Facts, nicht nur Feelings – «Richtiges Denken befeuert das richtige Gefühl»

Effektive Evangelisation muss Denken und Bibelstudium beinhalten und sollte nicht nur auf Gefühlen beruhen, erklärt die Bibellehrerin und Autorin Jen Wilkin.

12.2.2024
2 min
Jen Wilkin
Facebook / Lifeway Women
Jen Wilkin

«Der Missionsbefehl der Bibel lautet: 'Geht hin und macht zu Jüngern', nicht 'Geht hin und bekehrt sie'. Je mehr die Menschen die Schönheit der biblischen Geschichten kennen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie bei der passenden Gelegenheit auf der Zunge sein wird», ist sich Jen Wilkin sicher.

Wilkin findet es frustrierend, dass teilweise in der christlichen Gemeinde «Gefühle gegen das Denken ausgespielt wurden». Sie betont, dass «unsere Liebe zu etwas wächst, wenn wir mehr darüber lernen».

«Befeuerte Gefühle»

«Richtiges Denken befeuert das richtige Gefühl und tiefes Denken befeuert tiefe Gefühle», bilanziert Jen Wilkin – und sie hält fest: «Wenn wir also glauben, nicht genug zu fühlen, können wir nicht einfach fühlen, um zu fühlen. Wir müssen denken, um zu fühlen.»

Wilkin spricht auch von einem «positiven Kreislauf». «Wenn man starke Emotionen hat, spornt das an, noch tiefer über Glaubensfragen nachdenken zu wollen.»

Zerfallendes Konstrukt

Jen Wilkins denkt auch an das Thema Dekonstruktion angesichts der Beispiele von christlichen Prominenten, die ihren Glauben «dekonstruierten» und teilweise dem Christentum den Rücken kehrten.

Dies habe mit einer starken Individualisierung zu tun, bei der man sich über die Geschichte hinwegsetzt. «Wenn man die christliche Kultur über die Zeit hinweg betrachtet, dann wird es viel unwahrscheinlicher, dass wir denken: 'Ich bin die erste oder einzige Person, die das so sieht.'» Man erkenne, «dass auch andere Menschen mit diesen Fragen gerungen und sie beantwortet haben. Man kann zwar immer noch den entsprechenden Gedanken ablehnen. Aber man kann erkennen, dass Zweifel etwas ist, das alle durchmachen.»

Biblischer Analphabetismus

Weiter beobachtet Jen Wilkins: «Wir kennen uns selbst nicht so gut, wie wir glauben. Wir brauchen diese gemeinsame Identität in der Gemeinde, die uns weiterbringt.»

Der biblische Analphabetismus bremse die geistliche Tiefe aus, beispielsweise in der schrumpfenden Gemeinde des Westens, aber auch teilweise in den wachsenden Kirchen des Südens und Ostens. Doch ein prägender Pfeiler der geistlichen Erneuerung sei die Rückkehr zur Bibel.

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