Dem Hirten sind sie alle wichtig – Eine Milliarde verlorene Teenager-Schafe

Der Autor Timothy S. Laniak lebte unter Hirten im Nahen Osten und beschreibt in seinem Buch viele Parallelen zur Bibel. Er schreibt etwa vom Beduinenhirten Ahmed, der seit 1984 nur ein einziges Schaf verloren hat. Doch jeden Abend denkt er daran...
23.12.2024
3 min
Ein junges Schaf
Pixabay/ Ria
Ein junges Schaf

«Der Autor Timothy S. Laniak lebte eine Zeit lang unter Hirten im Nahen Osten, um sowohl Hirten als auch Schafe aus biblischer Perspektive zu studieren», erinnert sich Greg Stier, Gründer von «Dare 2 Share». «Da die Bibel immer wieder das Gleichnis von Schafen und Hirten verwendet, um geistliche Wahrheiten zu vermitteln, hielt Timothy S. Laniak es für sinnvoll, dieses Gleichnis näher zu betrachten. Er wollte uns westlichen Lesern, die in der Regel wenig mit Hirten zu tun haben, Einsichten vermitteln, die unsere Beziehung zu Gott, dem guten Hirten, vertiefen können.»

Der gute Hirte

Diese Einsichten helfen besser zu verstehen, was es bedeutet, an stillen Wassern zu ruhen, wie es im berühmten Psalm 23 steht, wo Gott als der gute Hirte beschrieben wird.

Greg Stier: «Oder was es bedeutet, ein gebrochenes Herz für die verlorenen Schafe zu haben, wie es in der Bibel, in Matthäus Kapitel 9, Verse 36-38 heisst. Es zeigt auch, welche Bedeutung der Hirtenstab hat und wie er sich auf geistliche Leiter und ihre Herde bezieht.»

Eine Milliarde Schafe

Timothy S. Laniak schreibt: «Es gibt ungefähr eine Milliarde Schafe auf der Welt, aber jedes einzelne ist für irgendeinen Hirten von Bedeutung.» Greg Stier fasst zusammen: «Was mich am meisten beeindruckt hat, war die Zahl: eine Milliarde. Es gibt eine Milliarde Schafe auf der Welt – und jedes einzelne ist für irgendeinen Hirten wichtig.»

Timothy S. Laniak erzählt die Geschichte von Ahmed, einem Beduinenhirten, den er getroffen hat. Ahmed erzählte: «Seit 1984 habe ich kein Schaf oder keine Ziege verloren, die ich nicht wiedergefunden hätte, tot oder lebendig – bis auf eines. Und dieses eine werde ich nie vergessen. Es ist jede Nacht in meinen Gedanken, bevor ich einschlafe.»

Das verlorene Schaf ist Ahmed wichtig. Auch Jesus sind verlorene Schafe wichtig. Ein verlorenes Schaf sollte auch uns wichtig sein.

Sie sind wichtig für den Hirten unserer Seele

Es gibt eine Milliarde Schafe auf der Welt, fasst Greg Stier zusammen. «Diese Zahl erinnert mich an die eine Milliarde Teenager auf der Welt, von denen die meisten verloren sind. All diese verlorenen Jugendlichen müssen gefunden werden. Wir müssen all unsere Ressourcen einsetzen, um jeden einzelnen von ihnen zu erreichen und in die Herde zurückzuführen.»

Jesus drückt es in Lukas Kapitel 19, Vers 10 so aus: «Der Menschensohn ist gekommen, Verlorene zu suchen und zu retten.» Greg Stier: «Wenn wir wie Jesus sein wollen, müssen wir uns ihm anschliessen – dem guten Hirten – auf dieser Such- und Rettungsmission für diese kostbaren verlorenen Schafe.»

Beten, geben, gehen

Greg Stier liefert drei Tipps, wie man sich an dieser Aufgabe beteiligen kann:

Beten: «Schliesse die Teenager, die du kennst, in deine Gebete ein. Bete, dass die Verlorenen gefunden werden und dass diejenigen, die gefunden wurden, sich auf die Suche nach ihren eigenen verlorenen Freunden machen. Unterschätze nie die Kraft des Gebets, wenn es darum geht, die Verlorenen zu suchen und zu retten.»

Geben: Organisationen unterstützen, welche diese Vision tragen und Teenager erreichen wollen.

Gehen: «Warum nicht ehrenamtlich bei der Jugendgruppe deiner Gemeinde oder bei einer Organisation mitarbeiten? Tauche ein in die Arbeit mit Teenagern, um sie für Jesus zu erreichen, zu Jüngern zu machen und zu mobilisieren.»

Greg Stier ermutigt: «Lasst uns nicht aufhören, bis auch das letzte Schaf erreicht und gerettet ist. Seien wir wie Ahmed, dessen letzter Gedanke vor dem Einschlafen das verlorene Schaf ist.»

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Thema
Menschen vor einer Kirche

Was bedeutet eigentlich das Wort «ekklesia»?

Eines der griechischen Wörter, das viele Bibellesende kennen, ist ekklesia. Wenn sie darüber sprechen, dann wissen sie, dass dieser Begriff, der im Neuen Testament die Versammlung von Christen beschreibt, eigentlich «die Herausgerufenen» bedeutet.
Thema
Marjorie Okoro und ihr Mann Stanely arbeiten zusammen in Lille

Mission hinterfragt – Lohnt sich ein Leben als Missionar?

Marjorie und Stanely Okoro sind Gemeindegründer in Lille, Frankreich. Woran sollten sie ihren Erfolg messen? Sollte man bei geringem Ertrag nicht besser aufhören oder an anderer Stelle investieren? Eine ehrliche Antwort von Marjorie Okoro.
Thema
Der Einsatz fand östlich von London auf der Hadleigh Farm der Heilsarmee statt

Ein Einsatz in England – Bildungsurlaub als ganze Familie

Dorothea und Martin Böhls sind als Pfarrpersonen im EGW Wattenwil angestellt. Diesen Sommer haben sie mit ihren Kindern (Jon-Eric und Bennet) einen Einsatz in England gemacht. Hier geben sie einen Einblick.
Thema
Menschen im Gespräch

Das totale Reizwort – Mission? Impossible!

Wir standen auf der Terrasse des Hotels, die Sicht war grandios und das Wetter ebenfalls. Plötzlich brach es aus meiner Bekannten heraus: «Was ich überhaupt nicht leiden kann, ist, wenn Christen missionieren!» Wie soll man darauf bloss antworten?