Da du ein Mensch bist, kennst du Angst. Sie ist nämlich eine der sogenannten «Basisemotionen», die wir alle regelmässig erleben. Doch diese Angst kommt und geht auch wieder. Manchmal wird sie auch eine allgemeine Stimmung wie die negative Sicht der Deutschen auf vieles, die als «German Angst» weltweit sprichwörtlich geworden ist. Mit all dem ist ein völlig normales Leben möglich. Das sieht anders aus, wenn du von Panikstörungen, Phobien oder einer generalisierten Angststörung betroffen bist. Was ist davon zu halten – und gibt es Hilfe?
Es ist eine Entwicklung
Das Problem bei Angsterkrankungen ist, dass sie sich zunächst nicht von den alltäglichen Ängsten unterscheiden. Erst im Laufe der Zeit merkst du: Deine Angst ist stärker als sonst. Sie lähmt dich vollständig. Und sie verschwindet auch nicht. Meist entwickeln sich solche Angstzustände über einen gewissen Zeitraum; sie sind nicht plötzlich da, sondern bauen sich regelrecht auf. Dabei können sie unterschiedliche Ausprägungen haben:
Eine soziale Phobie ist die unbegründete Angst vor Kontakt mit anderen Menschen oder deren Leistungserwartungen.
Eine Panikattacke versetzt den Köper von einem Moment auf den anderen in einen Alarmzustand; auch wenn kein sichtbarer Anlass vorhanden ist, empfindest du dein Leben als bedroht.
Eine generalisierte Angststörung besteht oft aus permanenten Sorgen und kreisenden Gedanken, die du nicht mehr kontrollieren kannst und die über Wochen und Monate anhalten.
Es gibt noch wesentlich mehr Ängste und Phobien – allen gemeinsam ist, dass du scheinbar keinen «Ausknopf» dafür findest.
Nicht so anstellen?
Das Hauptproblem bei all diesen Angststörungen ist, dass sie sich zunächst anfühlen wie normale Ängste. Du sagst es dir selbst oder andere meinen: «Stell dich nicht so an. Angst habe ich auch ab und zu.» Doch wenn deine Ängste das normale Mass übersteigen, dann dominieren sie dein Dasein, zerstören deine Lebensqualität und Leistungsfähigkeit und behindern deine Sozialkontakte. Dann quälen dich Begleiterscheinungen von Schmerzen bis hin zu Schlaflosigkeit. Hier spricht die Medizin von Angststörungen, die krank machen und eine medizinische Behandlung brauchen.
Wichtig! Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Diagnose und soll auch keine Selbsttherapie anregen. Wenn du betroffen sein könntest, dann suche das Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Die christliche Perspektive
Sie ist zunächst keine besondere Perspektive, sondern erkennt erst einmal an, dass Angststörung keine Charakterschwäche oder ein mangelnder Glaube, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung ist. «Bete nur!» hört sich fromm an, ist auch nicht verkehrt, löst aber nicht jedes Problem. Natürlich sind Wunder möglich, aber man darf auch anerkennen, dass man Hilfe und ärztliche Begleitung braucht. Die tieferliegenden Ursachen für die Angst sind mit Fachpersonen abzuklären. Einfache Tipps können helfen:
Akzeptiere, das die Angst ein Problem ist: Auch wenn sie die normalen Dimensionen übersteigt, gehört Angst zum Menschsein. Viele Personen in der Bibel kämpften dauerhaft mit ihren Ängsten. Wenn du die Angst aus den Psalmen streichen würdest, blieben nicht mehr viele der ermutigenden Lieder übrig.
Nimm Zuspruch an: Immer wieder enthält die Bibel Sätze wie «Fürchte dich nicht, denn ich stehe dir bei.» (Jesaja, Kapitel 41, Vers 10; HFA) Nimm sie als Zuspruch an. Sie sind kein moralisierender Befehl («Du darfst keine Angst haben!»), sondern Gottes Versprechen, dass er bei dir ist und bleibt.
Prüf dein Gottesbild: Wenn du glaubst, dass Krankheit und Angst Gottes Strafe für zu wenig Glauben sind, dann macht dich diese Haltung zusätzlich krank. Gott befreit, er versklavt dich nicht unter der Angst.
Bete und sing zu Gott: Okay, jetzt also doch betet? Tatsächlich hilft es, aus deiner Klage und Angst ein Gebet zu machen. Gott muss nicht handeln, aber Umstände können sich trotzdem ändern. Vor allem gewinnst du selbst eine neue Perspektive. Und hast du gewusst, dass singen nachweislich gegen Angst hilft? Wenn du merkst, dass eine Panikattacke im Anmarsch ist, nutze ein Lied um deinen Körper zu beruhigen.
Bleibe in Bewegung: ein kurzer Spaziergang, oder schon leichtes Dehnen oder ausschütteln der Gliedmassen können helfen Adrenalin- und Stessüberschüsse abzubauen.
Suche dir Unterstützung: Lerne den richtigen Umgang mit deiner Angst mit psychotherapeutischer Unterstützung oder weiteren Fachangeboten. Es gibt viele Hilfsmittel, die zur Heilung oder zumindest zur Besserung beitragen können.
Hier ging es hauptsächlich um Angststörungen mit genetischen, biologischen, psychologischen und umweltbedingten Ursachen. Gemeinsam haben sie, dass sie dein Leben dauerhaft verdunkeln und dich krank machen. Suche dir deshalb medizinische Hilfe – diese Ängste werden nicht einfach wieder verschwinden. Um die «normalen» Ängste, die zwar alle kennen, aber ebenfalls belastend sein können, geht es im ersten Teil.
Wenn du unter Angst leidest oder einfach mal mit jemandem reden möchtest, könnte die Livenet-Beratung eine erste Anlaufstelle sein. Das Seelsorge-Team ist gerne online für dich da – auch anonym – und leitet dich bei Bedarf an ein weiteres Hilfsangebot weiter.





