Schritte aufs Wasser... – Was Petrus und die Piloten vom Flugplatz Bleienbach gemeinsam haben

20.8.2020
3 min
Eigenbau-Flugzeugbauer aus verschiedenen Ländern Europas in Bleienbach
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Eigenbau-Flugzeugbauer aus verschiedenen Ländern Europas in Bleienbach

Als Petrus das Boot verliess, um Jesus entgegenzugehen, kamen ihm plötzlich äussere Wellen und innere Zweifel entgegen – statt dass seine Mitjünger ihn ermutigend angefeuert hätten. Was wir von Petrus und Eigenbau-Flugzeug-Entwicklern lernen können.Die Bibel überliefert in Matthäus Kapitel 14 in den Versen 22 bis 34, wie die Jünger in ein Boot stiegen, um zum anderen Ufer des Sees vorauszufahren, während Jesus noch auf dieser Seite zurückblieb.

Dann kam ein Sturm auf und Jesus erschien über das Wasser gehend. Die Jünger erschraken, doch Jesus sagte ihnen, dass sie sich nicht fürchten sollen.

Da fasste sich Petrus ein Herz: «Herr, wenn du es wirklich bist, dann befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen.» Tatsächlich sagte Jesus, dass Petrus zu ihm kommen soll.

«Spring noch eine Runde»

Wie die erschrockenen Jünger reagierten, ist nicht überliefert. Aufgrund der Ausgangslage (1. Sturm, 2. Tief in der Nacht und 3. Überwältigung) dürften sie Petrus kaum angefeuert haben. Wohl eher ein verdutztes Abraten, statt ein: «Jawohl, Petrus, das kommt gut. Spring noch eine Runde um das Boot!»

Petrus jedenfalls hätte ermutigende Worte gebrauchen können, denn als er merkte, wie stark der Sturm eigentlich tobt – auf dem Wasser war es wohl noch einmal etwas anders als im «sicheren» Boot –, erschrak er. Er begann zu sinken und rief: «Herr, hilf mir.» Jesus hielt ihn sogleich fest und fragte: «Vertraust du mir so wenig, Petrus? Warum hast du gezweifelt?» Sie stiegen ins Boot, und der Sturm legte sich.

«Flieg noch eine Runde»

Szenenwechsel in die Gegenwart: Vor kurzem trafen sich in Bleienbach (BE) Eigenbau-Flugzeugbauer aus verschiedenen Ländern Europas, darunter Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Österreich, zu einem «Fly Inn».

Sie hatten eines mit Petrus gemeinsam: Auch sie gingen einen mutigen Schritt – nicht aufs Wasser, sondern in die Luft. Denn der Eigenbau einer solchen Maschine kann Jahre dauern und auch zu Rückschlägen führen. «Nicht aufgeben», lautet die Devise.

Carl aus England flog beispielsweise 3,5 Stunden von England in die Schweiz, nachdem er 18 Monate an seiner Maschine gebaut hatte – den Bau seines Fliegers hatte bereits jemand anderes zuvor begonnen gehabt.

Hätten Sie Petrus abgeraten?

Was wir von Petrus und den Eigenbaufliegern lernen können: Beide gingen respektive gehen ungewöhnliche Schritte aufs Wasser, respektive in die Luft. Bei beidem ist die erste, absolut menschliche Reaktion: «Das geht nicht, vergiss es.»

Wie schnell werden Initiativen, auch in Gemeinden, abgebremst, weil es «nicht geht», «nicht dran ist» oder «nicht in die Strategie» passt. Wie viele von uns Christen hätten Petrus dazu ermutigt, auf das Wasser zu gehen, bevor sich die Geschichte ereignet hätte? Hinterher natürlich alle. Aber vorher?

«Spring und flieg noch eine Runde»

Würde sich die Geschichte aber heute ereignen, wie viele würden Petrus erklären, dass das nicht geht und ihm einen ganzen «Warum-es-nicht-funktioniert»-Katalog vorlegen? Dabei wollte Petrus ja nicht gleich ein Flugzeug bauen, sondern nur kurz auf dem Wasser gehen.

Was sagen wir den heutigen Petrussen? Dass «es» nicht funktioniert? Oder ermutigen wir, «es» zumindest zu probieren? Stehen wir mit Rat und Tat zur Seite oder mit Nörgeleien?

Sagen wir den heutigen Petrussen doch: «Spring (oder flieg) gleich noch eine Runde um das Boot – go for it!»

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