Mohammed aus Jemen – «Ich dachte, ich sei der einzige Christ im Land!»

Mann im Jemen
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Mann im Jemen
13.2.2020
3 min

Die wenigen Nachrichten, die aus dem Jemen zu uns dringen, berichten von Bürgerkrieg und Terrorismus. Wissen die Leute überhaupt, dass es im Jemen eine Kirche gibt?

«Als ich zum christlichen Glauben kam, dachte ich, ich sei der einzige Gläubige im Jemen. Lange Zeit kannte ich keine anderen jemenitischen Christen», sagt der 44-jährige Mohammed (Name geändert). Doch er hat erlebt, wie Gott sich um die Kirche in seinem Land kümmert und wie er in diesem sehr streng islamischen Land wirkt.

Neugierde brachte ihn zum Glauben

Mohammed begegnete Jesus Christus vor 17 Jahren. «Eines Tages kaufte ich in einem Second-Hand-Laden aus Neugierde eine Bibel. Ich musste sie verstecken und ausser Haus lesen. Das Bibellesen brachte mich auf die Knie, und ich wurde ein Jünger Jesu.»

Er erinnert sich, wie fröhlich seine erste Begegnung mit einem anderen jemenitischen Christen war. «Wir haben viel zusammen gelacht. Später traf ich andere Christen. Ich wurde geschult und getauft. Kurz darauf fragte mich ein anderer Gläubiger, ob ich heiraten wolle. Er kannte Alima (Name geändert), die ledig und keinem anderen Mann versprochen war. Im Jemen gibt es nur sehr wenige Christen und Alima war Muslimin. Wir haben trotzdem geheiratet. Mein erstes Gebet zu Gott war, dass meine Frau auch zum Glauben finden würde. Er hat mich erhört!»

Vorkehrung gegen Verrat

Das Paar hat Hausgruppen gegründet: zwei für Frauen, zwei für Männer. «Wir bleiben getrennt und keine der Gruppen weiss, wo die anderen Gläubigen sind. So gibt es keinen Verrat, falls eine Gruppe entdeckt wird. Die Sicherheit ist für uns alle sehr wichtig», erklärt Mohammed. In Alimas Familie weiss niemand, dass sie Christin ist. «Wenn sie von unserer Bekehrung erführen, würden sie sehr heftig reagieren. Sie würden uns sicherlich unsere Kinder wegnehmen. Sie könnten uns sogar umbringen», fügt er bei.

Hoffnung trotz Verfolgung

Wie die meisten Jemeniten müssen die Christen um das Überleben kämpfen inmitten von Krieg und Terrorismus. Das tägliche Essen und Arbeit zu finden, ist eine riesige Herausforderung. Der Besuch eines Jüngerschaftskurses ist problematisch. Es ist schon schwierig, einen sicheren Ort zu finden, um die Bibel zu lesen, selbst auf ihrem Handy.

«Man kann nur Verfolgung erwarten. Aber in der Bibel sehen wir, wie Paulus wegen der Verfolgung von Ort zu Ort ging, und das Endergebnis war eine starke Kirche», stellt Mohammed fest.

«Wir hoffen, dass sich das Wort Gottes im Jemen verbreitet. Dafür beten wir täglich. Ich sehe, wie die Kirche im Jemen wächst. An manchen Tagen gibt es mehr Leute, die mich treffen wollen, als ich treffen kann. Wir hören oft von ganzen Familien, die zu Jesus kommen», sagt Mohammed mit strahlendem Gesicht.

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