Gegen jede Regel – Frau mit behindertem Mann und ohne Kinder wird Geschäftsfrau

Inderin
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29.3.2020
3 min

Keine Kinder zu haben bedeutet in Indien nichts anderes, als von einem lähmenden Stigma geknechtet zu sein. Und obendrein hatte sich Maanvi (Name geändert) um ihren geistig behinderten Mann zu kümmern und für das Auskommen hart zu schuften…

In einem Land mit gnadenlosem – und von der Regierung vermehrt wieder gefördertem – Kastendenken gehörte Maanvi gleich im doppelten Sinne zu den Ausgeschlossenen.

Da sie keine Kinder hatte, behandelten nicht nur ihre Nachbarn, sondern sogar die eigene Familie sie so, als sei sie bereits tot. Die Nachbarn begannen, Teile ihres Besitzes einfach zu übernehmen, ohne mit der Wimper zu zucken. «Sie hat keine Kinder, um das Land zu erben», argumentierten sie. «Jemand könnte es genauso gut jetzt übernehmen, anstatt warten zu müssen, bis sie tatsächlich im Grab liegt.»

Aus dem Haus geworfen

Ihre Familie kam zum gleichen Ratschluss. Der Clan tauchte bei ihr zu Hause auf und zwang sie und ihren Mann auf die Strasse. Sie hatte keine Chance, sich zu wehren.

Gleichzeitig aber wollte sie die Hoffnung nicht aufgeben. Sie ging von Tür zu Tür, klopfte an und bot dort, wo eine aufging, an, dass sie Geschirr und Kleider waschen würde.

Unter miserablen Bedingungen hatten sie und ihr Mann aber an den meisten Tagen etwas zu Essen und ein wenig Geld, um neue Kleider zu kaufen, wenn die alten zerrissen waren.

Ende … und Wende

Als sie 50 wurde, zehrten die Strapazen vom Wäschekörbe schleppen an den Händen und ihre Knie schmerzten, weil sie so oft auf den harten Böden kniete, um die Fliesen sauber zu schrubben.

Eines Tages wurden sie und ihr Mann unerwartet von einer Gruppe von Christen besucht, welche die Lage des Paares bemerkt hatten. Sie boten an, nach einer Möglichkeit zu suchen, wo sie ihren Lebensunterhalt verdienen konnte, ohne Häuser zu putzen.

Sie erklärten weiter, dass sie an einen Gott glauben, der Maanvi und ihren Mann liebt. Der Schöpfer würde sich sehr um ihr Wohlergehen sorgen – und sie als Team auch.

Leben in Würde

Sie trafen sich regelmässig mit Maanvi und erklärten ihr die Konzepte von Kleinunternehmen. Die Idee, einen eigenen kleinen Laden zu eröffnen und zu führen, faszinierte Maanvi. In Zusammenarbeit und Planung mit «World Challenge» legte das Team etwas Geld zusammen, damit Maanvi ein kleines Geschäft eröffnen konnte.

Bald konnte sie davon leben und sogar etwas Geld zurücklegen. Sie begann zudem, winzige Perlen herzustellen, für die sie bald einen wachsenden Markt fand.

Heute hilft sie anderen

Inzwischen besucht sie die lokale christliche Gemeinde – und sie hilft anderen, die mit Armut, Hoffnungslosigkeit und Scham kämpfen.

«In meinen schwersten Zeiten haben Christen mich ermutigt und sind mir zur Seite gestanden, damit ich die miserablen Bedingungen überwinden konnte. Jetzt bin ich in der Lage, Geld für meinen Lebensunterhalt zu verdienen, um für mich und meinen kranken Mann zu sorgen.»

Am wichtigsten war das Gefühl, die Bedeutung und den Wert kennenzulernen, den sie als Kind Gottes hat. «Jetzt kann ich ein gutes Leben in Würde führen.»

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