sofort aufhören zu arbeiten.

Der Blick in die Zukunft macht dem 64-Jährigen keine Angst. Im Gegenteil: «Wir erleben, was die Offenbarung beschreibt, Gott hat die Welt schon im Griff.»

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