MP3 oder High End?

Man kann auf vielerlei Arten Musik hören: rauschend im Autoradio, auf dem Handy, dem Massengeschmack folgend auf MP3 oder in High-End-Qualität auf auserlesenem Equipment.

28.9.2026
3 min
geschrieben von
Reinhold Scharnowski
Frau mit Kopfhörern
Unsplash+
Guter Klang ist eine Frage des Geschmacks. Gutes Leben eine Frage der Prioritäten.

Man kann auch auf verschiedene Arten Kaffee trinken. Dem einen reicht ein Löffel Gefriergetrocknetes mit heissem Wasser. Vielen schmeckt der Kaffee-Saft aus der praktische Kapsel. Vollautomaten machen guten MP3-Kaffee. Für andere hingegen geht nichts über feinsten High-End-Espresso – umständlich zubereitet auf einem chromblitzenden italienischen Barista-Ungeheuer.

Vom dritten Wohlstands-Kind, unserem Auto, fange ich erst gar nicht an.

Auf welcher Ebene lebe ich?

Wir haben im Westen den Luxus, uns auf fast unbegrenzte Art für einen Lebensstandard entscheiden zu können, der uns gefällt. Genuss ist keine Sünde. Auch für Menschen, die glauben, zeigt die Bibel eine grosse Spannweite von möglichen Lifestyle-Levels auf: vom König Salomo, der sich offenbar vieles gönnte, was nur mit Geld zu kaufen war, bis zum aussätzigen Bettler, der froh war, zu ergattern, was vom Tisch fiel.

Das Tolle an der Bibel: Sie führt in eine grosse Freiheit. Vielleicht bringt Paulus es am besten auf den Punkt:

Icon Bibel

«Ich weiss Entbehrungen zu ertragen, ich kann im Überfluss leben. In jedes und alles bin ich eingeweiht.»

Philipper 4,12

Einheitsübersetzung

Er hat die ganze Bandbreite kennengelernt – von «ganz viel» bis «ganz wenig». Sein Schluss daraus: «Wenn wir Nahrung und Kleider haben, soll uns das genügen.» Eine herrliche Form der Freiheit: frei von der ständigen Gier, immer noch mehr haben zu müssen. Geniesse also und sei zufrieden mit dem, was du jetzt und heute hast.

Verwöhnt – oder versöhnt?

Wenn wir noch etwas tiefer graben, hilft uns die Bibel, dass uns nicht dauernd die falschen Themen beschäftigen. Jesus kam nicht, um uns zu verwöhnen, sondern um uns zu versöhnen. Das ist nicht nur ein deutsches Wortspiel, sondern stellt uns die entscheidende Frage nach den Prioritäten unseres Lebens.

Jesus holt uns heraus aus der ständigen horizontalen Beschäftigung mit Nahrung, Kleidung, Lebensstil, Zeitvertreib und Konsum und stellt uns vor die vertikale Frage nach unserer Beziehung zu Gott.

Er sagt: «Liebe Gott von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit aller Kraft und deinem ganzen Denken.» Hier wird uns der Himmel geöffnet. Da Jesus aber weiss, dass uns Essen und Trinken und all die anderen Lebensfragen auch beschäftigen, gibt er einfach eine Prioritätenordnung vor: «Trachte zuerst nach dem Reich Gottes – nach den Dingen, die mit Gott zu tun haben – und alles andere wird dir dazugegeben werden» (gemäss Matthäus 6,33).

Gott mit ganzer Kraft zu lieben und nach seinen Wünschen zu fragen, ist ein wunderbares Korrektiv für Wohlstandsverwöhnte, die sich so schnell in den vielen Möglichkeiten verlieren. Einen inneren Leitfaden, der uns befähigt, die Dinge dieser Welt «zu haben, als hätten wir nicht» (1. Korinther 7.29-31).

Darum: Trink deinen Kaffee, geniesse Musik und freue dich an deinem Auto – aber liebe Gott von ganzem Herzen und über alles. Das ist es, was am Schluss zählt. Und ganz ehrlich: Das ist es, was das Leben lebenswert macht.

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