Gedanken zu Maria und Martha – Etwas Ruhe inmitten der Feiertags-Hektik

30.12.2019
3 min

Ruhe vs. Geschäftigkeit: Als Jesus die Geschwister Lazarus, Maria und Martha besuchte, reagierten die zwei Frauen sehr unterschiedlich (nachzulesen im Lukas-Evangelium, Kapitel 10, Verse 38 bis 42). Gedanken dazu von Tobias Illig.

Offensichtlich geht es hier erstmal um eine Priorisierungsfrage. Wenn der Herr ins Haus kommt, was ist wichtig? Zu seinen Füssen zu sitzen und ihm zu lauschen? Oder, wie die rumwirbelnde Martha, für alles andere (Essen, Trinken, etc.) zu sorgen? Und dann auch noch das Ungerechtigkeitsgefühl von Martha (sinngemäss): «Jesus, wie findest du das?! Maria hilft mir überhaupt nicht! Alles muss ich alleine machen.» Es sieht so aus, als ob Jesus sie «korrigieren» möchte. Jede Persönlichkeit (und unterschiedlicher hätten die beiden Schwestern ja auch nicht sein können!) braucht eine eigene Ansprache.

Gerade in der hektischen Feiertags-Hektik ist es nötig, sich zu den Füssen von Jesus zu setzen und ihm zuzuhören, nicht der Hektik nachzulaufen und dem, was alles noch gemacht werden muss oder nicht fertig ist. Wo brauchen Sie das «Hören auf Jesus» und «zu seinen Füssen sitzen», «mal nichts machen»?

Nur eines ist wichtig

Jesus sagt Martha nur eine einzige (!) Sache, die «not» ist, also notwendig. Nichts anderes. Im Hier und Jetzt. Jesus sorgt doch für uns (Matthäus Kapitel 6, Vers 28), es ist alles vorbereitet oder besser: bereitet. Sie können sich entspannen. Wenn Jesus kommt und da ist, ist nichts anderes mehr wichtig. Es verblasst neben seiner Präsenz, wenn wir das zulassen. Nur eines (!) ist nötig. Nicht vieles. Nicht alles. Nicht dies oder das. Nur eines. Und zwar Hier und Jetzt.

Was ist es, was Jesus Ihnen sagt? Was tut bei Ihnen jetzt und hier «not», um Jesus zuzuhören und sich nicht von Nebensächlichkeiten ablenken zu lassen?

Neu fokussieren

Für diese «eine» Sache im Hier und Jetzt zu Jesu Füssen brauchte es vielleicht ganz besonders den Willen von Martha, also eine Anstrengung, alles stehen und liegen zu lassen. Martha hätte noch so viele andere Sachen machen können, vielleicht musste sie ihre inneren «Pferdchen» zähmen und anhalten, was sie sehr viel Kraft kostete...? Wie einfach schien es Maria zu gehen, die sich einfach hinsetzte (und Jesus mit teuerem Öl salbt. Nicht hier, aber an anderer Stelle). Ein prägnanter Bibelvers für Martha wäre auch dieser hier aus Prediger Kapitel 4, Vers 6 gewesen: «Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.»

Wo wollen Sie sich wieder neu fokussieren (eine Faust) und wo laufen Sie dem «Haschen nach Wind» hinterher, was Ihnen sowieso wie der Sand wieder durch die Finger rinnt? Worauf wollen Sie sich fokussieren und ausrichten?

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