In Äthiopien – Eine Witwe erlebt Gottes Hilfe

Abebu, Mutter von acht Kindern
Imported Image
Abebu, Mutter von acht Kindern
6.7.2021
2 min

Ihr Mann wurde getötet, weil er evangelischer Christ geworden war, und hinterliess Abebu mit acht Kindern. In der folgenden Zeit erlebte sie aber nicht nur Gottes Hilfe – sie erlebte auch eine Gebetserhörung im Bezug zum Mörder.

Reta war auf dem Weg von der Kirche nach Hause, als er erschossen wurde. Erst vor kurzem war er evangelischer Christ geworden, ganz zum Ärgernis der Mitglieder seiner früheren Kirche, der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche. Von einem einflussreichen Mitglied erhielt er die direkte Drohung, wieder die Denomination zu wechseln oder die Konsequenzen seiner Entscheidung zu tragen. Reta entschied sich dagegen – und zahlte mit seinem Leben.

Das war 2013, als seine Frau Abebu und er das achte Kind erwarteten. Nach seiner Ermordung musste Abebu nicht nur den eigenen Schmerz und die Trauer der Kinder tragen, sondern auch Wege finden, um die Familie finanziell zu versorgen – und auch sie erhielt Drohungen, obwohl der Täter im Gefängnis war. Zudem wird in der äthiopischen Kultur ein solches Unglück auf die Frau des Opfers abgeschoben, die ihrem Mann kein Glück gebracht hat, und alles Schlechte, was den Kindern in Zukunft geschehen oder was sie anstellen könnten, wird ebenfalls der Mutter in die Schuhe geschoben.

Unterstützung und Begleitung

In dieser schweren Zeit erhielt Abebu Unterstützung von Open Doors, sowohl finanziell als auch durch Traumabewältigung. Auch während des Lockdowns im vergangenen Jahr erhielt sie Hilfe, da die acht Kinder, die normalerweise im Internat Essen erhalten, alle bei ihr zu Hause waren. Doch durch die Unterstützung und ihren festen Glauben ist sie heute wieder auf den Beinen, züchtet Hühner sowie Lämmchen zum Verkauf und kauft Lebensmittel, um diese dann mit Gewinn auf dem Markt wieder zu verkaufen. «Wir loben und preisen Gott gemeinsam. Meinen Kindern geht es gut und sie sind gesund», freut sich Abebu.

Mörder kam zum Glauben

Doch etwas noch Erstaunlicheres ist mit dem Mörder ihres Mannes geschehen. Nachdem sie viel für den Mann gebetet hatte, der zu acht Jahren Haft verurteilt worden war, erfuhr sie bei seiner Entlassung, dass er im Gefängnis sein Leben Jesus übergeben hat. Er wollte sogar Teil von Abebus Kirche werden. «Wir haben keine Rachegedanken, wir sind nicht verbittert», bezeugt die Äthiopierin, doch sei es für ihre Kinder nicht gut, wenn sie den Mörder des Vaters regelmässig sehen. Die Ältesten der Gemeinde suchen dem Mann nun eine andere Gemeinde.

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Story
andreheiniger

Vom Spitzenkoch über den Ruin zu neuem Leben

Nach einer schwierigen Kindheit startet André Heiniger voller Elan ins Berufsleben und hat sofort grossen Erfolg. Er wird reich, macht sich selbstständig und lebt für seine Karriere. Doch dann bekommt er eine schwierige medizinische Diagnose.
Story
Sophia im Studio

Ihr war alles egal – bis ihre Welt zusammenbrach und plötzlich Friede kam

Eigentlich war Sophia mit dem Grundgefühl durchs Leben gegangen, dass alles egal sei. Doch als sie mit 18 Jahren ungeplant schwanger wurde, brach dieses Gefühl plötzlich auf. Sie war verzweifelt und hilflos – und zugleich fühlte sich dieser Moment so real an wie lange nichts mehr. Zum ersten Mal ...
Story
privat-rene-schoop

René Schoop – Von der Krise in die Selbstständigkeit

René Schoop ist ein Machertyp. Er ist 69 Jahre alt und gelernter Maler. Mit 40 Jahren hatte er eigentlich alles erreicht, was er wollte: einen guten Job, eine tolle Familie mit drei Kindern und ein Haus... Doch irgendwie war er gesättigt und er wollte mehr...
Story
maria-tranchida

Festhalten, wenn alles wankt

Erst eine schwierige Familiensituation, dann der plötzliche Tod ihres Ehemanns: Maria Tranchida hat erlebt, was es bedeutet, wenn einem der Boden unten den Füssen wegbricht. Doch was sie in dieser Zeit gelernt hat, hat ihr Leben für immer verändert und bereichert.