Vor sechs Jahren, als ich während meinem Studium am ISTL jeden Dienstagnachmittag in Zürich mit Menschen über Jesus sprach, fühlte es sich für mich eher an wie einen «Chnorz». Stress, Unverständnis, Ablehnung begegneten uns.
Was sich in den letzten Jahren genau verändert hat, weiss ich nicht, aber heute ist die Stimmung anders. Ein Beispiel: Eine Freundin und ich sprachen in Zürich Altstetten einen jungen Mann aus Italien in seiner Raucherpause an. Wie oft nutzten wir ein Tool von THE FOUR, das als Icebreaker für ein Gespräch hilft. Wir fragten den Mann, ob er den Gewinn seines Lebens machen möchte und verteilten gratis Rubbellose mit den vier Symbolen drauf. Er rubbelte sie auf und wir erklärten ihm das Evangelium.
Der junge Italiener erzählte uns, dass er in einer Kirche aufgewachsen ist, aber selbst diese Beziehung zu Gott nicht pflegt. Spontan rief meine Freundin einen italienischsprachigen Kollegen an – die beiden vernetzten sich direkt am Telefon. Am Ende des Gesprächs haben wir sogar zusammen gebetet.
Es wirkt fast so, als würden die Menschen förmlich darauf warten, auf den Glauben angesprochen zu werden und dass die Hemmschwelle für Glaubens-Themen gesunken ist.
Woran es scheitert
Vielleicht denkst du jetzt: «Klar, ihr macht das beruflich, ihr könnt das.» Aber im Grunde geht es uns allen ähnlich. Das mit dem «Licht sein» klingt in der Theorie schön, scheitert im Alltag aber oft an ganz banalen Dingen. So ist es auch bei vielen anderen Themen.
Ich bin kürzlich in eine neue WG gezogen. Das meiste habe ich innerhalb einer Woche eingerichtet. Was aber über die ganze Zeit liegen blieb? Die Deckenlampe. Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber ich finde kaum etwas mühsamer, als eine Lampe aufzuhängen. Vier Wochen sass ich abends im Halbdunkel meiner Nachttischlampe. Ziemlich nervig.
Warum habe ich es nicht gemacht? Ganz ehrlich:
Ich war zu faul.
Ich wusste nicht genau, wie man es richtig macht.
Ich hatte ein bisschen Respekt vor dem Stromschlag.
Es hatte einfach keine Priorität.
Gemeinsam mit meiner neuen Mitbewohnerin, die übrigens auch frisch einzog und ihre Lampe ebenfalls noch nicht aufgehängt hatte, nahmen wir das Projekt endlich in Angriff. Jetzt strahlen unsere Zimmer in hellem, warmem Licht.
Strahlen-Hindernisse überwinden
Beim Glauben ist es oft ähnlich. Wir wissen zwar, dass wir mit Jesus «am Strom» angeschlossen sind und sein Licht durch uns scheinen könnte. Aber oft stehen wir uns selbst im Weg. Wir müssen die Hürden überwinden, die uns am «Strahlen» hindern:
Bequemlichkeit: Oft sind wir zu sehr auf unsere eigenen To-dos und Bedürfnisse fokussiert. Das macht uns verschlossen für unser Umfeld.
Unwissenheit: Viele wissen nicht, wie sie ein Gespräch über den Glauben beginnen sollen oder mit Freunden darüber sprechen können. Hier helfen Trainings oder Einsatzcamps (wie bei THE FOUR), um sprachfähiger zu werden. Ein einfacher Anfang: Überlege dir kurz, wie dein Leben vor der Begegnung mit Jesus war, was er verändert hat und wie es heute aussieht. Deine persönliche Geschichte ist es wert, erzählt zu werden!
Angst: Die Angst davor, was andere denken könnten, blockiert uns, ist aber sehr menschlich. Doch wie beim Lampen aufhängen gilt: Wenn man es einmal macht, verliert es den Schrecken.
Deine Chancen nutzen
Das Wunderbare ist: Wir sind nicht alleine. Meine Mitbewohnerin war eine riesige Hilfe bei der Lampenmontage. Wir können uns auch gegenseitig unterstützen, wenn wir den Glauben teilen.
Die aktuelle Offenheit der Menschen, denen du begegnest, ist eine Chance, die du nutzen kannst. Vielleicht schiebst du dein «Lampen aufhängen» schon länger vor dir her – sei es ein Gespräch mit einem Nachbarn oder ein Statement im Freundeskreis.
Überlege dir: Welches «Licht» kannst du heute in deinem Alltag anzünden?


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