IHS – ein Geheimsymbol? – Die Bedeutung des Christus-Monogramms

14.6.2017
2 min
IHS-Monogramm an Altar in römischer Kirche
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IHS-Monogramm an Altar in römischer Kirche

IHS. Diese Abkürzung steht auf vielen antiken Gräbern, alten Bibeln, Kirchenfenstern und zum Beispiel im Wappen des Jesuitenordens. Offensichtlich sind die drei Buchstaben eine Art christliches Symbol. Doch wofür steht das geheime Zeichen?Die Buchstabenkombination IHS ist tatsächlich schon sehr alt. Und in ihre Bedeutung wurde im Laufe der Jahrhunderte immer mehr hineingelegt. So soll sie zum Beispiel für das Lateinische «in hoc signo vinces» stehen, für den Traum Kaiser Konstantins: «Unter diesem Zeichen wirst du siegen». Die ursprüngliche Bedeutung des Symbols ist allerdings wesentlich einfacher, als die Sehnsucht nach Geheimnissen uns glauben lassen möchte.

Eine Abkürzung für Jesus

In den frühen Gemeinden kürzten Christen den Namen Jesus auf seine ersten drei Buchstaben zusammen. So wurde aus dem griechischen ΙΗΣΟΥΣ das abgekürzte ΙΗΣ. Beim Übertragen ins Lateinische wurde aus den Buchstaben Iota, Eta und Sigma das heutige IHS. Die Buchstabenkombination erfüllte dabei gleich mehrere Aufgaben: Sie verkürzte christliche Texte, sie spiegelte den Umgang mit dem heiligen (fast unaussprechlichen) Namen Jesus wider und sie war tatsächlich so etwas wie ein Geheimzeichen. Zur Zeit der Christenverfolgungen liessen sich Häuser, Gräber und anderes mit einem christlichen Erkennungssymbol versehen, das nicht jeder direkt erkannte. IHS erfüllte damit eine ähnliche Aufgabe wie der bekannte Fisch (Ichthys).

Weitere Bedeutungen

Da die Erklärung des Symbols IHS nicht fest definiert war, kamen bald weitere Bedeutungen hinzu. Nachdem Konstantin der Grosse 312 nach Christus Rom erobern konnte, weil er angeblich von einem leuchtenden Kreuz geträumt hatte, in dessen Zeichen er siegen sollte, wurde IHS zum Synonym für «in hoc signo» (unter diesem Zeichen). Volkstümlich stand und steht die Buchstabenkombination auch für das Lateinische «Iesus hominum salvator» (Jesus, Erlöser der Menschen), das Griechische «Iesus hyos soter» (Jesus, Sohn, Erlöser) und das Deutsche «Jesus, Heiland, Seligmacher».

Im 15. Jahrhundert und zur Gegenreformation erlebte das Christus-Monogramm eine echte Renaissance. Wer Christus verehrte, sollte nach Möglichkeit die drei Buchstaben an der Haustür anbringen. Seit damals wird IHS auch in Siegeln oder Wappen geführt. Die Liste der Prominenten, die dies taten, ist lang und reicht von Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens, bis hin zu Jorge Mario Bergoglio, dem amtierenden Papst Franziskus. Heutzutage hat das Christus-Monogramm IHS hauptsächlich geschichtliche oder künstlerische Bedeutung. Aktuell verbreitete Symbole für Jesus bzw. das Christentum sind eher das Kreuz oder der Fisch.

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