«Gott hat unser Vertrauen noch nie enttäuscht»

Rachid-Dahjaoui
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Rachid Dahjaoui

Rachid Dahjaoui sorgt beruflich dafür, dass Menschen und Unternehmen vor digitalen Angriffen geschützt sind. Doch wenn es um seine eigenen Zukunftspläne geht, kann er nicht alles absichern. Früher wollte er reich werden. Heute wagt er Schritte im Vertrauen auf Gott – und erlebt, dass dieser ihn trägt.

5.11.2026
3 min
Mirjam Fisch

Rachid Dahjaoui weiss, wie wichtig digitale Sicherheit ist. Als Cybersecurity-Fachmann schützt er Unternehmen und Privatpersonen vor Angriffen. Dabei begegnet er auch Menschen, die in ihren Beziehungen digital überwacht und kontrolliert werden. Besonders Frauen sind betroffen: Zu Beginn einer Beziehung teilen sie oft freiwillig persönliche Daten oder lassen sich vom Partner bei der Einrichtung ihres Handys helfen. Geht die Beziehung auseinander, kann dieser weiterhin Zugriff auf ihr Gerät haben und seine Ex-Partnerin stalken.

Rachid arbeitet deshalb mit Opferhilfestellen und Frauenhäusern zusammen. Er überprüft die digitale Sicherheit der Betroffenen und hilft ihnen, wenn nötig, ein neues digitales Leben aufzubauen. Dabei ermutigt er sie, nur vertrauenswürdige Personen um Unterstützung zu bitten. «Man muss selbst Verantwortung übernehmen», betont er.

Sein Ziel war, reich zu werden

Es war nicht immer so, dass Rachid das Wohl seines Gegenübers am Herzen lag. Nach der Ausbildung zum Informatiker arbeitete er als Systemtechniker. Sein Ziel war klar: «Ich wollte reich werden.» Bei der MCH Group AG (Messe Schweiz) machte er Karriere, stieg bis zum Chief Information Security Officer (Leiter Informationssicherheit) und verdiente gut.

2012 lernte er Rebekka kennen, eine alleinerziehende junge Mutter. Ihre Geschichte «Meine wilde Jugend» wurde später als Musical bei «Life on Stage» aufgeführt, eine christliche Veranstaltung, die echte Lebensgeschichten auf die Bühne bringt. Schon früh machte Rebekka deutlich: «Ohne Jesus läuft nichts zwischen uns.» Rachid versicherte ihr, dass er an Gott glaube. Doch zunächst passte es nicht zwischen ihnen, und sie trennten sich zweimal. Trotzdem konnte er die Gedanken an Rebekka nicht loswerden. Er nahm wieder Kontakt zu ihr auf, und die beiden sprachen sich gründlich aus.

«Jesus hatte Rebekka gezeigt, dass er unsere Beziehungsschnur zusammenhält – das gab ihr den Mut, sich nochmals auf mich einzulassen.» Durch Rebekka und die gemeinsame Zeit im ICF Basel lernte er Jesus immer besser kennen. Die Gemeinde wurde zu ihrer geistlichen Heimat. 2014 heirateten sie und wurden später Eltern einer weiteren Tochter.

Schritte aufs Wasser

Rebekka zu gewinnen war damals ein Ziel – reich zu werden ein anderes. Rachid dachte: «Richtig Geld verdienen kann ich nur, wenn ich mich selbständig mache.» Für zwei Nächte zog er sich in ein Kloster zurück, um seine Möglichkeiten zu analysieren. Dabei tauschte er sich im Gebet mit Jesus über seine Pläne aus und hatte den Eindruck: «Er gibt mir grünes Licht.»

Doch Gott zeigte ihm auch neue Prioritäten auf: «Reich zu werden gehörte nicht dazu.»

Seit bald fünf Jahren führt er nun sein Unternehmen mit dem Namen «securial», mit dem er KMUs in Cybersicherheit berät. Seine Frau unterstützt ihn in Teilzeit in der Administration und Buchhaltung.

Gott versorgt

Rachids Blick auf Erfolg hat sich verändert. Heute erfüllt es ihn, wenn er Menschen und Unternehmen zu mehr Sicherheit verhelfen kann. Seine fachlichen Fähigkeiten setzt er bewusst ein, um anderen zu dienen. «Ich lerne dabei, Schritte aufs Wasser zu tun und Gott völlig zu vertrauen.» Seine Frau und er bereiten jede berufliche Veränderung im Gebet vor.

«Gott hat unser Vertrauen noch nie enttäuscht», stellt er fest.

Als Rachid von Gott das Okay für einen weiteren Schritt bekommen hatte, mietete er in Zofingen ein grösseres Büro. Ein junger KI-Experte und Ethical Hacker unterstützt seine Firma schon eine Weile. Ab November wird ein weiterer Mitarbeiter fest angestellt. Damit wächst auch die Verantwortung: Der Umsatz muss künftig für drei Personen reichen.

Rachid gibt zu: «Ich bin eher ungeduldig. Aber es nützt nichts, etwas erzwingen zu wollen.

Manchmal dauert es, bis Gott eingreift – das schleift mich.» Dennoch er hält fest: «Bisher hat Gott immer versorgt – deshalb bleiben wir zuversichtlich.»

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