Ein dunkler Schatten liegt über unserer Gegenwart. Schalten wir die Nachrichten ein oder schauen wir die News auf Instagram und Co., begegnen uns Krisen, Katastrophen und Untergangsszenarien, in Endlosschleife. Ich kann es nicht mehr hören. Der Mensch sei an allem schuld: ein Störfaktor, ein «Bakterium in der Petrischale». Ruiniert den Planeten.
Prinz Harry und Meghan erhielten einen Preis, weil sie erklärten, nur zwei Kinder haben zu wollen, um den Planeten nicht zu überfordern. Heute gelten ein oder höchstens zwei Kinder als normal. Wer bringt noch Kinder zur Welt? Wir Menschen zerstören Mutter Erde, Eywa oder Gaia.
Raus aus der Angstkultur
Doch was macht diese ständige Dauerbeschallung mit unserer Psyche? Der Philosoph und Theologe Johannes Hartl sagt:
Wir erleben eine massiv zunehmende Angstkultur, die junge Menschen in eine innere Erstarrung treibt. Statt kreativ zu handeln, mauern wir uns ein.
Dabei lohnt sich ein Blick auf die harten Fakten jenseits der medialen Panikmaschine. Statistiken zeigen seit Jahrzehnten ein völlig anderes Bild: Global gesehen verbessern sich die Lebensbedingungen in Bereichen wie Bildung und Gesundheit. Ausserdem sind Millionen von Menschen aus extremer Armut befreit worden. Doch wer nur auf die Brandmauern der Angst starrt, verliert den Blick für das, was längst wächst: für das Gute, für die positive Entwicklung.
Wenn das Ende der Angst der Tod ist
Wenn die Ungewissheit gross wird, reagieren Menschen seit Jahrtausenden im Grunde immer gleich. Schon die Israeliten griffen in der Wüste zu drastischen Mitteln und schufen sich das goldene Kalb – einen greifbaren, scheinbar sicheren Götzen, um die panische Angst vor dem Ungewissen zu betäuben. Sie schufen sich einen starren Götzen, der sie vor der Angst bewahren sollte, sich aber nicht vermehren, nicht sprechen und nichts tun konnte – er war einfach tot. Sie tauschten das Leben gegen den Tod, den lebendigen Gott gegen den Stier. Der Stier führte sie nicht in die Zukunft, sondern sollte ihnen lediglich die Angst nehmen.
Wenn Menschen den Blick für den wahren Horizont verlieren, errichten sie sich eigene Götzen aus vermeintlich absoluter Sicherheit, Utopia und Rettungsfantasien. Doch diese Systeme sind hohl und unfruchtbar. Sie nehmen uns nicht die Angst, sondern lähmen uns nur noch mehr.
Der Gott der Zukunft
Als Mose am brennenden Dornbusch stand, offenbarte sich das Göttliche nicht als Relikt der Vergangenheit, sondern als der «Gott der Zukunft» – als ein Prinzip des lebendigen Wanderns und Wagens. Das hebräische «Ehjeh ascher ehjeh» bedeutet nicht nur «Ich bin», sondern umfasst: «Ich war, bin und werde sein.»
Wer behauptet, früher sei alles besser gewesen, vergisst, wie gnadenlos und hart die Geschichte wirklich war. Wer wollte ernsthaft im Mittelalter unter grausamen Herrschern leben? Die Probleme haben sich gewandelt, aber aufgrund des Glaubens dürfen wir zuversichtlich leben: Wir sind Menschen der Hoffnung, keine Opfer der Umstände. Gottes Reich wächst – kontinuierlich – mit Rückschlägen, Schmerzen und Leiden. Es wächst und wächst bis es die ganze Welt ausfüllt.
Wie können wir ohne Angst leben?
Wie lebt man in einer Welt, die sich nicht kontrollieren lässt? Wer für die nächsten zehn Jahre panisch im Keller «preppt» und vor lauter Zukunftsangst das Leben im Hier und Jetzt verpasst, kapituliert vor der Angst. Wenn du den lebendigen Gott kennst, machst du dir nicht einen statischen Götzen.
Es geht nicht darum, Verantwortung zu ignorieren, sondern darauf zu vertrauen, dass für die Herausforderungen von heute auch die nötige Kraft bereitsteht.
Ein gelingender Lebensstil für die Zukunft ruht auf einfachen Prinzipien:
Vertrauen auf Gott: die Überzeugung, dass Gutes auf uns wartet, auch wenn der Weg ein Wagnis bleibt.
Höre auf, dir die negativen News reinzuziehen. Statt dein Handy durchzuzappen, liess die Bibel oder gute Predigten.
Sei dankbar für die Wege, auf denen Gott dich hindurchgetragen hat. Feiere deine Erfolge und erzähle davon.
Lebe im Hier und Jetzt, statt sich von Zukunftsängsten auffressen zu lassen – denn Gott ist mit dir.
Wir dürfen uns nicht einkerkern, sondern dürfen in Gemeinschaft leben, Freude haben, unsere Probleme teilen und füreinander beten. Allein wirst du es nie schaffen. Es ist wichtig, dass du eine Gemeinde und Freunde hast, die mit dir unterwegs sind.
Sich verschenken: das eigene Leben nicht ängstlich verbarrikadieren, sondern für andere da sein, sich verschenken und die anderen um sich herum sehen.
Und manchmal heisst es einfach: «Grind abe und seckle.»
Fazit
Der Teufel will uns ständig einreden, dass die Welt untergeht. Er zeigt uns all das, was nicht gut ist. Ignorieren wir einfach diesen Lärm. Die Geschichte lehrt uns, dass Untergangspropheten noch nie die Welt vorangetrieben haben. Es waren immer die mutigen Gestalter, die sich weigerten, in der Dunkelheit zu erstarren.
Wenn wir die Angst durch Vertrauen ersetzen, erkennen wir, dass Krisen nicht das Ende der Geschichte sind, sondern die Einladung, den nächsten Schritt zu wagen. Die Zukunft ist kein Schicksal, das über uns hereinbricht – sie ist das, was wir heute gemeinsam gestalten.





