Warum Jesus möchte, dass wir wie kleine Kinder sind

Im geistlichen Bereich ist es wichtig, das Kindliche zu bewahren. Als die Jünger sich stritten, wer von ihnen der Grösste sei, riet Jesus ihnen, dass sie wie die Kinder werden sollen. Gedanken dazu vom Evangelisten Greg Laurie.

26.2.2024
3 min
Jesus empfielt uns einen kindlichen Glauben.
Pixabay / ddimitrova
Jesus empfielt uns einen kindlichen Glauben.

Jesus liebte Kinder, und die Kinder liebten Jesus. Mütter brachten ihre Kinder zu Jesus, weil sie wollten, dass er sie segnet. Die Jünger hielten das für eine schlechte Idee. Sie wollten die Mütter wegschicken, weil Jesus in ihren Augen Wichtigeres zu tun hatte. Jesus entgegnete entschieden: «Lasst die Kinder zu mir kommen und haltet sie nicht zurück, denn Menschen wie ihnen gehört Gottes himmlisches Reich.» (Die Bibel, Matthäus Kapitel 19, Vers 14).

Als die Jünger eines Tages darüber stritten, wer der – excusez l'expression – Platzhirsch im Reich Gottes sein würde, illustrierte er anhand eines kleinen Kindes, wonach wir alle streben sollten: «Jesus rief ein kleines Kind, stellte es in ihre Mitte und sagte: ‘Ich versichere euch: Wenn ihr euch nicht ändert und so werdet wie die Kinder, kommt ihr ganz sicher nicht in Gottes himmlisches Reich. Wer aber so klein und demütig sein kann wie ein Kind, der ist der Grösste in Gottes himmlischem Reich.’» (Matthäus Kapitel 18, Verse 2-4).

«Kann ich dein Auto haben?»

Jesus hatte auch begonnen, über seinen bevorstehenden Tod zu sprechen. Er erzählte seinen Jüngern sehr detailliert, dass er verraten, verhaftet, geschlagen, gefoltert und ans Kreuz genagelt werden würde – bevor er nach drei Tagen von den Toten auferstehen würde.

Und was taten die Jünger? Sie fragten, wer von ihnen der Grösste sein würde. Das wäre so, als käme jemand vom Arzt zurück und würde einem Freund sagen: «Ich habe erfahren, dass ich Krebs habe und nur noch eine Woche leben werde.» Der Freund würde antworten: «Oh, das sind schreckliche Nachrichten. Hey, kann ich dann dein Auto haben?»

Jesus reagierte unerwartet. Er ignorierte sie komplett, rief ein Kind herbei und sagte: «Ihr wollt gross sein in meinem Königreich? Dann müsst ihr genauso sein wie dieses Kind.»

Kindliche Ehrfurcht

Kinder sind völlig abhängig von ihren Eltern. So wie bei Menschen, die gerade erst ihr Leben Christus anvertraut haben. Sie entfachen ein neues Feuer. Neue Gläubige brauchen ältere Gläubige, um Jüngerschaft zu erleben. Aber ältere Gläubige brauchen jüngere Gläubige, um neu motiviert und begeistert zu werden.

Manchmal fangen wir nach einer Weile an, einige kostbare Wahrheiten für selbstverständlich zu erachten. Wir verlieren dieses Gefühl der kindlichen Ehrfurcht und des Staunens. Aber wenn man mit jemandem zusammen ist, der Gottes erstaunliche Gnade und Liebe zum ersten Mal entdeckt, ist das belebend.

Kindlich, nicht kindisch

Wie die Kinder werden bedeutet nicht, kindisch zu werden, sondern kindlich. Kindlich zu sein bedeutet, ein Gefühl der Ehrfurcht, des Staunens und der Abhängigkeit von Gott zu haben.

Natürlich sollen wir erwachsen werden und als Christen reifen. Ist es möglich, erwachsen zu werden und trotzdem kindlich zu bleiben? Wir dürfen in unserer Erkenntnis wachsen – und gleichzeitig immer unsere kindliche Abhängigkeit von Gott bewahren.

Kinder lieben es, getragen zu werden. Unsere Probleme und Lebenssituationen sind nie zu gross für Gott. In der Tat wird er uns durch das ganze Leben tragen, von der Kindheit über die Jugendzeit und das junge Erwachsenenalter bis hin zu den späteren Jahren.

Wir alle müssen erwachsen werden. Aber lassen wir uns nie unser kindliches Gefühl der Ehrfurcht verlieren und darüber staunen, was Jesus für uns getan hat.

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